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1860 München - Buchbach: Wer trägt Schuld am Stromausfall?

Blackout im Grünwalder – das ist der Grund!

Rein gar nichts mehr ging am Montagabend bei den Löwen in Giesing: Das angedachte Revanchematch gegen den TSV Buchbach musste abgeblasen werden.
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Rein gar nichts mehr ging am Montagabend bei den Löwen in Giesing: Das angedachte Revanchematch gegen den TSV Buchbach musste abgeblasen werden.

München – Bevor es überhaupt losgehen konnte, war es auch schon vorbei. Die Revanchepartie zwischen dem TSV 1860 München und dem TSV Buchbach musste ausfallen. Wegen Stromausfall! Nichts ging mehr in Giesing – die Zuschauer wurden nachhause geschickt. Woran lag es? Anscheinend an einem der vier Flutlichtmasten. Doch wer hat Schuld? Wer muss für die entstandenen Kosten aufkommen? Und wann wird das Match nachgeholt?

Bereits gegen 19:00 Uhr am Montagabend versagte der Strom im altehrwürdigen Kasten zum ersten Mal seinen Dienst. Die Lichter gingen aus. Nur eine Viertelstunde später war dies dann erneut der Fall. Einzig eine Alarmanlage heulte los – sonst ging gar nichts mehr: Das Flutlicht war finster, die Musik aus. Dem neutralen Beobachter schwante, dass es eng werden könnte mit Fußball an diesem Abend. Wenige Minuten vor Acht folgte dann die Bestätigung: Totaler Blackout bei den Löwen! Irreparabel.

Auch am Folgetag wurde natürlich fieberhaft nach den Fehlern und Ursachen für den Spielausfall gesucht. Noch immer ist nicht vollständig klar, wer oder was Schuld daran trägt, dass das Grünwalder Stadion statt hell erleuchtet zu sein, komplett im Dunkeln lag. Viele Fragen drängten sich auf: Was sorgte dafür, dass der technische Defekt nicht behoben werden konnte? Warum wurde das Match nicht einfach später angepfiffen? War vielleicht sogar Sabotage im Spiel? Verschwörungstheorien sind ja keine Seltenheit im heiklen Giesinger Vereinsumfeld.

Sicherungs-Problem nicht kurzfristig behebbar

Die ersten Erklärungen dafür lieferte noch am Abend der Geschäftsführer der abgestürzten Münchner Löwen Markus Fauser: "Es ist ein technischer Defekt an einem größeren Aggregat. Das hängt wohl irgendwie mit den Sicherungen im Stadion zusammen – und ist laut den Auskünften, auf die auch wir uns verlassen müssen, nichts was kurzfristig zu beheben ist."

Fauser entschuldigte sich bei den umsonst aus dem Umland nach München angereisten Fans der Löwen wie der Buchbacher: "Das tut uns ungemein leid für die Fans", so der Schwabe. Zur kurzfristigen Entscheidungsfindung vor Ort, das Spiel ganz abzublasen, erklärte er Folgendes: "Der Bayerische Fußball-Verband, die Polizei, die Sicherheitsbehörden der Stadt - wir sind alle zusammen gesessen und haben letztlich so entschieden."

Ruhe am und im Stadion – unangenehme Fragen für Stadt

Die Fans beider Lager nahmen die enttäuschende Spielabsage weitgehend gelassen zur Kenntnis – uns schlichen von dannen. Es gab keinerlei Zwischenfälle, nur noch einige Fangesänge für die Heimelf, die nach Spielabsage noch einmal auf den Rasen kam, um sich beim bereits anwesenden Anhang zu verabschieden.

In der Verantwortung ist jetzt die Stadt München – die Eigentümerin des kommunalen Areals. Sie muss die Frage beantworten, wie es zu diesem technischen Aussetzer in ihrem Stadion kommen konnte, der ein Spiel vor 12.500 Zuschauern verhinderte und eine bundesweite Live-Übertragung im Fernsehen stoppte. Die Münchner Stadtwerke (SWM) weisen dabei schon einmal jegliche Schuld von sich. Sie erklärten am Dienstag: "In unserem Stromnetz lag jedenfalls keinerlei Störung vor. Die Ursache muss wohl direkt in der Stromanlage des Stadions liegen.".

Genaue Gründe weiter unklar – 1860 schließt Sabotage aus

So richtig klar ist bis jetzt nicht, warum und wieso es zu dem peinlichen Zwischenfall kam. Das Grünwalder Stadion schließlich erfüllt eigentlich alle Kriterien bis einschließlich zur 3.Liga – ein Fakt, auf den die Stadt München immer wieder gerne verweist. Alles im Lot zu sein, scheint in dem alten Giesinger Kasten dann aber doch nicht. Ob Regionalliga oder Drittklassigkeit – Stromausfälle sollten eigentlich ausgeschlossen sein. Aber passieren kann natürlich immer etwas.

Die Reaktionen der Öffentlichkeit waren nicht immer die freundlichsten – da war auch viel Häme dabei. Angesichts der Gesamtsituation bei den Löwen kein Wunder. Was sagt der Verein 1860 zu den Verschwörungstheorien beziehungsweise dutzenden Gerüchten? Eventuelle Sabotage jedenfalls wollte Geschäftsführer Fauser erst gar nicht in Betracht ziehen: „Warum sollte jemand das Spiel sabotieren? Das ist Quatsch. Dafür gibt es – auch von Seiten der Polizei – nicht den geringsten Hinweis!“.

Stromversorgung wieder in Betrieb – Defekt an einem Flutlichtmast

Unterdessen konnte im Laufe des Dienstags die Stadionbeleuchtung wieder in Betrieb genommen werden – und das uneingeschränkt. Das bestätigte das Münchner Baureferat, welches mehrere Mitarbeiter vor Ort im Einsatz hatte, um das Problem zu untersuchen: Am Nachmittag konnte ein technischer Defekt einer Leuchteinheit an einem der vier Flutlichtmasten festgestellt werden. Die exakte Ursache für diesen wird weiter analysiert.“ Die betreffende Leuchteinheit soll schnellstmöglich repariert werden – unabhängig davon kann die Flutlichtanlage schon jetzt wieder funktionstüchtig betrieben werden.

Mit Hilfe von Generatoren oder der Notstromaggregate hätte das Spiel nicht über die Bühne gebracht werden können, so das städtische Baureferat. Zwar habe die Versorgung mit Notstrom „unverzüglich und planmäßig“ geklappt - allerdings ist sie nicht derart leistungsfähig und dient ausschließlich „der sicheren Räumung des Stadions und nicht zum Betrieb der Flutlichtanlage.“

Wer muss die entstandenen Kosten tragen?

Verschiedene andere und weitergehende Fragen müssen unabhängig davon aber geklärt werden. Irgendjemand muss schließlich die angefallenen Unkosten übernehmen. Denn diese müssen schließlich getragen oder aufgeteilt werden – beziehungsweise muss geklärt werden, wer für was aufkommen muss. Beispielsweise hatte der für die Bewirtung im Stadion zuständige Caterer natürlich – im wahrsten Sinne des Wortes „im Überfluss“ - für bereitstehende Lebensmittel gesorgt. Ebenso waren neben ehrenamtlichen auch kommerzielle Ordner im Einsatz. Wer trägt diese Kosten?

Eine weitere Frage ist: Erstattet die Stadt München dem TSV 1860 die Mietkosten für dieses – nicht stattgefundene – Heimspiel? Normalerweise sind laut den bestehenden Verträgen 8,5 Prozent der Bruttoeinnahmen fällig. Doch welche davon gab es überhaupt – und wem stehen diese zu. Den der Fehler lag nach momentanem Stand der Dinge ja mutmaßlich beim städtischen Vermieter, nicht beim Verein. Für jede Menge Diskussionsstoff und auch Streitpotential dürfte gesorgt sein – schließlich kommt es bei den klammen Löwen ja durchaus oft auf jeden Cent an.

Nachholtermin wohl erst im März

"Angesichts des engen Terminkalenders ist es vernünftig, das Spiel im März nachzuholen", sagt der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes Rainer Koch dazu. Der DFB-Vize war am Montagabend vor Ort und wollte sich das Spiel ebenfalls nicht entgehen lassen: „Es ist natürlich schade. Das Stadion wäre ausverkauft gewesen. Für Ende November waren es wunderbare Fußball-Bedingungen. Nach der Hinspielniederlage der Sechziger in Buchbach wäre es der perfekte Rahmen für eine Revanche gewesen.“ Ein früherer Termin sei leider unrealistisch – das Spiel im Dezember nachzuholen witterungsbedingt nicht möglich.

Ein Nachholtermin am Wochenende vor dem regulären Wiederbeginn der Regionalliga Ende Februar sei ebenfalls unmöglich: „Das geht nicht. Für diese Woche haben die Buchbacher bereits ihr Wintertrainingslager gebucht und organisiert.“, erläutert der Spielleiter der Regionalliga Bayern Josef Janker.

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