"Ihr werdet bei WM Glück brauchen"

Dänen-Coach Olsen ätzt gegen Engländer

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Dänemarks Trainer Morten Olsen.

Frankfurt/Main - Brasilien, Spanien und Frankreich feierten am Mittwoch allesamt Siege und konnten zum Teil gegen starke Teams beeindrucken. Zwischen England und Dänemark gab es Misstöne: der Überblick.

WM-Gastgeber Brasilien setzte wie Titelverteidiger Spanien und Frankreich ein Ausrufezeichen - hinter England steht ein dickes Fragezeichen: Gut drei Monate vor dem Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft (12. Juni bis 13. Juli 2014) haben die meisten Schwergewichte der Szene Selbstvertrauen getankt. Andere, wie zum Beispiel die deutschen Gruppengegner USA und Ghana, suchen noch nach ihrer Form.

Die Selecao indes untermauerte auch dank des Dreifachtorschützen Neymar (41./46./90.) beim 5:0 (2:0) im Auswärtsspiel in Südafrika ihre Ambitionen auf den Titel bei der Heim-WM. „Wir haben Spieler, die Partien entscheiden können“, sagte Brasiliens Nationalcoach Luiz Felipe Scolari mit Blick auf Barcelonas Superstar Neymar. Allerdings wollte der 65-Jährige die Favoritenrolle seines Teams nicht überbewerten: „Es gibt auch andere gute Mannschaften mit Chancen.“

So wie zum Beispiel Titelverteidiger Spanien, der den letzten Test vor der Nominierung des erweiterten WM-Aufgebots mit 1:0 (0:0) gegen allerdings schwache Italiener gewann. Ex-Weltmeister Frankreich mit dem genesenen Franck Ribery (Bayern München) überraschte durch ein 2:0 (2:0) gegen die zuvor in 17 Spielen unbesiegten Niederländer. „Glücksgefühle vor dem Abenteuer“, titelte L'Equipe.

Dagegen mussten die verjüngten Engländer trotz eines 1:0 (0:0) gegen Dänemark Spott ertragen. „Ich wünsche euch viel Glück bei der WM. Ihr werdet es brauchen“, ätzte Dänemarks Trainer Morten Olsen in Richtung der Three Lions.

Englands Teammanager Roy Hodgson war darüber „not amused“ und konterte: „Heute haben wir jedenfalls kein Glück gebraucht, um zu gewinnen.“ Mitfavorit Argentinien kam derweil mit einem blassen Lionel Messi (FC Barcelona) trotz vieler Chancen nicht über ein torloses Unentschieden in Rumänien hinaus.

Von den drei deutschen Gruppengegnern konnte indes nur Portugal überzeugen. Das Team um Weltfußballer Cristiano Ronaldo, am 16. Juni Auftaktgegner der DFB-Elf, zeigte sich beim 5:1 (1:1) gegen die von Volker Finke trainierten Kameruner in Torlaune. Real-Madrid-Star Ronaldo traf zweimal (21./83.). Dagegen kassierten Ghana mit Schalkes Kevin-Prince Boateng (0:1 in Montenegro) sowie die USA mit Trainer Jürgen Klinsmann (0:2 gegen die Ukraine) jeweils Niederlagen.

Ex-Nationalspieler Klinsmann, in dessen Startelf die Bundesliga-Profis John Anthony Brooks (Hertha BSC) und Fabian Johnson (1899 Hoffenheim) standen, wollte dies allerdings nicht als Rückschlag werten. „Dieses Spiel hat uns geholfen zu sehen, wo wir stehen. Ich war froh, dass wir die Möglichkeit hatten, die neue Abwehrreihe zu testen“, sagte Klinsmann und blickte mit Vorfreude dem Duell gegen Jogi Löw am 26. Juni entgegen: „Da steckt natürlich Extra-Brisanz drin.“

Brasiliens Gruppenkontrahent Kroatien ertrotzte im Auswärtsspiel gegen WM-Teilnehmer Schweiz ein 2:2 (1:1). Der Nürnberger Josip Drmic erzielte zweimal die Führung für die von Ottmar Hitzfeld trainierten Eidgenossen. Wolfsburgs Ivica Olic glich jeweils für die Kroaten aus.

Der in der zweiten Halbzeit eingewechselte Ribery gab in der Equipe Tricolore sein Comeback nach knapp vierwöchiger Pause wegen einer Gesäß-Operation. Frankreichs Trainer Didier Deschamps war nach dem Prestigeerfolg gegen die Niederländer durch Treffer von Karim Benzema (32.) und Blaise Matuidi (41.) zufrieden. „Es bedeutet jetzt nicht, dass wir plötzlich zu den WM-Favoriten gehören. Aber wir konnten unseren Aufschwung fortsetzen“, sagte Deschamps. Le Parisien jubelte: „So lieben wir Les Bleus.“

Unzufrieden zeigte sich dagegen Italiens Coach Cesare Prandelli nach der Pleite in der Neuauflage des EM-Finals. „Spanien ist viel stärker als wir. Der Unterschied in der Physis war für uns peinlich“, haderte der 56-Jährige.

sid

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