Trotz TV-Solidarpakt

Einkommensschere wird immer größer

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Scheffeln jede Menge Geld: die Bayern

München - Bayern und Dortmund kassierten aus Bundesliga-TV-Geldern und Erlösen in der Champions League rund 100 Millionen Euro, Absteiger Fürth nur knapp 13 Millionen. Die Einkommensschere wird immer größer.

Die Kluft zwischen Arm und Reich im deutschen Profi-Fußball wird größer - obwohl bei der Verteilung der Bundesliga-TV-Gelder Solidarität großgeschrieben wird. Die Branchen-Größen, Triple-Gewinner Bayern München und Champions-League-Finalist Borussia Dortmund, schöpften bei den nationalen Fernseheinnahmen natürlich den Rahm ab.

Die Bayern verdienten laut fernsehgelder.de 25.834.556 Euro, Vizemeister Dortmund immerhin noch 25.074.716. Werden noch die rund 70 Millionen der beiden Klubs aus der Königsklasse dazu gezählt sowie die Einnahmen aus dem DFB-Pokal, ist der Dritte Bayer Leverkusen als Tabellenfünfter des Vorjahres mit den Einnahmen aus der Europa League und 24.314.876 Euro aus der Bundesliga schon fast ein armer Schlucker. Die Reichen werden reicher, die Armen bleiben arm - oder werden noch ärmer.

DFL-Chef Christian Seifert weiß genau, dass die Einflussnahme vonseiten der Deutschen Fußball Liga eher begrenzt ist: „Klar ist: Auf nationaler Ebene lassen sich die enormen Erlöse in der Champions League nicht ausgleichen“, sagte der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung unlängst dem kicker: „Natürlich muss sich die UEFA (Europäische Fußball-Union, d.Red.) Gedanken machen, wie es weitergehen soll. Denn es ist offensichtlich, dass sie durch ihren derzeitigen Verteiler-Mechanismus massive Eingriffe vornimmt mit Blick auf die nationalen Wettbewerbe.“

Dass künftig die Top-Teams vielleicht nicht mehr die höchsten Zahlungen aus der Inlands-TV-Vermarktung erhalten und damit die Konkurreten quasi „subventioniert“ werden, ist für Liga-Präsident Reinhard Rauball keine Option. „Das höchste Gut, das wir haben, ist der freie Wettbewerb, nicht der gesteuerte“, sagte der 66-Jährige im SID-Interview und verweist auf die Entwicklung seiner Borussia nach der Fast-Insolvenz vor rund acht Jahren.

„Wir waren nahezu insolvent und haben uns aus eigener Kraft wieder entwickelt zu einem Verein, der sich in Wembley weltweit den Zuschauern präsentieren konnte. Daran sieht man, dass mit Fantasie, mit Disziplin, aber auch mit einer nötigen Portion Glück ein solcher Weg beschritten werden kann“, betonte Rauball, der Präsident von Borussia Dortmund.

Das Leistungsprinzip soll bei der Verteilung der Gelder aus der Bundesliga-TV-Vermarktung nicht außer Kraft gesetzt werden. Andererseits: Selbst Absteiger SpVgg Greuther Fürth kassierte noch 12.917.218 Euro. Das ist exakt die Hälfte dessen, was die Bayern erhielten.

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Und wer ehrlich die Fernsehpräsenz der Bayern mit denen der Fürther vergleicht, muss zugeben, dass der Absteiger da noch ganz gut wegkommt. In der Liga funktioniert die Solidarität, wobei vier Saisons in die Abrechnung mit einfließen. Wobei die vergangene Spielzeit einen höheren Stellenwert besitzt als die erste Saison, die in der Berechnung berücksichtigt wird.

Die TV-Gelder werden nach einem kompexen Schlüssel verteilt, der mit der Einfachheit des Fußballs nichts mehr zu tun hat. Von den 438,7 Millionen Euro, die der Profifußball für die Saison 2012/13 erhalten hat, gehen 70,5 Prozent an die Bundesliga, lediglich 20,5 Prozent an die 2. Liga.

Das führt dazu, dass Aufsteiger Hertha BSC nur 7.721.120 Millionen Euro erhalten hat - also über fünf Millionen weniger als Absteiger Fürth. Der 1. FC Kaiserslautern jedenfalls - in der Relegation an 1899 Hoffenheim gescheitert - hat nur 6.668.240 Millionen abgegriffen, Hoffenheim, der Tabellen-16. der ersten Liga, aber 14.436.958.

sid

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