"Ein Desaster"

Watzke nach Ausfällen geschockt

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Hans-Joachim Watzke ist seit 2005 Geschäftsführer beim BVB.

Dortmund - Schwere Zeiten den BVB. Am Samstag steht das Spitzenduell gegen Bayern auf dem Programm, am Dienstag folgt das überlebenswichtige Spiel gegen Neapel - und alles ohne die eingespielte Viererkette.

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund hat geschockt auf die Ausfälle der Nationalspieler Mats Hummels und Marcel Schmelzer reagiert. „Das ist ein Desaster. Das Schlimmste, was dir im Fußball passieren kann ist, dass dir deine komplette Viererkette ausfällt. Einen Abwehrmann, einen Mittelfeldspieler, einen Stürmer gleichzeitig ersetzen, das kann jede Mannschaft einigermaßen hinbiegen. Aber eine eingespielte Viererkette komplett ersetzen?“, sagte Watzke vor dem Topspiel am Samstag (18.30 Uhr/Sky) gegen Rekordmeister Bayern München im Interview mit den "Ruhr Nachrichten".

Neben Hummels (knöcherner Bandausriss am rechten Fersenbein) und Schmelzer (Muskelfaserriss in der linken Wade) fallen auch Neven Subotic (Kreuzbandriss) und Lukasz Piszczek (Hüftverletzung) für die Neuauflage des Champions-League-Endspiels aus.

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Vorwürfe an Bundestrainer Joachim Löw machte Watzke aber nicht. „Es gibt überhaupt keinen Vorwurf, was das angeht. In der Startformation standen vier Dortmunder und drei Bayern, das ist ok“, sagte Watzke mit Blick auf das Länderspiel am vergangenen Dienstag in England (1:0), bei dem sich Hummels und Schmelzer verletzt hatten.

Nicht auf Augenhöhe

Vor dem Topspiel sieht der Geschäftsführer des BVB die beiden deutschen Spitzenklubs nicht auf einer Augenhöhe. „Man konnte noch nie von einem Duell auf Augenhöhe sprechen. Die Zahlen lügen nicht. Die Bayern geben 203 Millionen Euro fürs Gesamtpersonal aus, wir 99“, sagte Watzke im Interview mit den Ruhr Nachrichten und fügte an: „Du kannst nicht sagen, du bist auf Augenhöhe, wenn der eine 80 Millionen mehr alleine für die Mannschaft ausgeben kann. Das sind acht Riberys. Wenn Bayern vor Borussia Dortmund steht, ist das der Normalfall. Wenn's mal umgekehrt ist, haben wir so gut wie alles richtig gemacht - und die Bayern punktuell mal nicht."

Europa League kein Beinbruch

Falls die Borussen am Dienstag gegen Neapel nicht gewinnen sollten, würde es für die Schwarz-Gelben in der Champions League das Aus bedeuten. Der Vorjahresfinalist könnte damit aber gut leben.

„Das beschäftigt mich noch nicht. Aber wir beim BVB sind nicht so verrückt, dass wir glauben, wir marschieren jetzt jedes Jahr locker durch die Champions League. Europa League, möglichst lange natürlich, das wäre kein Beinbruch“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke im Interview mit den Ruhr Nachrichten (Freitag-Ausgabe) mit Blick auf das vorentscheidende Gruppenspiel am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) gegen den SSC Neapel.

Der BVB liegt nach vier Spielen mit sechs Punkten hinter dem FC Arsenal und Neapel (beide 9) nur auf Platz drei der Gruppe F. „Ich habe immer gesagt, mit drei Punkten aus den beiden Spielen gegen Arsenal haben wir eine gute Chance aufs Weiterkommen. Und die hätten wir auch. In Bestbesetzung würden wir Neapel mit einer hohen Wahrscheinlichkeit schlagen können. Neapel ist ein Top-Team, aber wir sind das unter normalen Voraussetzungen auch“, sagte Watzke mit Blick auf die zahlreichen verletzten Abwehrspieler beim deutschen Vizemeister.

Auch zu Robert Lewandowskis Nachfolger äußerte sich der Geschäftsführer. Es sei "unwahrscheinlich", dass der BVB über 30 Millionen Euro für einen Stürmer ausgeben werde. "Unseren Weg zeichnet doch aus, dass wir Spieler in der Regel nicht dann geholt haben, wenn sie 40 Millionen kosteten, sondern wenn es vier Millionen waren. Und sie dann entsprechend entwickelt haben. Möglicherweise holen wir auch mehr als einen Stürmer. Wenn wir wollen, können wir eine ganze Menge bewegen", sagte Watzke.

sid

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