Ein Playoff-Krimi mit unfassbarer Dramatik

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Weißwasser - Spannender und nervenaufreibender geht es nicht mehr: Doch mit eisernem Willen haben die Starbulls am Abend mit einem Overtime-Sieg das Saisonaus verhindert. *NEU: Videos*

Video: Die Spielhöhepunkte

Wenn dieses Spiel der Maßstab für den weiteren Playoff-Verlauf war, sollten sich die Starbulls-Fans ausreichend mit Baldrian-Tropfen und Herztabletten eindecken. Und an Nervenschwäche sollte man gewiss nicht leiden, wenn man sich die Partien der Grün-Weißen ansieht. Denn am Sonntag lieferten sich die Rosenheimer Eishockeyspieler beim 3:2 (0:1, 1:1, 1:0, 1:0)-Erfolg nach Verlängerung bei den Lausitzer Füchsen einen brutalen Playoff-Fight und haben die Pre-Playoff-Serie damit zum 1:1 ausgeglichen.

In einer Begegnung mit unfassbarer Dramatik, hohem Tempo, vielen Chancen und einem starken Timo Herden hing der Erfolg für die Oberbayern am seidenen Faden. Doch nach zweimaligem Rückstand, überstandenen Unterzahl-Situationen und teilweise viel Dusel avancierte schließlich Simon Fischhaber in der siebten Minute der Verlängerung zum Matchwinner.

Wieder schwacher Starbulls-Beginn

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Die Sonntagsspiele in der Statistik

Spielbericht der Lausitzer Füchse

Los ging die Partie – wie schon am Freitag in Spiel 1 – gar nicht gut aus Starbulls-Sicht. Weißwasser machte vor 2.337 Besuchern eine Menge Dampf und kam gleich zu Beginn durch Lukas Pozivil, Maxime Legault oder Andre Mücke zu guten Torchancen. Rosenheim hatte durch Kapitän Stephan Gottwald hingegen erst einmal nennenswert aufs Tor geschossen, als dem Kanadier Legault in der 11. Minute im Powerplay im Nachsetzen die zu diesem Zeitpunkt völlig verdiente Führung für die Blau-Gelben gelang.

„Wir haben das Spiel ähnlich schlecht wie am Freitag begonnen und anfangs zu viele Unterzahl-Situationen zugelassen“, befand Starbulls-Coach Franz Steer. In Minute 15 stand Danny Pyka alleine vor Timo Herden, doch der junge Rosenheimer Keeper ließ sich nicht überlisten.

Hohes Tempo, viel Dramatik

Die Fans empfingen die Spieler mit einem Plakat an der Stadionwand (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Nach dem ersten Wechsel blieb es eine Partie mit hohem Tempo und die Dramatik steigerte sich nahezu minütlich. Robert Schopf stand bei einem Schuss von Max Renner goldrichtig und markierte in der 24. Minute den wichtigen Ausgleich. Doch darüber konnten sich die Innstädter genau 47 Sekunden freuen. Dann düpierte Kevin Lavallee mit einer Klasseaktion zwei Verteidiger und bediente Scott King, der sich die Chance alleine vor Herden nicht entgehen ließ – 2:1 (25.). Es blieb in der Folge extrem spannend: Rosenheim hatte allerdings gegen Ende des Drittels Glück, bei Chancen von Lavallee oder Mücke nicht einen dritten Gegentreffer zu kassieren.

Ab dem letzten Abschnitt war es ein absoluter Krimi: Weißwasser setzte nun verstärkt auf die Defensive, was den Gästen Vorteile einbrachte. Hinzu kamen aus Sicht der Gastgeber umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen. Als mit Roberto Geiseler und Sean Fischer gleich zwei Füchse auf der „Sünderbank“ saßen, fasste sich Stephen Schultz ein Herz und donnerte den Puck zum überlebenswichtigen 2:2-Ausgleich in die Maschen (53.).

Fischhaber mit Siegtor

Im absoluten Finish stiegen Hektik und Dramatik ins schier Unermessliche. Chancen gab es auf beiden Seiten. Glück hatte Fabian Zick, der nach einem harten Check gegen Jens Heyer, der daraufhin benommen vom Eis gebracht werden musste, mit einer Zwei-Minuten-Strafe davonkam. Für solche Szenen hat es schon zur Genüge Spieldauer- oder gar Matchstrafen gegeben. Die finale Unterzahl überstanden die Starbulls jedoch unbeschadet und retteten sich somit in die Verlängerung.

Dort lauerten beide Klubs zunächst auf den vielleicht entscheidenden Fehler des Gegners. Diesen schienen zunächst die Starbulls zu machen, als sich Max Renner eine überflüssige Strafe wegen Beinstellens einhandelte. Im folgenden Powerplay nahm Weißwasser das Starbulls-Gehäuse unter Dauerbeschuss, doch dann drehten die Oberbayern den Spieß um: 20 Sekunden vor Ablauf der Strafe gegen Renner wurde Simon Fischhaber auf der linken Seite nicht entscheidend gestört und überraschte dann Boutin aus dem Handgelenk – da sah der Kanadier nicht gut aus, der Siegtreffer in der 67. Minute! Damit hatten die Starbulls ein alles entscheidendes drittes Spiel am Dienstag (19.30 Uhr) in Rosenheim erzwungen!

"Gar nicht gut für meinen Blutdruck!"

„Wir haben eigentlich sehr gut begonnen, aber die Chancenverwertung war zu gering. Mein Team hat aber wieder gut gearbeitet, von daher bin ich sehr zuversichtlich für Dienstag“, meinte Füchse-Coach Dirk Rohrbach, der zur Leistung der Referees keinen Kommentar abgeben wollte.

„Nach dem 1:1 haben wir besser ins Spiel gefunden. Timo hat zudem überragend gehalten. Ab dem letzten Drittel war es ein richtiger Playoff-Fight, den die glücklichere Mannschaft für sich entschieden hat“, so Steer. Vielleicht geht der Rosenheimer Coach derweil bis Dienstagabend auch in der Apotheke einkaufen, denn er musste zugeben: „Für meinen Blutdruck war dieses Spiel gar nicht gut!“

Video: Die Stimmen der Trainer

Das Spiel in der Statistik:

Lausitzer Füchse – Starbulls Rosenheim 2:3 n.V. (1:0, 1:1, 0:1, 0:1) 

Tore: 1:0 (11.) Maxime Legault (Andre Mücke – Überzahl-Tor), 1:1 (24.) Robert Schopf (Max Renner, Fabian Zick), 2:1 (25.) Scott King (Kevin Lavallee, Sean Fischer), 2:2 (53.) Stephen Schultz (Tim Kunes, Tyler McNeely – Überzahl-Tor 2), 2:3 (67.) Simon Fischhaber (ohne Assist – Unterzahl-Tor – GWG).

Schiedsrichter: Elvis Melia (Grefrath) und Sascha Westrich (Zweibrücken).

Strafen: Weißwasser 14 - Rosenheim 22.

Zuschauer: 2.337.

redro24/mw

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Screenshot YouTube

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