Freiburger Befreiungsschlag: Erster Saisonsieg in Köln

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Der Freiburger Vladimir Darida traf vom Elfmeterpunkt zum 1:0. Foto: Rolf Vennenbernd

Köln (dpa) - Nach dem Schlusspfiff in Köln griff sich Freiburgs Trainer Christian Streich jeden seiner Spieler und herzte sie so, als hätte der SC schon den Verbleib in der Fußball-Bundesliga gesichert.

Immerhin war den Breisgauern mit dem 1:0 (0:0) beim 1. FC Köln endlich der erhoffte Befreiungsschlag gelungen. Durch den ersten Saisonsieg am zehnten Spieltag verhinderten sie den Absturz ans Tabellenende. "Ich schaue nicht mehr auf die Tabelle. Ich schaue nur auf unsere Mannschaft, dann sehen wir am Ende, ob es reicht", meinte Streich im TV-Sender Sky.

Der entscheidenden Treffer in der lange Zeit langweiligen Partie erzielte Vladimir Darida in der 50. Minute. Er verwandelte vor 49 500 Zuschauern einen durch FC-Abwehrspieler Mergim Mavraj verursachten Handelfmeter und beendete den kleinen Höhenflug des Aufsteigers nach zwei Siegen in Folge.

Freiburg überflügelte nach dem ersten Bundesliga-Erfolg seit dem 19. April und dem ersten in Köln seit 13 Jahren mit acht Punkten sogar Vizemeister Borussia Dortmund (7) in der Tabelle und kletterte auf den 16. Platz. Köln (12) verharrt als Tabellenelfter im Mittelfeld.

"Wir sind nicht an das Leistungsmaximum herangegangen. So geht die Niederlage in Ordnung", stellte FC-Trainer Peter Stöger fest. "Wir haben ein Gegentor aus dem Nichts heraus bekommen", analysierte sein Sportdirektor Jörg Schmadtke. "Wir verlieren bei einem eigenen Freistoß den Ball und liegen dann zurück, das war nicht ganz so geschickt. Dann sind wir 40 Minuten angerannt und haben ehrlicherweise keine Lösung gefunden."

Diese hatte sein Team auch vor dem Gegentor nicht gefunden. Vom Schwung aus den mehr (Freiburg bei 1860 München) oder weniger (Köln beim MSV Duisburg) überzeugenden Erfolgen in der vergangenen Woche im DFB-Pokalwettbewerb war bei beiden Mannschaften lange nichts zu sehen. Kaum Torabschlüsse, noch weniger Chancen - vor allem die ersten 45 Minuten waren Langeweile pur und ein Beleg dafür, warum beide Teams zu den offensivschwächsten in der Liga gehören.

Zwar waren die Kölner mit ihren neuen Karnevals-Trikots optisch überlegen, doch gegen die gut organisierte Gäste-Deckung fiel ihnen kaum etwas ein. Auch Standards sorgten für keine Gefahr.

Bei Freiburg sah es ähnlich aus. Die FC-Deckung geriet durch den Sturm der Breisgauer kaum in Verlegenheit. Vor der Pause kam nur Darida (34.) einmal in aussichtsreicher Position zum Schuss, doch der Ball flog am Tor vorbei. Auch Köln erlebte einmal die Andeutung einer Chance, als Dusan Svento von links Yuya Osako bediente, der Japaner aus kurzer Entfernung den Ball aber danebensetzte.

In Halbzeit zwei blieb das Niveau der Partie eher bescheiden, immerhin stieg der Unterhaltungswert. Allerdings mussten dicke Patzer der Kölner her, um die Gäste in Front zu bringen. Erst verlor der FC den Ball leichtfertig in der Vorwärtsbewegung, dann flankte Freiburgs Admir Mehmedi den Ball an die Hand des heranrutschenden Mavraj. Den Strafstoß verwandelte Darida sicher gegen Timo Horn, der noch im Elfmeterschießen im DFB-Pokal in Duisburg der Held war.

Dank des Treffers wurde das Spiel temporeicher. Die Kölner bemühten sich mit ihren begrenzten spielerischen Mitteln um den Ausgleich, ließen aber weiter jede Gefährlichkeit vermissen. Die Freiburger lauerten auf Konter und kamen zu guten Möglichkeiten. Allein der Ex-Kölner Sebastian Freis (60./72.) vergab beste Gelegenheiten. Kölner Chancen waren indes kaum zu registrieren. Osakos vermeintlicher Ausgleichstreffer wurde in der 89. Minute zu Recht wegen Abseits nicht anerkannt.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 61 - 39

Torschüsse: 9 - 8

gew. Zweikämpfe in %: 52,4 - 47,6

Fouls: 5 - 12

Ecken: 5 - 2

Quelle: optasports.com

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