"Haben vieles gemacht, um die Bayern zu reizen"

BVB-Trainer Jürgen Klopp
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BVB-Trainer Jürgen Klopp verzichtet auf verbale Giftpfeile

Dortmund - Dortmunds Himmelsstürmer gehen mit Respekt, aber ohne Furcht in den XXL-Schlager beim FC Bayern. BVB-Trainer Jürgen Klopp hat gute Gründe, um auf Provokationen zu verzichten.

Lange Jahre schauten sie ehrfürchtig zum Branchenführer auf, begegnen ihm aber neuerdings zumindest im sportlichen Bereich auf Augenhöhe. Dortmunds Himmelsstürmer gehen mit Respekt, aber ohne Furcht in den XXL-Schlager beim FC Bayern. Vor der ultimativen Meisterprüfung des Spitzenreiters am Samstag (18.30 Uhr) gegen den Tabellendritten verzichtete BVB-Trainer Jürgen Klopp auf kesse Sprüche, sah aber keinen Grund zur Bescheidenheit. “Wir haben schon viele Dinge gemacht, um die Bayern zu reizen, ohne etwas zu sagen - viele Punkte geholt und sie im Hinspiel geschlagen."


Trotz aller Versuche der Medien, die Stimmung mit martialischen Tönen anzuheizen, hielten sich beide Seiten vor der Partie bisher vergleichsweise zurück. Auch die selbstbewusste Aussage von Bayern-Sportchef Christian Nerlinger, dass der FC Bayern in Deutschland ungeachtet des üppigen 13-Punkte-Rückstands die Nummer 1 bleibe, deutete Klopp nicht als Kampfansage: “Das würde ich ohne mit der Wimper zu zucken sofort unterschreiben. Es macht keinen Sinn, uns mit den Bayern auf eine Waage zu stellen. Aber in einem Spiel können wir uns mit ihnen messen.“

Der starke Auftritt der Münchner beim 1:0 am Mittwoch im Champions-League-Duell mit Inter Mailand hat auch in Dortmund Eindruck hinterlassen. “Das war nicht schlecht. Aber wir fliegen dennoch hin“, scherzte Klopp. Vermeintliche Nachteile bei der individuellen Klasse will der BVB mit seiner Qualität als Kollektiv kompensieren. 


Bisher profitierte die Borussia vor allem von ihrer Auswärtsstärke. Nur noch einen Sieg ist sie von der Bestmarke der Bremer (2003/04) und Hamburger (2005/06) mit jeweils elf Saisonerfolgen in der Fremde entfernt. Allerdings gelang der letzte Triumph in München am 12. Oktober 1991. Zudem stellt der FC Bayern in dieser Saison die beste Heimmannschaft.

Besonders stolz ist Klopp auf die Defensivabteilung seines Teams, die in bisher 23 Partien erst 13 Gegentreffer zuließ. Einer der Stabilitätsgaranten droht am Samstag jedoch auszufallen. Über den Einsatz von Torhüter Roman Weidenfeller, der sich im Training eine Bänderdehnung und einen kleinen Kapseleinriss im linken Knie zugezogen hat, soll erst kurz vor dem Spiel entschieden werden.

Fehlt Weidenfeller zum ersten Mal in dieser Saison, rückt Mitchell Langerak ins Tor. Es passt ins Bild von einer selbstbewussten Borussia, dass Klopp einem möglichen Bundesliga-Debüt des 22 Jahre alten Neuzugangs gelassen entgegensieht. “Für einen der besten deutschen Torhüter steht dann eben einer der besten Australier im Tor. Dann sagen wir 'Welcome Mitch'.“

dpa

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