Vor dem Spiel bei Benfica Lissabon

Mit Hoeneß in die "Hölle" - danach ein Glas Wein

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Uli Hoeneß am Flughafen München vor dem Abflug nach Lissabon. 

München/Lissabon - Bayern München setzt in Lissabon auf sein unerschütterliches Selbstvertrauen - und einen besonderen Glücksbringer.

Uli Hoeneß schlenderte mit einer schwarzen Stofftasche in der Hand und seiner Frau Susi an der Seite durch Terminal 2 des Münchners Flughafens. Der ehemalige Präsident hatte ein fast schüchternes Lächeln aufgesetzt, als er von vielen Fans nach Fotos und Autogrammen gefragt wurde. Doch die vornehme Zurückhaltung von Edelfan Hoeneß sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bayern am Dienstagnachmittag gewohnt siegessicher in die „Hölle“ nach Lissabon flogen. 

Dass dem deutschen Fußball-Rekordmeister bei der Triple-Jagd und auf dem Weg ins fünfte Halbfinale der Champions League in Serie schon im Hexenkessel Estadio da Luz das Licht ausgeht, glaubt in der Tat kein Münchner. Das Kreuz der Bayern sei breit, betonte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor dem Abflug von LH 2570 zum Viertelfinal-Rückspiel bei Benfica am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF und Sky, bei uns im Live-Ticker). 

Sammer und Rummenigge mahnen

„Das 1:0 ist kein Ruhekissen, aber auch kein Ergebnis, dass wir die Hosen voll haben müssten. Wir haben ganz ordentliche Voraussetzungen, dass wir die nächste Runde erreichen“, ergänzte Rummenigge. Die zuletzt meist nur dürftigen Vorstellungen der Mannschaft von Trainer Pep Guardiola sollen Geschichte sein. 

Sportvorstand Matthias Sammer warnte das Team jedoch vor Arroganz. In Lissabon „erwartet uns die Hölle, der Enthusiasmus ist extrem, darauf sollten wir vorbereitet sein“. Bei den jüngsten Auftritten - auch gegen Benfica - habe er „ein, zwei Prozent Lust, Gier, Leichtigkeit und Freude“ vermisst, meinte Sammer, Kritik an der Mannschaft wies er jedoch zurück. Was die Ergebnisse angehe, sei der FC Bayern derzeit „einzigartig in Europa“. Dies sei „lamentieren auf ganz hohem Niveau“, unterstrich Rummenigge. Dennoch, so Sammer, sei „natürlich Druck auf dem Kessel“. 

Sammer: "Freue mich, dass Hoeneß dabei ist"

Das sieht wohl auch Glücksbringer Hoeneß so, der sich auf seiner ersten Champions-League-Reise seit über zwei Jahren aber nicht äußern wollte. Dass der langjährige Macher wieder zur Delegation gehört, zeige „die Wucht und die Kraft, mit der der FC Bayern in Lissabon auftreten will“, meinte Sammer. „Ich freue mich, dass er dabei ist. Es wäre schön, wenn wir nach einem Weiterkommen mit einem Glas Wein anstoßen könnten“, fügte Rummenigge an. 

Hoeneß drückt auf der Ehrentribüne die Daumen, auf dem Platz erwartet Verteidiger Juan Bernat einen „Krieg“. Doch Kapitän Philipp Lahm zweifelt vor seinem 103. Spiel in der Königsklasse (deutscher Rekord) „nicht daran“, dass der FC Bayern zum fünften Mal in Folge die Vorschlussrunde erreicht. Obwohl er weiter auf Superstar Arjen Robben und Abwehrchef Jerome Boateng verzichten muss. Obwohl das Sturmduo Robert Lewandowski und Thomas Müller schwächelt. 

Vier Bayern-Stars mit Gelb vorbelastet 

„Wir wissen, was wir besser machen müssen, aber wir müssen aufpassen“, sagte Lewandowski. Der Pole wäre wie Bernat, Joshua Kimmich und Arturo Vidal bei der nächsten Gelben Karte gesperrt. Die Münchner, denen der Halbfinal-Einzug weitere zwölf Millionen Euro Einnahmen sichern würde, gehen zum sechsten Mal mit einem 1: 0-Polster in ein Auswärtsspiel - dreimal kamen sie weiter. Eine knappe Niederlage mit einem eigenen Tor würde den Bayern, die keines ihrer letzten sechs K.o.-Duelle auf fremden Plätzen gewannen, reichen. 

Benfica will vor 66.000 Fans „mit ganzem Herzen“ dagegenhalten, wie der ehemalige Duisburger und Gladbacher Kostas Mitroglou versprach. Lissabon muss aber auf Mitroglous Sturmpartner Jonas (32 Saisontore) verzichten.

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sid

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