Starbulls müssen sich nicht verstecken

Rosenheim - Nun haben die Starbulls Rosenheim also auch die erste Konfrontation mit den erklärten Ligafavoriten hinter sich, und sie brauchten sich auch dabei wahrlich nicht zu verstecken!

Nicht genug, dass sie beim 3:1-Heimsieg am Freitag den Eindruck aus dem Testspiel bestätigten, in dem sie die Tower Stars aus Ravensburg sogar mit 6:1 deklassiert hatten, nein, auch dem souveränen Tabellenführer, den Wild Wings, klatschten sie in Schwenningen mit einem Punktgewinn den ersten Fleck auf das blütenweiße Gefieder.


Starbulls - Wild Wings

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Apropos Schwenningen: Beim Team des Ex-Rosenheimers Axel Kammerer können sich sogar noch Franz Steers Defensivkünstler Anschauungsunterricht holen. In ihren bisherigen fünf Heimspielen haben die Wild Wings ihren Gegnern erst drei (!) Treffer erlaubt. Logische Konsequenz: Schwenningen ist das beste Defensivteam der Liga vor den Starbulls.


Ravensburg am Boden, der Torhüter ohne Helm und ein lächelnder Stephen Werner, der bei seinem Unterzahltor alles, inklusive Tor, abräumte.

Und dies setzte sich auch ohne den etatmäßigen Torhüter Steve Silverthorn fort. Dabei konnte sein Vertreter Sebastian Staudt in den letzten Jahren mit den Starbulls keine guten Erfahrungen sammeln. Für Leipzig war es ihm in einem Voll- und zwei Kurzeinsätzen nie gelungen, einen Punkt zu holen, und er kassierte dabei 4,39 Gegentreffer im Schnitt. Diesmal war es, da die Partie ja in die Verlängerung ging, sogar rechnerisch weniger als einer. Vielleicht hätte ja Stephan Gottwald etwas dagegen machen können, aber der Topscorer der Starbulls fehlte diesmal, nachdem er zuletzt in fünf Spielen hintereinander nie leer ausgegangen war und damit die erste derartige Serie der Saison 2010/11 lieferte. In die Top Ten der Serien, die Derraugh, Boehm, Teevens & Co. 1992/93 erspielten, reicht es damit allerdings nicht. In die Bresche sprang diesmal Thomas Schenkel, auf dessen erstes Punktspieltor auf eigenem Eis die Fans noch warten. Außer in Schwenningen hatte er zuvor in Dresden und Heilbronn getroffen.

Viel Arbeit macht durstig: Starbulls-Keeper Norm Maracle hielt am Wochenende überragend und kassierte in zwei Spielen nur drei Tore.

Getroffen hat an diesem Wochenende in Überzahl bei den Starbulls niemand. Nach einem kurzen Hoch mit sieben Toren in vier Spielen herrschte diesmal in 15:34 Überzahlminuten wieder Flaute. Besser lief es in der gegenteiligen Konstellation: Stephen Werner brachte mit dem ersten Shorthander der laufenden Saison sein Team gegen Ravensburg auf die Siegesstraße, und insgesamt ließen Senger, Rohner & Co. in 19:13 Minuten Unterzahl nur ein einziges Törchen zu. Und dieses fiel mit fünf gegen drei während einer Phase, als sie sich fünfeinhalb Minuten am Stück dem Schwenninger Powerplay, dem drittbesten der Liga, entgegenstellen mussten. Bereits am Freitag hatten sie unter anderem fast zwei Minuten lang gegen die Ravensburger Stars Leavitt, Thomson usw. eine doppelte Unterzahl souverän gemeistert.

Da kommt es nicht von ungefähr, dass zwischen dem letzten Freiburger und dem einzigen Ravensburger Tor 79:18 Minuten verstrichen, ohne dass Norm Maracle ein einziges Mal geschlagen gewesen wäre. Dies kam fast an die Rekordphase heran, als Marc Seliger und Patrick Lange im März 1993 81 Minuten lang ihren Kasten sauberhalten konnten. Selbst sind die Starbulls allerdings auch schon wieder seit 46:27 Minuten ohne Tor. Und immer noch das offensiv schwächste Team der derzeitigen Top Ten.

Ein paar Kleinigkeiten oder auch Kuriositäten, die erst bei näherer Betrachtung auffallen: In den bisherigen elf Spielen gab es noch kein einziges Anfangsdrittel, in dem beide Teams Tore erzielten. Dreimal führte der Gegner nach zwanzig Minuten zu null, zweimal fiel gar kein Treffer, sechsmal dagegen (zuletzt dreimal in Folge) führten die Starbulls (viermal 1:0, je einmal 2:0 und 3:0). Das Schlussdrittel ist dagegen derzeit nicht unbedingt die Rosenheimer Sturm- und Drangzeit: Seit sieben Spielen konnten die Starbulls den letzten Abschnitt nicht mehr für sich entscheiden (3:9 Tore). Keine guten Aussichten bei einem Rückstand nach vierzig Minuten!

Manfred Eder (Oberbayerisches Volksblatt)

Rubriklistenbild: © Dierewi

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