Dieter Hoeneß über Umgang mit Bruder Uli

"Das gleicht einer öffentlichen Hinrichtung"

+
Dieter Hoeneß im Doppelpass

München - Dieter Hoeneß hat am Sonntag seinem Bruder Uli eindrucksvoll den Rücken gestärkt. Er kritisierte den öffentlichen Umgang mit dem Bayern-Präsidenten und verglich ihn mit einer Hinrichtung.

In der Steueraffäre um Uli Hoeneß hat sein Bruder Dieter den Umgang der Öffentlichkeit mit dem Bayern-Präsidenten als „Unverschämtheit“ bezeichnet. „Was mich an dieser Geschichte stört, ist, dass es einer öffentlichen Hinrichtung gleicht - das hat Uli nicht verdient“, sagte Dieter Hoeneß am Sonntag in der TV-Sendung „Doppelpass“ bei Sport1. Uli Hoeneß muss sich wegen Steuerhinterziehung im März vor dem Münchner Landgericht verantworten. Im Frühjahr war die Selbstanzeige des Patrons des Fußball-Bundesligisten FC Bayern München bekanntgeworden.

„Uli leidet seit Monaten total. Die öffentlichen Prügel hat er nicht verdient“, sagte Dieter Hoeneß. Der frühere Bundesliga-Manager betonte, die Selbstanzeige seines Bruder sei „zu Unrecht an die Öffentlichkeit geraten“. Der Bayern-Vereinschef habe zweifellos einen „Riesenfehler“ begangen. „Er ist aber ein Mann mit hoher Integrität, der nicht fehlerfrei ist, wie keiner von uns“, sagte Dieter Hoeneß.

Zuletzt hatte Uli Hoeneß mit seinen Tränen wegen des Zuspruchs der Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern Schlagzeilen gemacht. Der Club-Präsident kündigte an, nach dem Urteil in seinem Steuer-Prozess in einer außerordentlichen Versammlung den Mitgliedern die Vertrauensfrage zu stellen.

Die wichtigsten Aussagen anbei: Dieter Hoeneß bei "Der Volkswagen Doppelpass" im Wortlaut:

...über seinen Bruder Uli Hoeneß: „Der Umgang mit Uli ist eine Unverschämtheit! Dieses Thema ist zu Unrecht an die Öffentlichkeit geraten. Das ist eine Straftat, das Steuergeheimnis zu verletzen. Dass Uli Steuern hinterzogen hat, ist überhaupt keine Diskussion. Was mich an dieser Geschichte stört, ist, dass es einer öffentlichen Hinrichtung gleicht - das hat Uli nicht verdient. Er hat einen Riesenfehler gemacht, er ist aber ein Mann mit hoher Integrität, der nicht fehlerfrei ist, wie keiner von uns. [...] Mich hat es überhaupt nicht überrascht, dass es ihn bei der Jahreshauptversammlung überwältigt hat, weil er emotionell in einer totalen Ausnahmesituation ist. Seit Monaten schwebt dieses Damoklesschwert über ihm. Ich will da gar kein falsches Mitleid wecken. Uli leidet seit Monaten total. Die öffentlichen Prügel hat er nicht verdient."

Steuer-Affäre Hoeneß - eine Chronologie

Steuer-Affäre Hoeneß - eine Chronologie

…über Philipp Lahms neue Position im Mittelfeld: „Für mich ist Philipp der beste Rechtsverteidiger der Welt. Ich finde es schade, wenn Lahm im Mittelfeld spielt, man beraubt sich einer Waffe. Wir haben schon Möglichkeiten im defensiven Mittelfeld mit den Benders, Schweinsteiger und Gündogan. Lahm spielt rechts deutlich besser."

...über den Kreuzbandriss von Sami Khedira: „Khedira hat Qualitäten als Sechser, die auch ein Schweinsteiger nicht hat. Er ist unglaublich zweikampfstark, unglaublich robust. Und das wird das Problem, gerade diese Qualität von Khedira, der abräumen kann, zu ersetzen. Das kann auch Lahm nicht."

...über die Stürmer der Nationalmannschaft: „Gegen Klassemannschaften musst du mit einem richtigen Stürmer spielen. Max Kruse ist keine schlechte Lösung. Gomez ist nicht fit, Miroslav Klose ist nicht mehr ganz jung, das ist natürlich auch eine Gefahr. Gerade vor diesem Hintergrund habe ich nicht verstanden, warum Stefan Kießling nicht ausprobiert wird, denn in Leverkusen macht er es sehr gut. Es kann ja auch sein, dass zur WM kurzfristig ein Stürmer ersetzt werden muss - und dann muss man Kießling bringen."

dpa

Zurück zur Übersicht: FC Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser