Abschied von Fußball-Legende Ottmar Walter

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Der Vorstandsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern, Stefan Kuntz, hält während einer öffentlichen Trauerfeier für den verstorbenen Ottmar Walter eine Rede.

Kaiserslautern - Hunderte Menschen haben am Donnerstag Abschied von Fußball-Legende Ottmar Walter genommen. Bei einer bewegenden Trauerfeier im Fritz-Walter-Stadion wird das Leben und Wirken des Weltmeisters von 1954 noch einmal gewürdigt.

Stefan Kuntz kämpfte mit den Tränen, als er Ottmar Walter einen letzten Gruß nachrief. Und auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach war beim Abschied von der Fußball-Legende sichtlich bewegt. „Er hinterlässt uns ein großes Erbe. Werte wie Anstand, Bescheidenheit, Dankbarkeit und Fairness. Wir werden ihn nie vergessen“, würdigte Niersbach den am vergangenen Sonntag im Alter von 89 Jahren verstorbenen Walter.

Für Kuntz war und bleibt Walter ein Vorbild, an dem sich die Menschen noch heute orientieren können. „Bei den Weltmeistern von 1954 gab es Teamgeist, keinen Neid. Die Art und Weise, wie er und seine Teamkollegen mit der Bedeutung des WM-Titels umgegangen sind, muss ein roter Faden sein für alle Zeiten. Deshalb werden wir dich vermissen“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern mit tränenerstickter Stimme. Zu der bewegenden Trauerfeier am Donnerstag im Fritz-Walter-Stadion hatten sich neben Ottmar Walters Familie jahrelange Wegbegleiter wie die einzigen noch lebenden Mitwirkenden am „Wunder von Bern“, Hans Schäfer und Horst Eckel, sowie zahlreiche Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Sport versammelt. Zuvor war der Weltmeister von 1954 auf dem Städtischen Friedhof in Kaiserslautern beigesetzt worden.

„Er war ein Mann, der für unser Land Geschichte geschrieben hat und selbst ein Teil dieser Geschichte geworden ist“, betonte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Für Niersbach ist der WM-Sieg von Bern der „eigentliche Grundstein für alles, was der DFB heute darstellt. Alles was war oder noch kommt wird überstrahlt vom 'Wunder von Bern'“, sagte der DFB-Boss.

Abgehoben habe Walter, der Träger des Bundesverdienstkreuzes war, deshalb jedoch nie. Der Pfälzer, der mit seinem Heimatverein 1951 und 1953 deutscher Meister wurde und in 321 Pflichtspielen für den FCK die bis heute unerreichte Anzahl von 336 Toren erzielte, blieb stets bescheiden. „Er hätte sich Allüren leisten können. Aber das war nicht seine Sache“, erklärte Niersbach.

Die Lauterer haben ihren Rekordtorjäger schon zu dessen Lebzeiten geehrt, indem sie einen Eingang zum Fritz-Walter-Stadion Ottmar-Walter-Tor nannten. Für Niersbach steht fest: „Wir werden ihn nie vergessen. Er war, ist und bleibt ein Freund.“

dpa

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