Nach Spiel in Augsburg

"Lächerliche Diskussion!" Sammer mit Wutrede

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Matthias Sammer.

Augsburg - Bayern München setzt trotz gewisser Ermüdungserscheinungen seinen Erfolgsweg fort. Matthias Sammer ist dennoch genervt - und das nicht wegen Arjen Robbens Verletzung.

Die miese Laune von Matthias Sammer dürfte sich am Donnerstag noch einmal verschlechtert haben. Nachdem sich der Sportvorstand schon am Vorabend nach dem 2:0 (1:0) des FC Bayern München im DFB-Pokal-Achtelfinale beim FC Augsburg in Rage geredet hatte, ereilten ihn am späten Donnerstagvormittag auch noch ganz schlechte Nachrichten von Arjen Robben. Dessen Knieverletzung ist schlimmer als zunächst befürchtet. Der 29-Jährige wird dem Triple-Sieger im Weihnachts-Endspurt, vor allem aber bei der Klub-WM, fehlen, was die Sorgen von Trainer Pep Guardiola noch einmal vergrößert.

Sammer-Wutrede nach dem Spiel

Als Robben mit seinem lädierten Knie längst in der Klinik war, ging Matthias Sammer nach dem Pokalsieg in die Verlängerung. Der Sportvorstand ereiferte sich in den Katakomben der Augsburger Arena über „lächerliche Schein-Diskussionen“ um die vermeintlich erdrückende Übermacht des FC Bayern.

„Mich stört, dass man eine blöde Diskussion führt, wonach der Sieger automatisch feststeht, wenn Bayern München aufs Feld läuft“, schimpfte Sammer. Fakten wie das Verletzungspech, das durch Robben frisch bestätigt wurde, würden beim Bundesliga-Primus im Gegensatz zu anderen Clubs (Borussia Dortmund?) in der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend ausgeblendet. „Mir kommt viel zu kurz in letzter Zeit, auch anzuerkennen, dass wir ein großes Ausmaß an Spielern ersetzen mussten und täglich sehr hart arbeiten“, mäkelte Sammer. Er wünsche, „dass man das einfach auch mal anerkennt, wenn wir so gut spielen und gute Ergebnisse erzielen und nicht irgendein dummes Zeug geredet wird rund herum.“ Von allein gewinne auch der FC Bayern nicht.

Schon einmal in Fahrt, legte Sammer nach. „Wir waren in den vergangenen drei Jahren nur einmal Meister! Wir führen eine Diskussion, die lächerlich ist. Es sollte nicht irgendein dummes Zeug geredet werden“, moserte er. Er habe noch nirgends gelesen, dass es eine enorme Leistung sei, „wie die Mannschaft das hohe Niveau in den vergangenen 17 Monaten gehalten hat“.

Es ist in der Tat erstaunlich, wie konsequent die Bayern trotz gewisser Ermüdungserscheinungen und diverser prominenter Ausfälle in den letzten Wochen und Monaten (Lahm, Schweinsteiger, Ribéry, Martinez, Thiago, Dante, Shaqiri, Pizarro, Götze, Mandzukic, Badstuber) ihren Erfolgsweg fortsetzen. „Es fällt überhaupt nicht auf, dass wir so viele Verletzte haben“, meinte Thomas Müller, Torschütze zum 2:0 (78.).

Es werde „viel zu wenig anerkannt, dass wir einen unheimlich hohen Aufwand betreiben. Der FC Bayern München arbeitet jeden Tag extrem hart“, ergänzte Sammer, der das ganze Gerede deshalb als „respektlos“ erachtet.

Guardiola würdigte seine Profis als „große Wettkämpfer“. Er sei froh, „hier zu sein“, betonte der Bayern-Coach, sprach aber angesichts des Mammutprogramms mit fünf Spielen in 14 Tagen bis zur Winterpause noch von einer „großen Herausforderung“.

Immerhin kann Guardiola am Samstag (15.30 Uhr/Sky) in Bremen wieder auf Franck Ribéry zurückgreifen, der in Augsburg nach Rippenanbruch sein Comeback feierte. Auch Kapitän Philipp Lahm, Xherdan Shaqiri und Claudio Pizarro stehen vor einer baldigen Rückkehr.

Sammer war indes froh, dass beim Pokalfight in Augsburg neben Robben nicht noch ein weiterer Ausfall hinzukam. Der FCA habe versucht, „uns weh zu tun. Es war strategisch erkennbar“, sagte der Sportvorstand zur oft harten Gangart der Schwaben. Für FCA-Coach Markus Weinzierl jedoch ein absurder Vorwurf: „Ich wehre mich dagegen, dass wir zu aggressiv waren. Wir wollten das Spiel gewinnen.“

sid/dpa

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