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Bislang 13 internationale Vergleiche

Vor Eishockey-Länderspielen in Rosenheim: Weltstars, Unsinn und jede Menge Fans

Beim bis dato letzten Länderspiel in Rosenheim unterlag Deutschland den Schweden im April 2016 mit 1:3. Patrick Hager (Mitte) erzielte in der Heimat den Ehrentreffer für die deutsche Auswahl.
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Beim bis dato letzten Länderspiel in Rosenheim unterlag Deutschland den Schweden im April 2016 mit 1:3. Patrick Hager (Mitte) erzielte in der Heimat den Ehrentreffer für die deutsche Auswahl.

Das Eishockey-Länderspiel am Donnerstagabend gegen die Schweiz ist bereits der 14. internationale Vergleich, den die deutsche Nationalmannschaft auf Rosenheimer Eis austrägt. Wir blicken zurück auf spannende und überraschende Ereignisse.

Rosenheim – Die Bilanz aus den bisherigen Begegnungen an der Mangfall fällt für das deutsche Nationalteam positiv aus: Acht Siegen stehen fünf Niederlagen gegenüber. Das Bemerkenswerte an der aktuellen Situation: Noch nie hatte Rosenheim zwei Länderspiele binnen drei Tagen präsentiert, denn Partie Nummer 15 steigt am Samstagnachmittag. Ansonsten reichte die Spanne zwischen gut zehn Monaten und mehr als zwölfeinhalb Jahren!

Erstes Spiel war 1974

Den Anfang machte das bislang torreichste Spiel: Am 17. März 1974 trafen Deutschland und Japan aufeinander, nach einem 5:6-Rückstand bis zur 53. Minute gewann die deutsche Auswahl von Trainer Gerhard Kießling noch mit 9:6. 6000 Zuschauer sahen den Sieg und der damalige Rosenheimer OB Dr. Steinbeißer lobte: „Das Publikum war einmalig.“

Nach dem Jubel folgten keine zwei Jahre später Pfiffe, als die DEB-Truppe von Trainer Xaver Unsinn am 24. Januar 1976 vor 3000 Besuchern nur ein mageres 5:4 gegen Rumänien erzielte – damals erahnte noch keiner der Augenzeugen, dass die deutsche Mannschaft nur wenige Wochen später bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck die Bronzemedaille gewinnen sollte...

Seitenwechsel nach der Hälfte des Spiels

Knapp fünf Jahre danach gastierte die Nationalmannschaft wieder einmal in Rosenheim und besiegte Polen am 27. November 1981 vor 5700 Zuschauern mit 6:4. Ebenfalls recht torreich verlief das vierte Länderspiel auf Rosenheimer Eis am 27. März 1983: Gegen Italien gab es vor 3700 Besuchern einen 8:5-Erfolg. Unter den Torschützen war auch der spätere SBR-Kapitän und jetzige Nachwuchschef des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), Ernst Höfner. Kurios: Wegen der starken Sonneneinstrahlung ließ der Schiedsrichter zwecks Chancengleichheit nach der Hälfte des letzten Drittels die Seiten wechseln.

Dass Rosenheim in den 80er-Jahren eine absolute Eishockey-Macht war, zeigt sich daran, dass von 1983 an bis 1987 jedes Jahr ein Länderspiel in der Innstadt ausgetragen wurde. Am 29. Januar 1984 gab es den bislang höchsten Erfolg, als man die kanadische Olympia-Auswahl vor 6200 Zuschauern mit 7:0 in die Knie zwang – vor dem letzten Drittel hieß es übrigens 1:0 für die deutsche Mannschaft. „Damals habe ich zwei Tore erzielt und bin ein paar Monate später selbst nach Rosenheim gewechselt“, erinnerte sich der jetzige DEB-Präsident Franz Reindl zurück.

6500 Zuschauer sahen russische Weltstars

Dem höchsten Sieg folgte allerdings ein Jahr später, am 7. April 1985, auch die höchste Niederlage: Vor 6500 Zuschauern hatte die DEB-Auswahl dem Star-Ensemble aus der Sowjetunion nicht viel entgegenzusetzen und musste mit 1:8 die Segel streichen. Dreifacher Torschütze für die „Sbornaja“ war Wladimir Krutow.

Es folgten zwei weitere Niederlagen – diesmal allerdings bei knappen Auseinandersetzungen: Am 8. April 1986 unterlag die deutsche Mannschaft (mit zehn Rosenheimer Spielern im Team) der Auswahl Kanadas vor 3200 Zuschauern mit 3:4. Und am 11. April 1987 gab es eine 4:6-Niederlage gegen die „Tre Kronors“ aus Schweden.

Zwölf Jahre Pause

Danach musste Rosenheim über zwölf lange Jahre warten, ehe die Nationalmannschaft sich wieder einmal für ein Länderspiel die Ehre gab: Am 13. November 1999 stand man dem Nachbarn Österreich gegenüber; die Mannschaft von Trainer Hans Zach feierte vor 4051 Zuschauern einen 3:1-Erfolg und Ausrichter Rosenheim bekam großes Lob seitens des Deutschen Eishockey-Bundes: „Rosenheim hat gezeigt, dass es Länderspiele ausrichten kann“, so Franz Reindl, zu diesem Zeitpunkt DEB-Sportdirektor.

Und so hat sich das deutsche Nationalteam auch in der neueren Rosenheimer Eishockey-Geschichte seit Gründung der Starbulls schon dreimal an der Mangfall verewigt: Am 13. April 2002 ging es erneut gegen Österreich. 5500 Fans sorgten beim 4:1 für mächtig Stimmung im Stadion.

Mit den USA kamen die NHL-Stars

Abgesehen vom Spiel 1985 gegen die UdSSR hatte die Partie am 28. April 2005 die meisten Stars auf dem Eis: Damals trafen Deutschland und die USA aufeinander. Der Kader der Gäste hatte insgesamt über 7400 Spiele in der nordamerikanischen Profiliga NHL auf dem Buckel, darunter waren Top-Stars wie Verteidiger-Riese Hal Gill oder die Stürmer Mike Modano, Doug Weight und Brian Gionta. Beide Teams absolvierten zuvor schon ein mehrtägiges Trainingslager in Rosenheim. Vor 5400 Besuchern gewann die Auswahl der Vereinigten Staaten letztlich mit 3:1, obgleich NHL-Spieler Christian Ehrhoff Deutschland in Führung geschossen hatte. Der viel zu früh verstorbene Rosenheimer Torhüter Robert Müller hatte mit seinen überragenden Paraden lange Zeit für ein hervorragendes Resultat der deutschen Mannschaft gesorgt.

„Cordoba auf dem Eis„ für Österreich

„Wir kommen gerne wieder nach Rosenheim“, hatte Reindl damals verkündet – am 31. März 2011 war es dann wieder soweit. Und wie! Denn die deutsche Nationalmannschaft stellte den höchsten Sieg in der Rosenheimer Länderspielhistorie ein. Den „Lieblingsgegner“ Österreich besiegte die von Uwe Krupp als Coach angeführte DEB-Auswahl mit 7:0, als dreifacher Torschütze beim „Cordoba auf dem Eis“, wie das Oberbayerische Volksblatt damals titelte, setzte sich Adrian Grygiel in Szene. „Es war von Beginn an eine gute Stimmung, wir haben sehr viel Spaß gehabt“, meinte Reindl.

Patrick Hager trifft gegen Schweden

Einen ganz besonderen Moment hatte der bislang letzte Auftritt der DEB-Auswahl an der Mangfall: Im April 2016 musste man sich vor 4750 Fans zwar dem Team aus Schweden mit 1:3 geschlagen geben, Trainer Marco Sturm hatte aber mit Sinan Akdag und Patrick Hager zwei Akteure aufgeboten, die aus dem Rosenheimer Nachwuchs stammten. Mit Christoph Ullmann war auch ein Waldkraiburger für die deutsche Mannschaft, die bis zur 25. Minute ein 0:0 hielt, im Einsatz. Was der besondere Moment war? Der Ehrentreffer in der Schlussminute wurde von Hager erzielt.

Der ist diesmal nicht mit von der Partie, weil er noch mitten im Titelkampf der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) steckt. Mit Stefan Loibl, Samuel Soramies und dem Waldkraiburger Mario Zimmermann, der den Rosenheimer Nachwuchs durchlaufen hat, gibt es aber drei Spieler, die schon den Starbulls-Dress trugen, im DEB-Aufgebot. Vielleicht können sie ja an den Hager-Treffer anknüpfen...

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