Auch Kruse und Sam sind dabei

Löw nominiert Schweini - Götze kehrt zurück

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Joachim Löw (l.) setzt in der WM-Quali auf Bastian Schweinsteiger.

Frankfurt/Main - Zwei Siege - dann könnte das Brasilien-Ticket perfekt sein. Bundestrainer Löw setzt gegen Österreich und die Färöer Inseln auf seine Stammkräfte und holt auch Schweinsteiger zurück.

Kein Debüt für Roman Weidenfeller, erst recht kein Länderspiel-Comeback von Stefan Kießling: Joachim Löw zieht in den ersten Punktspielen der WM-Saison seine Linie durch. Der Bundestrainer setzt in den Qualifikationspartien gegen Österreich und auf den Färöer Inseln vor allem auf einen starken Block mit gleich sieben Akteuren vom Champions-League-Sieger FC Bayern.

Auch der angeschlagene Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger gehört zum 24-köpfigen Aufgebot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, das Löw am Montag in München versammelt. Der DFB-Chefcoach kündigte an, dass sich alles „total“ auf die zwei vorentscheidenden Spiele „fokussieren“ werde: „Wir haben zwar als Tabellenführer in unserer WM-Qualifikationsgruppe einen Vorsprung, aber noch sind wir nicht für die Endrunde in Brasilien qualifiziert.“

Neue Gelegenheit für Kruse und Sam

Um möglicherweise schon nach den Partien am kommenden Freitag (20.45 Uhr/ZDF) in der bayerischen Metropole gegen den Nachbarn Österreich und am Dienstag darauf (20.45 Uhr/ARD) in Torshavn gegen den krassen Außenseiter Färöer das WM-Ticket fix zu lösen, setzt Löw ganz auf sein Stammpersonal. Neben Schweinsteiger kehren auch dessen Bayern-Kollegen Toni Kroos und Mario Götze in den Kader zurück. Dazu bekommen der Neu-Gladbacher Max Kruse und der Leverkusener Sidney Sam eine neue Gelegenheit, sich für eine der begehrten persönlichen Brasilien-Fahrkarten anzubieten. Die zwei Offensivspieler hatten im Sommer auf der Übersee-Reise im Nationaltrikot debütiert.

„Beide haben sich bei der USA-Reise als gute Alternativen für unsere Offensive präsentiert. Sie sind in ihren Vereinen gut in die neue Saison gestartet und haben eine weitere Bewährungschance verdient“, erklärte Löw am Freitag. Als dritter Torwart neben Manuel Neuer (FC Bayern) und René Adler (HSV) benannte der Bundestrainer den Hannoveraner Ron-Robert Zieler. Das darf durchaus als Hinweis darauf gewertet werden, dass der Dortmunder Schlussmann Weidenfeller in Löws WM-Planungen weiter hinten ansteht. Auch im Sturm hält der Freiburger wie angekündigt an Miroslav Klose und Mario Gomez fest. Statt Bundesliga-Torschützenkönig Kießling ist der 25 Jahre alte Kruse die erste Alternative.

Verzichten muss Löw auf die verletzten Ilkay Gündogan, Lukas Podolski und Marcell Jansen. Ob Löw auf Schweinsteiger, der zuletzt beim 3:0 am 22. März in Kasachstan das DFB-Trikot getragen hatte, trotz einer Sprunggelenksblessur setzen kann, müssen die nächsten Tage erst noch zeigen. Im Mittelpunkt des ersten Spiels wird Philipp Lahm stehen. Gegen Österreich will der DFB-Kapitän sein 100. Länderspiel bestreiten. Auch Schweinsteiger würde bei Einsätzen in beiden Partien in den „Club der Hunderter“ aufsteigen.

Die Eckdaten der Bundestrainer-Ära Jogi Löw

Die Eckdaten der Bundestrainer-Ära Jogi Löw

Zuvor will Löw mit seinem großen Kader vor allem an der Balance zwischen Offensive und Defensive arbeiten, die in den letzten Spielen nicht gestimmt hatte. Schon elf Gegentore in den sechs Partien des laufenden Jahres, davon allein zuletzt sieben gegen Paraguay (3:3) und die USA (3:4), sorgen für Beunruhigung. „Ich bin sehr froh darüber, dass wir nun wieder über einen längeren Zeitraum intensiv mit der Mannschaft arbeiten können“, betonte der Bundestrainer.

Eine Woche lang ist das luxuriöse Hotel The Charles in der Münchner Innenstadt das DFB-Quartier, bevor es am 9. September per Charterflug auf die Färöer Inseln geht. Deutschland führt mit fünf Punkten Vorsprung die Tabelle vor Österreich, Schweden und Irland an. Als klares Ziel gab Löw „zwei Siege“ aus. Diese könnten - abhängig von den anderen Resultaten in der Gruppe C - vorzeitig die direkte WM-Qualifikation bringen. Dann könnten auch die vom DFB annoncierten Gespräche über eine Vertragsverlängerung mit Löw beginnen. Zunächst zählt für den Chef der deutschen WM-Mission aber nur Österreich. „Jeder weiß, dass unsere Nachbarn im Spiel gegen Deutschland immer enorm motiviert sind“, warnte Löw.

Das deutsche Aufgebot für die beiden WM-Qualifikationsspiele gegen Österreich und die Faröer:

Tor: Rene Adler (Hamburger SV), Manuel Neuer (Bayern München), Ron-Robert Zieler (Hannover 96)

Abwehr: Jerome Boateng (Bayern München), Benedikt Höwedes (Schalke 04), Mats Hummels (Borussia Dortmund), Philipp Lahm (Bayern München), Per Mertesacker (FC Arsenal), Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund)

Mittelfeld: Lars Bender (Bayer Leverkusen), Sven Bender (Borussia Dortmund), Julian Draxler (Schalke 04), Mario Götze (Bayern München), Sami Khedira (Real Madrid), Toni Kroos (Bayern München), Thomas Müller (Bayern München), Mesut Özil (Real Madrid), Marco Reus (Borussia Dortmund), Sidney Sam (Bayer Leverkusen), Andre Schürrle (FC Chelsea), Bastian Schweinsteiger (Bayern München)

Angriff: Mario Gomez (AC Florenz), Miroslav Klose (Lazio Rom), Max Kruse (Borussia Mönchengladbach)

dpa

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