Outing von Hitzlsperger

Hitzlsperger: De Maizière äußert sich anerkennend

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Thomas Hitzlsperger hat sich am Mittwoch als homosexuell geoutet.

Berlin - Thomas Hitzlsperger bekommt nach seinem Coming-out weiter Respekt von allen Seiten. Auch Bundesinnenminister de Maiziére und Fußball-Kaiser Beckenbauer äußern sich anerkennend.

Nach dem Coming-Out von Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) einen sachlichen Umgang mit dem Thema Homosexualität gefordert.

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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sieht derweil zur Zeit keinen Bedarf für weitere Vertrauenspersonen zur Unterstützung schwuler Profis. „Der Fußball ist sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und muss sich mit dem, was er leisten kann, einbringen. Im Moment sehe ich allerdings keine Notwendigkeit, neue Strukturen zu schaffen“, sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch in einem Interview des „Münchner Merkur“ (Freitag). Beim DFB seien genügend „Ansprechpartner vorhanden“, urteilte Koch. „Es wird niemand alleingelassen.“

De Maiziere lobte Hitzlsperger für sein Coming-Out. „Ich beglückwünsche ihn zu diesem mutigen Schritt. Man sollte dies nicht so hochstilisieren. Ich wünsche mir bei solchen Themen viel mehr Normalität und Gelassenheit“, sagte der auch für den Sport zuständige Minister am Freitag in Tauberbischofsheim. In der Heimatstadt von Thomas Bach war er Gast auf dem Geburtstagsempfang für den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Auch Franz Beckenbauer kam in die Stadthalle im Nordosten von Baden-Württemberg. Im TV-Sender Sky Sport News HD äußerte er sich zu Hitzlspergers Homosexualität: „Sehr mutig von einem, der sich jetzt outet. Aber auf der anderen Seite sage ich immer, das ist sein Privatleben, das geht niemanden was an. Aber wenn er meint, das der Öffentlichkeit mitteilen zu müssen, dann soll er das tun.“

"Respekt!" Stimmen zum Hitzlsperger-Outing

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Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Wolfgang Niersbach, sagte dem Sender: „Ich freue mich unglaublich, dass das Echo so positiv ist. Das entspricht meiner persönlichen Einstellung, aber auch der unseres Verbandes, dass es ein Stück Normalität ist in unserem Leben.“

Hitzlspergers Weg an die Öffentlichkeit wertete DFB-Vize Koch als „mutigen, wichtigen und wegweisenden Schritt“. „Jetzt können sich andere auf ihn beziehen. Es wird so nun viel leichter, sich zu seiner eigenen Position zu bekennen“, sagte Koch und forderte eine Null-Toleranz-Politik gegen schwulenfeindliche Aussagen: „Man muss sofort die Rote Karte zeigen, wenn sich jemand gegen Hitzlspergers Weg stellt.“ Dem Respekt vor sexueller Entscheidungsfreiheit komme eine genauso große Bedeutung bei wie vor Herkunft oder Hautfarbe.

„Wichtig ist, dass der Schiedsrichter solche Beschimpfungen auf dem Platz konsequent ahndet und die Sportgerichtsbarkeit handelt, wo es möglich ist. Bei den Besuchern ist man darauf angewiesen, dass sich der Gedanke in der Menge manifestiert, dass solche Aussagen nicht in Ordnung sind“, sagte Koch.

Diese Sportler outeten sich als homosexuell

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Erst mit Ende 20 hatte Hitzlsperger seinen Eltern erzählt, dass er schwul ist. „Das liegt gute zwei Jahre zurück. Für viele Homosexuelle ist es schwer, ihren Eltern das zu erzählen. Aber ich wollte, dass sie das von mir erfahren“, sagte der 31-Jährige in einem Interview der „Bild“-Zeitung (Freitag). Die Reaktion sei damals „toll“ gewesen. „Sie haben gesagt 'Wir lieben dich und wir wollen, dass du ein glückliches Leben führst.'“ Nach dem Trubel der vergangenen Tage will Hitzlsperger ausspannen. „Ich habe noch den einen oder anderen Termin und mach' dann erst mal Urlaub. Es ist ja jetzt erst mal alles gesagt.“

dpa

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