"Grundsätzliche Einigung"

Bayern bestätigt: Gomez wechselt nach Florenz

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Der Wechsel von Mario Gomez zum AC Florenz steht bevor.

Riva del Garda - Der FC Bayern hat sich mit dem AC Florenz auf einen Wechsel von Stürmer Mario Gomez geeinigt. Karl-Heinz Rummenigge spricht von einer "fairen Basis" für alle Parteien.

Mario Gomez dürfte doch sehr erleichtert gewesen sein. Am Montagnachmittag wurde er im luxuriösen Hotel Lido Palace am Gardasee zu einem Gespräch gebeten, um seine Abreise aus dem Trainingslager des FC Bayern vorzubereiten. Kurz zuvor hatte der Triple-Gewinner mitgeteilt, dass der 27 Jahre alte Nationalspieler bereits drei Jahre vor Ablauf seines Vertrages aus München fortgeht, genau genommen: flüchtet. „Es war der Wunsch von Mario Gomez, den FC Bayern Richtung Florenz zu verlassen. Wir haben seinem Wunsch nun entsprochen“, sagte Klub-Chef Karl-Heinz Rummenigge.

Am späten Montagnachmittag verließ Gomez dann das luxuriöse Hotel Lido Palace am Nordufer des Gardasees. Er gehe „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagte er im Interview mit fcb. tv und betonte, es sei „eine schwierige Entscheidung für mich gewesen, den besten Verein der Welt zu verlassen“, es sei ein „großer Schritt, jetzt wegzugehen“. Seine Begründung für den Wechsel war zu erwarten: „Ich liebe den Fußball und wollte einfach mehr spielen.“ Beim FC Bayern hatte ihm Mario Mandzukic den Rang abgelaufen. Trotz seiner Tore wäre Gomez wohl auch unter dem neuen Trainer Pep Guardiopla nicht mehr kompatibel gewesen mit der Spielweise des FC Bayern.

Rummenigge hatte zuvor in einem Telefongespräch mit Andrea Della Valle, Klub-Chef der Fiorentina, eine „grundsätzliche Einigung“ über den Transfer erzielt. Er muss nun in den nächsten „ein, zwei Wochen“ noch schriftlich fixiert werden, wie Mediendirektor Markus Hörwick mitteilte. Gomez wird beim Europa-League-Teilnehmer einen Vertrag bis 2017 unterschreiben. Er soll mit 4,6 Millionen Euro netto pro Jahr dotiert sein. Als Ablöse ist eine Summe von 15 bis 18 Millionen Euro im Gespräch. Ein wesentlich lukrativeres Angebot des SSC Neapel lehnte Gomez angeblich ab.

Für Gomez geht damit eine Leidenszeit zu Ende, die spätestens am 7. August 2012 mit einer Operation am Sprunggelenk begonnen hatte - er verlor danach seinen Stammplatz an Mandzukic und konnte ihn nicht mehr zurückerobern. In der abgelaufenen Saison kam er daher in der Bundesliga noch auf 21 Einsätze, aber nur neunmal spielte er dabei von Beginn an. „Es ist klar, dass das kein Dauerzustand sein kann. Mario hätte es verdient, wenn der Trainer auf ihn setzt“ - so sagte es Gomez-Berater Uli Ferber im April. Es änderte sich: nichts. Gomez blieb eine Alternative. Mehr nicht.

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Im Endspiel um den DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart (3:2), von dem er 2009 für die damalige Rekordsumme von 35 Millionen Euro nach München gewechselt war, spielte Gomez noch einmal eine Hauptrolle - er traf zum 1:0 und zum 2:0. Es waren seine letzten beiden Treffer für den FC Bayern, insgesamt brachte er es in den 174 Pflichtspielen für den Rekordmeister auf 115 Tore. Doch bereits an jenem 1. Juni in Berlin schien klar: Das war es mit Gomez und dem Triple-Sieger. Bei seiner Auswechslung in der 62. Minute verabschiedete er sich von den Mitspielern und dem Publikum - so, als kehre er nicht zurück.

Gomez wollte weg, das war klar, ins Trainingslager allerdings musste er erst mal noch mit. Die Situation machte ihm erkennbar zu schaffen - Gomez wirkte auf dem Trainingsplatz in Arco bereits wie ein Fremdkörper. Er schien nicht den Eindruck zu haben, als könne er, ein etwas aus der modernen Zeit gefallener Torjäger, beim neuen Trainer Pep Guardiola eine neue Chance in München bekommen. Darüber hinaus handelte er sich noch eine Geldstrafe ein, weil er mit einer Baseball-Cap herumgelaufen war, die nicht vom Ausrüster des FC Bayern stammte.

In Florenz kann sich Gomez nun als Stammspieler auch für die WM 2014 in Brasilien empfehlen. In bislang 57 Länderspielen hat er 25 Treffer erzielt. Es sollen noch ein paar dazukommen.

sid/dpa

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