TV-Experte Matthäus über "Flutschfinger" Loris Karius

"Das war die schlechteste Torwart-Leistung seit 30 Jahren!"

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Kiew - Real Madrid hat sich am Samstagabend zum dritten Mal in Folge zum Champions League-Sieger gekrönt. 3:1 (0:0) gewannen die Königlichen in Kiew gegen den FC Liverpool. Rund um das Spiel gab es jedoch eine Menge Wirbel:

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UPDATE, 11.20 Uhr - Auch Matthäus teilt aus

Nach den üblen Patzern von Loris Karius im Champions League Finale prasselt von allen Seiten heftige Kritik auf den Torwart des FC Liverpool ein. Auch Fußball-Legende Lothar Matthäus, der als Experte für Sky arbeitet, hat jetzt kräftig ausgeteilt.

"Das war die schlechteste Torhüter-Leistung in den letzten 20, 30 Jahren", urteilte Matthäus knallhart und fügte an, dass der 24-Jährige für "kein Weltklasse-Keeper", weil "er diese Patzer generell immer wieder mal drin" habe.


Der völlig enttäuschte Karius, der von einem englischen Fernsehexperten mal "Flutschfinger" getauft wurde, hatte sich direkt nach der Pleite bei den Fans entschuldigt: "Es tut mir leid für alle, für das Team, für den ganzen Klub. Ich habe sie im Stich gelassen. Diese Tore haben uns den Titel gekostet."

Die Erstmeldung:

In der ersten Halbzeit musste Liverpools Stürmerstar Mohamed Salah nach einer halben Stunde verletzt ausgewechselt werden. Das sah schon im TV keineswegs gut aus. Jetzt kam raus: Dem Ägypter, der unter Tränen den Platz verließ, droht jetzt auch das WM-Aus! Ahnte er bei seinem Abgang möglicherweise schon die Schwere der Verletzung?

Kahn: "Das kann man doch später machen"

Denn wie die Deutsche Presse Agentur (dpa) in der Nacht berichtete, hat sich der Ägypter beim Zweikampf mit Reals Sergio Ramos wohl die Schulter gebrochen. "Ramos hat sich da keine Freunde gemacht", sagte Liverpools Trainer Jürgen Klopp. Bestätigt sich diese erste Diagnose am Sonntag, müssten die Afrikaner wohl ohne ihren einzigen Superstar bei der WM in Russland antreten.

Die Tränen konnte ZDF-Experte Oliver Kahn jedoch überhaupt nicht nachvollziehen. "Dass die alle immer weinen", monierte Kahn. "Ich weiß nicht, was sich da eingebürgert hat. Jeder weint immer, wenn er verletzt ist - das kann man doch auch später machen." Er selbst habe auch mal Tränen der Enttäuschung vergossen. "Aber dann in der Kabine."

Ronaldo-Abschied bei Real Madrid?

Wenig später musste übrigens auch Reals Verteidiger Daniel Carvajal verletzt ausgewechselt werden. Aber viel mehr Aufregung gab es nach dem Spiel um eine Aussage von Reals Superstar Cristiano Ronaldo. "Es war sehr schön, bei Real zu sein", sagte der portugiesische Weltfußballer im Interview mit beIN Sports: "In den nächsten Tagen werde ich den Fans eine Antwort geben, denn sie waren wirklich immer an meiner Seite."

Deutet Ronaldo damit womöglich seinen Abschied bei den Königlichen an? Reals Präsident Florentino Perez hatte sofort abgewiegelt: "Die wichtigste Sache ist der Club, heute feiern wir den dritten Titel in Serie. Cristiano hat einen Vertrag, ich möchte nicht über irgendeinen Spieler spekulieren."

Kahn zu Torwart-Albtraum: "Kann Karriere zerstören!"

Klare Worte fand Kahn übrigens nicht nur für Salah, sondern auch für Liverpools Keeper Loris Karius. Dieser hatte im Endspiel gleich zweimal brutal daneben gegriffen. Erst warf er Karim Benzema beim Abwurfversuch ohne Not an den Fuß (0:1), dann klatschte er sich einen Schuss von Gareth Bale aus gut und gerne 35 Metern ins eigene Netz (1:3) - ein absoluter Albtraum für einen Torwart in dessen bis dato größtem Spiel seiner Karriere.

Kahn konnte es kaum fassen: "Mir fehlen da auch die Worte. Ich kann mich nicht erinnern, aus Torwartsicht etwas Brutaleres gesehen zu haben. Es kann mal passieren. Aber im Finale hat das etwas Dramatisches." Und legte im ZDF-Studio am späten Samstagabend nach: "So ein Abend kann eine Karriere zerstören!(...) Damit muss er leben, das muss er verarbeiten. Ich weiß, dass das, was er gerade empfindet, nichts gegen das ist, was er morgen empfinden wird, wenn er wieder darüber nachdenkt. Das zieht einen dermaßen runter."

mw (mit Material von dpa)

Quelle: rosenheim24.de

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