Stürmer leidet nach Phantom-Tor

Kießling: "Die Kritik ist ziemlich hart"

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Stefan Kießling erhält Unterstützung von seinen Kollegen

Leverkusen - Bundesliga-Torschützenkönig Stefan Kießling nimmt sich die Diskussionen über sein Phantomtor sehr zu Herzen. Er hofft, dass die Sache bald ausgestanden ist. 

„Die ganze Kritik in den letzten Tagen war ziemlich hart“, sagte der Stürmer von Bayer Leverkusen im vereinseigenen TV: „Die ganze Mannschaft steht hinter mir. Sie wissen, wie es in mir drin aussieht. Aber ich hoffe, dass sich das Ganze bald etwas legt.“

Kießling (29) beteuerte noch einmal, dass er nicht genau gesehen habe, dass sein Kopfball neben das Tor und nur durch ein Loch ins Netz gegangen war. „30.000 im Stadion haben es nicht gesehen, und ich gehöre dazu“, beteuerte er: „Ich habe gesehen, dass der Ball Richtung Außennetz geflogen ist, aber ich habe nicht den Einschlag gesehen. Und nun unterstellt mir jeder, dass ich es gesehen hätte und hätte sagen müssen. Jeder weiß, dass ich der Letzte wäre, der nicht sagen würde, dass der Ball durch so ein doofes Loch geflogen ist.“

Experten kritisieren Kießling

Schiedsrichter Felix Brych (München) hatte den Treffer zum 2:0 anerkannt, Leverkusen gewann in Hoffenheim letztlich 2:1. Daraufhin wurde Kießling von zahlreichen Experten kritisiert, weil er angeblich klar gesehen habe, dass der Ball neben das Tor geflogen war. So von Harald Deneken, dem Präsidenten der Deutschen Olympischen Gesellschaft („Kießling ist sicher kein Kandidat für den Fair-Play-Preis“), dem langjährigen Bundesliga-Trainer Ralf Rangnick („Er hat eine große Chance vertan, was für das Fair Play zu tun“) sowie Ex-Schiedsrichter Hans-Joachim Osmers („Fair Play wäre Kießlings Pflicht und Schuldigkeit gewesen“).

Teamkollege Stefan Reinartz nimmt den Stürmer derweil in Schutz. „Ich finde es unfair, wie teilweise mit Stefan umgegangen wird“, sagte der 24-Jährige: „Er war und ist nicht bekannt dafür, ein unfairer Sportsmann zu sein.“ Bayer trifft am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky) in der Champions League auf Schachtjor Donezk.

FIFA rät Bundesliga zur Torlinientechnik

Derweil hat der Fußball-Weltverband FIFA erneut auf die Endgültigkeit von Tatsachenentscheidungen des Schiedsrichters verwiesen und der Bundesliga zur Einführung der Torlinientechnik geraten. „Der Vorfall ist ein weiteres Beispiel, wie die Torlinientechnologie gerade den Schiedsrichtern eine große Hilfe sein kann, den richtigen Entscheid zu fällen, um damit für Fair Play in unserem Sport beizutragen“, teilte die FIFA auf SID-Anfrage mit.

In seiner Stellungnahme mahnte der Weltverband ebenso zur Beachtung der Regel 5 seiner offiziellen Spielregeln, in der es heißt: „Die Entscheidungen des Schiedsrichters zu spielrelevanten Tatsachen sind endgültig. Dazu gehören auch das Ergebnis des Spiels sowie die Entscheidung auf Tor oder kein Tor.“

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SID

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