Generalprobe Braunau - Mammutaufgabe Kaderplanung

Wacker Burghausen vor dem Frühjahr: Großbaustelle Zukunft!

Que sera, sera... - wer dem Wacker-Kreis in der neuen Saison angehören wird, steht noch weitgehend in den Sternen. Gewiss ist nur die Ungewissheit.
+
Que sera, sera... - wer dem Wacker-Kreis in der neuen Saison angehören wird, steht noch weitgehend in den Sternen. Gewiss ist nur die Ungewissheit.

Burghausen - Der SV Wacker Burghausen bestreitet am Freitag um 19:00 Uhr in Braunau die Generalprobe für die Restrunde der Regionalliga Bayern, welche für die Burgstädter am kommenden Freitag mit dem Auswärtsspiel in Schweinfurt beginnt. Dreizehn Spiele lang - plus Minimum das Pokalviertelfinale am 29. März gegen die SpVgg Unterhaching - gibt es in Burghausen noch Profi-Fußball, ehe endgültig kleinere Brötchen gebacken werden müssen. Dies zieht eine Vielzahl von Folgewirkungen nach sich. Die Kaderplanung für die nächste Saison gerät zur Großbaustelle.

Gegen den österreichischen West-Landesligisten Braunau haben die Burghauser ja bereits Anfang Februar getestet und damals auf dem Lindacher Kunstrasen 2:0 gewonnen. „Wir haben das zweite Spiel schon damals lose vereinbart, weil es ja ein guter Test war. Zudem passt der Termin gut in den Rhythmus, da wir eine Woche später auch am Freitagabend spielen.“, so Trainer Uwe Wolf, der mit seiner Mannschaft im Grenzlandstadion auf Naturrasen antreten kann.


Zweiter Test gegen Braunau

Der Test in Braunau ist Vorbereitungsspiel Nummer sieben, in den bisherigen Begegnungen ging Wacker drei Mal als Sieger vom Platz und erreichte drei Unentschieden - der geplante weitere Test bei Union Hallein musste wegen der Grippewelle, die Burghausen Anfang Februar im Griff hatte, abgesagt werden. Das Testspiel bei der SG Tann/Reut wird ebenfalls noch stattfinden, allerdings werden am Dienstag vorwiegend Spieler zum Einsatz kommen, die bislang wenig gespielt haben. Wie etwa Moritz Moser, der sich ja gleich beim ersten Training einen Bänderriss zugezogen hat. Ergänzt wird die Mannschaft am Dienstag mit U19-Spielern.


Passen muss Marco Fritscher, der sich schon beim 3:3 gegen Kastl eine Mittelfußprellung zugezogen hat. Nachdem sich die Verletzung nicht gebessert hat, trägt der 22-Jährige derzeit einen Spezialschuh und wird wohl erst in vierzehn Tagen wieder dabei sein. Fragzeichen stehen noch hinter Philipp Knochner (Adduktoren-Probleme) und Ajlan Arifovic (Schlag aufs Sprunggelenk).

Arifovic, Offenthaler, Wächter - die Gewinner der Vorbereitung

Arifovic zählt aber zusammen mit Philipp Offenthaler und Stefan Wächter zu den Gewinnern der bisherigen Vorbereitungsphase. „Die drei Jungs haben ihre Sache gut gemacht, wobei ich insgesamt mit der Vorbereitung zufrieden bin. Gerade bei den Spielen in Hoffenheim und Liefering hat die Mannschaft gut funktioniert. Das muss weiter unser Niveau sein!“, so Wolf. Bei der U21 von Bundesligist TSG Hoffenheim glückte Wacker ein 2:1-Erfolg und beim Österreichischen Zweitligisten FC Liefering schafften die Jungs von Wolf ein 1:1 Unentschieden.

Nach sechs Wochen Vorbereitung ist der Trainer jetzt froh, wenn „es endlich wieder losgeht“ und überprüft werden kann, ob die ganze Arbeit auch Früchte trägt: „Besonderen Dank möchte ich dem Therapie- und Trainingszentrum Hans Friedl in Edling bei Wasserburg aussprechen! Überhaupt hat die ganze medizinische Abteilung gut gearbeitet - so dass wir trotz der harten Böden kaum Probleme hatten.“ Im Gegensatz zu vielen anderen Regionalligisten hat Burghausen ja kein Trainingslager im Süden bezogen - und musste deswegen überwiegend auf dem Kunstrasen des Waldsportparks Lindach trainieren.

Greift die Option? Will Uwe Wolf an der Salzach bleiben?

Sollte Burghausen an die Form anknüpfen können, die in den Wochen vor der Winterpause einen Sprung ins obere Drittel möglich gemacht hat, könnte sich der ehemalige Zweitligist durchaus noch um den einen oder anderen Platz verbessern. Dann würde auch die Option fällig, die den Vertrag von Wolf bis Juni 2018 verlängert - ob der Coach aber über die aktuelle Saison hinaus in Burghausen bleiben möchte, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Dies wird von mehreren Faktoren abhängig sein: Gibt es andere Angebote? Wie schaut der Kader aus? Wie ist die mittelfristige Perspektive? Mit Feierabend-Fußball ist in der Regionalliga, sieht man aktuell vielleicht vom FC Memmingen ab, jedenfalls derzeit keine Spitzenplatzierung möglich - erst recht nicht die Rückkehr in Liga drei! Deswegen wird ja bei den ambitionierten Schweinfurtern mit Hochdruck auf dem entgegengesetzten Weg - allerdings auch mit den dafür vorhandenen finanziellen Mitteln - daran gearbeitet vollprofessionellen Strukturen aufzubauen.

Vertragsabschlüsse mit Signalwirkung bleiben bisher aus

Was den Kader für die kommende Saison angeht, liegt vor den SVW-Verantwortlichen noch sehr viel Arbeit: Lediglich Daniel Hofstetter und Christoph Popp haben Verträge für die nächste Spielzeit, am Dienstag hat U19-Abwehrspieler Maxi Pichler einen neuen Kontrakt bis Juni 2019 unterschrieben. Ansonsten? Von der anfänglichen Zuversicht, dass viele Spieler doch bleiben könnten, nach Bekanntgabe der Reamateurisierung Anfang Dezember ist nicht mehr viel übrig geblieben. Wer auf schnelle Vertragsabschlüsse mit Signalwirkung gehofft hatte, wurde erst einmal enttäuscht.

Noch ist zwar nichts aus der Zeit, aber die Uhr tickt. Dass eine gute Handvoll Spieler aus dem aktuellen Kader weiter unter Profi-Bedingungen spielen wollen, ist bekannt. Diese Spieler werden kaum zu halten sein, da es ab der nächsten Spielzeit - wenn überhaupt - nur ganz wenige Profiplätze im Kader geben wird. Auch für zahlreiche Spieler mit Wacker-Vergangenheit und daher Bezug zum Verein ist Burghausen in der nächsten Saison keine Option - zahlreiche dieser Spieler haben bereits bei ihren jetzigen Vereinen verlängert oder haben noch gültige Verträge über die Saison hinaus.

Hoffen auf die große Pokal-Überraschung!

Große Hoffnungen ruhen an der Salzach allerdings noch auf dem Pokal. „Unterhaching ist über die ganze Saison nicht zu stoppen - aber in einem Spiel kann man die Hachinger schon mal schlagen!“, sagt Wolf. Dass der Klassenprimus die Partie Ende März auf die leichte Schulter nehmen wird oder gar in Hinblick aufs Titelrennen abschenken könnte, wird aber nicht passieren.

„Wir nehmen den Pokal sehr ernst und wollen unbedingt ins Finale!“, erklärte Hachings Präsident Manni Schwabl im Trainingslager in Spanien. Klar doch - bei 1,9 Millionen Euro Schulden weiß man schließlich, wo auch Haching der Schuh drückt. Da würde man die über 100.000 Euro, die es für den Pokalsieg und die damit verbundene Teilnahme an der DFB-Pokal-Hauptrunde gibt, mehr als gerne mitnehmen. Eine Tatsache, die für beide Kontrahenten gilt.

_

Michael Buchholz

Kommentare