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Der Torjäger trainierte unter Guardiola und Ancelotti

Lappe verlässt den TSV Buchbach: „Habe das Optimum aus meiner Karriere herausgeholt“

Karl-Heinz Lappe verlässt nach eineinhalb Jahren den TSV Buchbach.
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Karl-Heinz Lappe verlässt nach eineinhalb Jahren den TSV Buchbach.

154 Treffer in 330 Spielen, Zweitliga-Meister mit dem FC Ingolstadt, Kapitän des FC Bayern München II und Trainingseinheiten unter Pep Guardiola und Carlos Ancelotti. Mit Karl-Heinz Lappe, zuletzt beim TSV Buchbach, verlässt ein prominenter Name die Fußball-Bühne. „Es war ein Auf und Ab, ich habe es mir selbst und anderen bewiesen“, sagt der 33-Jährige über seinen leisen Abschied.

Buchbach - Es war ein leiser Abschied von der Fußball-Bühne, über die sich Karl-Heinz Lappe seit über 15 Jahren geballert hat: Das 1:2 des TSV Buchbach im Halbfinale des Toto-Pokals gegen Türkgücü München am 23. Juni war der letzte höherklassige Auftritt des 33-jährigen Mittelstürmers mit der sensationellen Torquote.

Bobenstetter: „Wir freuen uns, dass Kalle für uns gespielt hat“

154 Treffer in 330 Spielen seit 2008 listet transfermarkt.de für den Münchner bei seinen Station FC Ingolstadt, FC Bayern München II, FSV Mainz II, Türkgücü München und zuletzt TSV Buchbach, für den er bedingt durch die Pandemie nur zehn Pflichtspiele bestreiten konnte. „Wir freuen uns einfach, dass Kalle für uns gespielt hat. Zusammen mit Mijo Stijepic und Orhan Akkurt war er einer der bayerischen Torjäger im Amateurfußball, die das Geschehen seit vielen Jahren geprägt haben“, sagt Buchbachs Sportlicher Leiter Anton Bobenstetter und Lappe bekräftigt: „Mijo war immer ein super Vorbild für mich, von ihm konnte man sich brutal viel abschauen. Ich selber habe mich immer als spielender Mittelstürmer gesehen, der aus allen Lagen schießt, auch mal was Verrücktes macht, mit dem man aber auch Doppelpässe spielen kann.“

„Habe noch keinen Mittelstürmer gesehen, der mit Rücken zum Tor so gut ist“

Stijepic (42, 430 Spiele, 179 Tore), seit drei Jahren Trainer beim Bayernligisten FC Ismaning, ist wie Lappe gerade mal 1,75 Meter groß, Akkurt (36, 388, 272), aktuell beim Bayernligisten SV Pullach, bringt es immerhin auf 1,80 Meter. Als „zu klein, zu langsam“, wurde der 13-jährige Lappe beim FC Bayern abgeurteilt und im Gegensatz zu seinen Mannschaftskollegen Sandro Wagner und Nico Feldhahn weggeschickt, dabei hatte sein letzter Bayern-Trainer Hermann Hummels noch befunden: „Ich habe noch keinen Mittelstürmer gesehen, der mit dem Rücken zum Tor so gut ist.“ 

Lappe erinner sich: „Ich bin doch noch spät Profi geworden“

Über die SpVgg Unterhaching, die FT Starnberg, bei der einige Freunde spielten, und den FC Unterföhring, für den er zur Bundeswehrzeit auflief, knipste sich Lappe allmählich zurück ins Lampenlicht: „Joe Albersinger, mein Trainer in Starnberg, hat mich dann nach Ingolstadt geholt, das war sicherlich meine aufregendste Zeit.“

Als Torschützenkönig der U23 in der Regionalliga Süd, damals noch dreigliedrige 4. Liga, machte er auch im Verein auf sich aufmerksam. Unter Benno Möhlmann durfte er erstmals bei den Profis mittrainieren, wurde dann aber wieder ins zweite Glied versetzt: „Das war schon ein Nackenschlag.“ Aber Thomas Oral konnte er überzeugen: „Und dann bin ich doch noch spät Profi geworden, mein erstes Tor hab ich beim FSV Frankfurt geschossen und am Ende wurde ich nach 44 Zweitligaspielen Meister. An diese Zeit erinnere ich wahnsinnig gerne zurück.“

Lappe: „Ich hatte eine schöne Zeit in Buchbach“

Auch an die Rückkehr zum FC Bayern als Kapitän der U23 unter Heiko Vogel erinnert er sich: „Das hat mich mit Stolz erfüllt, mir so einen Namen zu machen.“ Unvergessen die Einheiten mit den Profis, meist in Länderspielpausen, unter Pep Guardiola und Carlos Ancelotti, der ihn sogar auf USA-Sommer-Tour mitnahm. „Das war natürlich noch einmal ein Highlight, bei den Profis habe ich noch wahnsinnig viel gelernt.“

Doch jetzt ist Schluss, Lappe wird nur noch unterklassig zum Spaß kicken: „Ich hatte eine schöne Zeit in Buchbach, aber ich konnte schon die letzten beiden Monate öfter mal aus beruflichen Gründen nicht mehr trainieren, das wäre gegenüber der Mannschaft nicht fair gewesen, wenn ich dann einen Platz im Team eingefordert hätte.“ Wohin die Reise geht, will der Fachinformatiker noch nicht verraten: „Ich hätte noch mal in der Regionalliga wechseln können, aber das hätte keinen Sinn gemacht. Außerdem hat meine Frau nach sechs Jahren wieder zum Arbeiten angefangen. Da ist es an der Zeit, dass ich mich mehr um unsere beiden Kinder kümmere. Ich bin jetzt nicht traurig. Es war ein Auf und Ab, ich habe es mir selbst und anderen bewiesen. Ich denke, dass ich das Optimum aus meiner Karriere herausgeholt habe.“   

MB      

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