Doch es gibt ein Aber ...

Kein „erstrebenswertes Ziel“? Hasenhüttl gibt FC Bayern einen mit - auch wegen Kovac

Der FC Bayern ist der „Ritterschlag“ für jeden Trainer - das sagt auch Star-Coach Ralph Hasenhüttl. Und hat doch Kritik am großen FCB parat.

Hamburg/München - Als 2018 und 2019 beim FC Bayern neue Trainer gesucht wurden, da fiel auch sein Name: Ralph Hasenhüttl zählt spätestens seit seiner Zeit bei RB zu den Premium-Namen unter den deutschsprachigen Trainern. Und eigentlich war der Gedanke ja auch nicht abwegig - Hasenhüttl kickte selbst einmal für die Bayern Amateure und gilt spätestens seit seinen Jahren bei der SpVgg Unterhaching als in der Region München gut verwurzelt.

Ob das Thema Hasenhüttl an der Säbener Straße noch einmal aktuell wird? Mit kritischen Worten just zur ruhigen Weihnachtszeit hat der Österreicher diese Wahrscheinlichkeit vermutlich nicht erhöht.


FC Bayern München: Kritik von Hasenhüttl - FCB kein „erstrebenswertes Ziel“ für Trainer?

Denn Hasenhüttl hat sich nun in einem Interview kritisch zum Umgang mit Trainern beim großen FCB geäußert. "Der FC Bayern ist so etwas wie der Ritterschlag für jeden Trainer in Deutschland", sagte der 52-Jährige, der aktuell den englischen Premier-League-Klub FC Southampton coacht, im Interview mit Spiegel Online

Das große Aber folgte: Fraglich sei, "ob der FC Bayern für einen Trainer ein erstrebenswertes Ziel ist", stichelte Hasenhüttl.


Das Double ist nicht genug - Hasenhüttl erinnert an das Schicksal von Ex-Bayern-Coach Niko Kovac

Vor allem den Erfolgsdruck bei den Münchenern kritisierte der ehemalige Trainer von RB Leipzig. "Was muss ein Bayern-Trainer gewinnen, ehe er die Anerkennung kriegt, die er verdient hat? Das Double? Dass das nicht genügt, hat man gerade erst bei Niko Kovac erlebt", sagte Hasenhüttl. Kovac war nach dem zehnten Spieltag der laufenden Saison entlassen worden, obwohl er in der vorherigen Spielzeit die Meisterschaft und den DFB-Pokal gewonnen hatte - auch zum Unmut einiger Fans.

Trotz Double und Weißbierdusche: Niko Kovacs Zeit als Cheftrainer beim FC Bayern war schnell wieder beendet.

Ein Engagement bei den Bayern in Zukunft wollte Hasenhüttl aber nicht komplett ausschließen. "Das ergibt nur dann Sinn, wenn es wahrscheinlich die letzte Stufe der eigenen Entwicklung ist", sagte er.

Ralph Hasenhüttl: Rekordniederlage mit Southampton bleibt haften

Hasenhüttl hatte zuletzt aber ohnehin eher mit einem schmerzlichen Misserfolg Schlagzeilen gemacht. Die Rekordniederlage seines FC Southampton im Oktober gegen Ex-Meister Leicester City beschäftigt ihn nach eigenen Angaben immer noch.

„Das 0:9 werden wir nicht mehr los, daran wird man sich wahrscheinlich immer erinnern“, meinte er in dem Gespräch. Er habe nach der höchsten Heimniederlage eines Clubs in der Premier League seiner Mannschaft „die Wahrheit“ gesagt: „Dass wir nun mit diesem Makel leben müssen.“ Im Scherz sagte der frühere Trainer von RB Leipzig, FC Ingolstadt und VfR Aalen: „Wer ein 0:9 überlebt, verliert sämtliche Ängste.“

Neben FC-Bayern-Kritik - Hasenhüttl mahnt: „Man kann in dieser Liga Spiele verlieren“

Hasenhüttl ist seit Anfang Dezember 2018 für das Team verantwortlich. Vor dem Spieltag am zweiten Weihnachtsfeiertag stand er mit Southampton auf dem 17. Platz und damit unmittelbar vor den Abstiegsrängen - schaffte aber eine Überraschung gegen Chelsea. Der ehemalige Profi des 1. FC Köln mahnt zur Geduld: „Ich würde mir auch wünschen, dass es schneller geht. Doch nach guten Phasen gab es immer wieder Rückschläge.“ 

Das Problem in der Premier League sei, dass die Qualität der gegnerischen Spieler so groß sei. „Sie brauchen teils nur ein, zwei Chancen, um dir eiskalt die Schwachstellen aufzuzeigen. Selbst mit guter Organisation und perfektem Ablauf kannst du in dieser Liga Spiele verlieren.“ 

Nur mit dem FC Bayern ist das eben nicht erlaubt: Spiele verlieren. Vergleichweise gut im Griff hatte dieses Problem zuletzt aber Interims-Coach Hansi Flick.

SID/dpa/fn

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