Prügel-Vorfall um Innenverteidiger

Bericht: Spahic vor Rauswurf bei Bayer

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Emir Spahic und Bayer-Trainer Roger Schmidt werden in Zukunft wohl getrennte Wege gehen.

Mainz - Emir Spahic ist bei Bayer Leverkusen unten durch. Nach der Prügelei mit Vereinsordnern im Anschluss an das Pokal-Aus gegen München droht dem Innenverteidiger der Rausschmiss beim Werksclub.

Die Akte Emir Spahic ist beim Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen so gut wie geschlossen. Geschäftsführer Michael Schade kündigte für Montag eine Entscheidung des Clubs in der Prügel-Affäre um den Innenverteidiger an. Der in Köln erscheinende „Express“ und die „Bild am Sonntag“ wollen erfahren haben, dass die fristlose Trennung von dem Bosnier bereits beschlossen sein soll. Juristen arbeiteten am Wochenende mit Hochdruck an einer Lösung.

Die Vorwürfe gegen den 34-Jährigen wiegen schwer. Ein Video entlarvte den Kopfstoß des Bosniers gegen einen Bayer-Ordner nach dem Aus im DFB-Pokal am Mittwoch gegen Bayern München. Dem Sicherheitsmann wurden einige Zähne ausgeschlagen. Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen schwerer Körperverletzung. Auch der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes ist aktiv. Laut DFB-Sprecher Ralf Köttker soll Spahic bis Anfang der Woche eine Stellungnahme abgeben.

Unten durch ist der Innenverteidiger bei seinen Mitspielern. Fans hielten ihm vor dem Anpfiff in Mainz mit dem Banner „Emir einer von uns“ die Stange, Kapitän Simon Rolfes ging jedoch klar auf Gegenkurs. „Wir haben heute auch für den Ordner gesiegt. Wir als Mannschaft wünschen ihm alles Gute. Er ist ein Mitglied der Bayer-Familie.“ Auch Trainer Roger Schmidt, der wie alle schockiert von der Brutalität der Spahic-Attacke ist, steht einer Wiedereingliederung kritisch gegenüber. „Der Weg zurück in die Mannschaft ist sehr fragwürdig“, erklärte der Bayer-Coach am Samstagabend im ZDF-Sportstudio.

Spahic steht bei Bayer noch bis zum Juni 2016 unter Vertrag. Der 34-Jährige ist kein unbescholtener Spieler in der Fußball-Bundesliga. In Zweikämpfen schont er weder sich noch seine Gegenspieler. In der laufenden Runde war der Innenverteidiger bereits zweimal mit Gelb-Rot vom Platz geflogen. Im April vor einem Jahr zahlte er 15 000 Euro Strafe, weil er einem Gegenspieler den Mittelfinger gezeigt hatte.

Schade unterstrich, dass Bayer alles für eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle tun werde. „Wir haben alles an die entsprechenden Stellen übergeben, noch bevor wir die Bilder gesehen haben. Alle waren erschrocken.“ Trainer Roger Schmidt führte Gespräche mit der Mannschaft.

dpa

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