Sieg konnte Zorn nicht lindern

Rosenheim - Die Starbulls Rosenheim haben sich am Sonntag mit 3:2 gegen die Wölfe aus Freiburg durchgesetzt. Trotz des Sieges haben sie aber ihren Trainer Franz Steer erzürnt.

Tief drinnen brodelte es. Das sah man Franz Steer bereits an, als er nach dem Spiel seiner Starbulls Rosenheim in der 2. Eishockey-Bundesliga gegen die Wölfe aus Freiburg auf der Pressekonferenz zum Mikrofon griff. Der 3:2-Erfolg seines Teams konnte den Zorn nur unmerklich lindern und so brach der Vulkan dann auch schnell aus.


Mit dem ersten Drittel sei er zufrieden gewesen, merkte Steer an, um dann schnell zu den Punkten zu kommen, die ihn fuchsteufelswild werden ließen. Der sich im Laufe des Spiels einschleichende Schlendrian hatte ihm nicht getaugt, Nach- und Fahrlässigkeiten des Teams ließen ein paar Sätze folgen, die wie Peitschenhiebe klangen. Sehen Sie hier die komplette Pressekonferenz im Video.

„Wir haben gewonnen, aber es war nicht so, wie ich mir das vorstelle“, meinte er – Patsch! „Wir haben in Heilbronn verloren, haben aber aber drei Drittel lang besser gespielt als heute“ – Rums! „Dieses Verhalten gibt sicherlich noch Gesprächsbedarf“ – Peng! Der Rosenheimer Trainer sprach von „taktischen Undiszipliniertheiten“, nahm aber ausdrücklich die jungen Spieler („Die setzen das um, was ich will“) in Schutz. An die Adresse der anderen Cracks richtete er seine Warnung, dass dies, wenn man es locker angehen lassen wolle, der „Anfang vom Ende“ sei.


Die Intention von Steers Donnergrollen ist offensichtlich: Er richtet eine Mahnung an sein Team – nur nicht nachlassen, hart und konzentriert weiter arbeiten. Gegen Freiburg lief es rund 22 Minuten lang klasse, da führten die Gastgeber mit 3:0, ehe die Breisgauer herankamen und am Ende sogar noch alles versuchen konnten, um zumindest einen Punkt mit nach Hause zu nehmen.

Starbulls - Freiburg

 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler
 © Ziegler

Die Rosenheimer starteten wie im Heimspiel davor gegen Bremerhaven furios und führten nach acht Minuten mit 2:0. „Wir wussten, dass Rosenheim gleich kommt, waren aber am Anfang nicht dafür bereit“, kritisierte Freiburgs Coach Markus Berwanger seine Mannschaft. Für das 1:0 sorgte in der zweiten Minute Verteidiger Michael Rohner, der die Lücke in der rechten Seite erkannte, Fahrt aufnahm und sein Solo mit dem passenden Abschluss krönte. Und in der achten Minute kam Mitch Stephens völlig frei zum Schuss und markierte das zweite Starbulls-Tor, nachdem Alan Reader an der Bande nachgesetzt hatte. Dazwischen lag ein erster Warnschuss der Gäste durch den auffälligen Christian Billich, der mit seinem Versuch den Pfosten des wieder von Norm Maracle gehüteten Rosenheimer Tores traf.

Der zweite Abschnitt begann ebenfalls gut aus Rosenheimer Sicht: In Überzahl fälschte Konrad Reeder einen Schuss von Beppo Frank zum 3:0 ins Tor ab – es war der erste Zweitliga-Treffer für ihn. Dann mischte Freiburg besser mit: Billich traf in Überzahl zum 1:3 aus Gäste-Sicht, kurz vor der zweiten Drittelpause verkürzte Milan Karlicek. Dazwischen lag die „Millionenchance“ von Thomas Schenkel, der – frisch von der Strafbank kommend, die Scheibe serviert bekam, sie dann aber nicht mehr unter Kontrolle brachte.

Der dritte Abschnitt versprach vom Resultat her noch einmal Spannung, fiel aber dann vom Niveau her kräftig ab. Freiburg schaffte die Aufholjagd nicht mehr, hatte auch kaum mehr gute Möglichkeiten. „Wir haben am Freitag bereits eine Energieleistung bringen müssen, letztlich war das für meine drei Blöcke dann zuviel“, meinte Berwanger. Und Rosenheim schaffte es nicht den Sack zuzumachen, verfehlte in Person von Reeder sogar das leere Tor, als die Gäste in der Schlussminute ihren Keeper durch einen sechsten Feldspieler ersetzten.

Live-Ticker zum Nachlesen

Statistik:

Starbulls Rosenheim – Wölfe Freiburg 3:2 (2:0, 1:2, 0:0)

Tore: 1:0 (2.) Rohner/Möchel, 2:0 (8.) Stephens/Reader, Paderhuber, 3:0 (22.) Reeder/Gottwald, Frank, 3:1 (23.) Billich/Meyer, Vozar, 3:2 (40.) Karlicek/Noe, Lavallee

Strafminuten: Rosenheim 6 plus 10 Disziplinar für Schopf, Freiburg 14

Zuschauer: 2004

tn/Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © re

Kommentare