HSV befreit sich aus Tabellenkeller

Hamburg fährt klaren Sieg gegen Hannover ein

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Christian Pander (l.) im Duell gegen Hakan Calhanoglu. Der HSV-Spieler erzielte das 3:1.

Hamburg - Der Hamburger SV schafft seinen zweiten Heimsieg der Saison. Gegen schwache Hannoveraner setzte sich das Team von Bert van Marwijk mit 3:1 durch. Die 96er verpassen den Anschluss an Europa.

Der Hamburger SV hat ausgerechnet im Krisen-Derby der Nordklubs den ersten Heimsieg unter Trainer Bert van Marwijk eingefahren und damit die Situation bei Hannover 96 weiter verschärft. Durch das verdiente 3:1 (1:1) zogen die Hanseaten in der Tabelle erstmals in dieser Saison an den schwächelnden Niedersachsen vorbei.

Zwar gingen die Gäste durch einen Treffer von Szabolcs Huszti (28.) in Führung. Doch Milan Badelj (31.), Maximilian Beister (46.) und Hakan Calhanoglu (84.) drehten das Spiel zugunsten der Hamburger, die ohne ihren verletzten Kapitän Rafael van der Vaart im dritten Heimspiel unter van Marwijk den ersten Sieg feierten. Torschütze Calhanoglu ersetzte den Niederländer überzeugend.

Hannover, das kurz vor Schluss noch Salif Sane durch eine Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels verlor (90.), blieb dagegen auch im sechsten Auswärtsspiel der Saison ohne Punktgewinn und wartet seit dem 26. April (3:2 in Fürth) auf einen Sieg auf gegnerischem Platz. Nach nunmehr sieben Partien ohne Sieg nacheinander gerät Coach Mirko Slomka beim selbst ernannten Europacup-Anwärter zunehmend unter Druck.

„Dass wir in einer ganz gefährlichen Situation sind, müssen jetzt endlich mal alle verstehen. Wir müssen zusehen, dass wir in den letzten vier Spielen in der Hinrunde Punkte holen, alles andere zählt nicht“, sagte Nationaltorwart Ron-Robert Zieler bei Sky. HSV-Torschütze Beister war dagegen rundum zufrieden: „Wir haben uns in das Spiel reingekämpft und unter dem Strich verdient gewonnen. Wenn du erst einmal in der Saison zu Hause gewonnen hast, ist es natürlich nicht ganz einfach, schon gar nicht bei einem Rückstand in einem Nordderby.“

Geringes Tempo, wenig Spielfluss, kaum Torszenen: Beide Teams brauchten einige Zeit, um vor 52.091 Zuschauern in der Hamburger Arena im Volkspark auf Betriebstemperatur zu kommen. Nach den schlechten Ergebnissen der vergangenen Wochen war beiden Mannschaften die Verunsicherung zunächst deutlich anzumerken. Hannover, das vor über zwei Monaten zuletzt gewonnen hatte, stand lange Zeit tief und verlegte sich aufs Kontern. Und auch den Hamburger, die zuletzt zweimal verloren hatten, gelang ohne van der Vaart (Bänderriss) lange Zeit kaum etwas.

Dies änderte sich erst nach der 96-Führung durch den fünften Saisontreffer von Huszti, dem ein kapitaler Fehler der Hamburger Abwehr vorausgegangen war. Nationalkeeper Rene Adler hatte Startelf-Rückkehrer Tomas Rincon (Kieferbruch) mit einem Pass in Bedrängnis gebracht. Huszti luchste Rincon daraufhin den Ball ab und schob unbedrängt ein.

Hamburg wachte nun auf. Beim Ausgleich nutzte Badelj eine zu kurze Faustabwehr von 96-Torhüter Ron-Robert Zieler. Der Tscheche traf aus gut 20 Metern per Direktabnahme sehenswert über Zieler hinweg ins Tor. Danach hätten die Hausherren sogar mit einer Führung in die Pause gehen können. Doch sowohl Pierre-Michel Lasogga (32.) als auch Abwehr-Youngster Jonathan Tah (43.) scheiterten knapp.

Nach dem Seitenwechsel legten die Gastgeber einen Blitzstart hin. Die 96-Spieler schienen mit ihren Gedanken noch in der Kabine gewesen zu sein, als Heiko Westermann mustergültig flankte und Beister völlig freistehend zur Hamburger Führung einköpfte.

Auch danach bestimmte die Elf von van Marwijk das Geschehen. Zunächst scheiterte Lasogga freistehend (47.), dann wurde ein Schuss von Ersatz-Kapitän Marcell Jansen, der den HSV erstmals anstelle van der Vaarts auf das Feld führte, aus kurzer Distanz geblockt.

Hannover mühte sich in der letzten halben Stunde redlich. Doch mehr als ein Kopfball von Sane (69.) war nicht drin. Als Calhanoglu aus spitzem Winkel traf, war der Widerstand der Gäste gebrochen.

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Beste Spieler bei den Hamburgern waren die beiden Flügelstürmer Beister und Calhanoglu. Bei Hannover erreichten lediglich Angreifer Mame Diouf und Manuel Schmiedebach Normalform.

sid

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