Alaba und Co. müssen gegen Schweden punkten

Ösis träumen: "Jeder ist geil auf die WM"

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Bayern-Star David Alaba will mit den Ösis zur WM nach Brasilien.

Stockholm - Österreich hat die Chance, sich aus eigener Kraft für dieFußball-WM 2014 zu qualifizieren. Das Team von Trainer Marcel Koller muss aber in Schweden gegen Zlatan Ibrahimovic und Co. seine Auswärtsschwäche überwinden.

Wenn Österreichs Fußballer auf Reisen gehen, so können sie was erzählen - aber meist nichts Gutes. Nun will sich das Team um Bayern Münchens JungstarDavid Alaba trotz latenter Auswärtsschwäche ausgerechnet in Schweden gegen Zlatan Ibrahimovic und Co. den Traum von der WM 2014 verwirklichen.

„Jeder ist geil darauf, dass wir uns für die Endrunde qualifizieren“, sagte Österreichs Kapitän Christian Fuchs von Schalke 04 vor dem Abflug am Donnerstag von Wien nach Stockholm. Und der Ex-Bremer Marko Arnautovic fügte vor dem „Spiel des Jahres“ am Freitag in Solna mit gewohnt deutlichen Worten an: „Wir müssen gegen Schweden doppelt soviel kämpfen, doppelt so viel arbeiten, uns schlichtweg den Arsch aufreißen. Dann ist alles möglich.“

Zuletzt hatte es Österreich zur WM 1998 in Frankreich geschafft, als Sieger seiner Qualifikationsgruppe - und mit zwei Siegen gegen Schweden. Das damalige 1:0 am 9. Oktober 1996 in Solna (Torschütze Andreas Herzog) war auch der letzte Erfolg der „Ösis“ gegen eine einigermaßen namhafte Fußball-Nation auf fremden Terrain. In diesem Jahrtausend gab es überhaupt erst vier Auswärtssiege: allerdings gegen Liechtenstein, Weißrussland, Wales und Aserbaidschan. „Wenn man zur WM fahren will, muss man auch mal auswärts eine große Partie gewinnen“, sagte deshalb Mittelfeldspieler Veli Kavlak.

Am Ende könnte Schützenhilfe aus Deutschland nötig sein

Bei einem Sieg würde Österreich (14 Punkte) die Schweden (17 Punkte) in der Tabelle auf Grund der besseren Tordifferenz überholen. Bei einem Unentschieden kann aber auch noch alles gut werden - vorausgesetzt, Deutschland hilft dem Nachbarn dann am letzten Vorrundenspieltag mit einem Sieg in Schweden. Die Österreicher wiederum müssten selbstverständlich das abschließende Qualifikationsspiel gegen die Färöer gewinnen, aber zunächst gilt: „Wir könnten am Freitag viele Türen öffen“, sagte Hoffnungsträger Alaba.

In Schweden und auf den Färöern, das seien „zweiEndspiele“, unterstrich der Bayern-Profi. Doch Österreichs Fußballer des Jahres 2011 und 2012, glaubt, dass der Alles-oder-nichts-Charakter auch etwas Beflügelndes hat: „Es ist immer etwas Geiles, wenn man solche Finalspiele spielen darf.“ Und Alaba, davon ist auszugehen, wird wieder eine tragende Rolle spielen, wenn nicht sogar die tragende: In der Nationalmannschaft spielt der 21-Jährige im Mittelfeld, zuletzt gab er sogar den „Zehner“.

Doch Martin Harnik vom VfB Stuttgart will den Druck auf den 21-Jährigen nicht noch erhöhen: „Natürlich macht er wichtige Tore für das Team, aber David ist nicht alleine dafür zuständig. Wir müssen als Einheit kompakt und perfekt auftreten. Nur dann können wir gewinnen.“

Stürmer-Star Ibrahimovic macht es den Ösis schwer

Was Alaba für die Österreicher, ist Weltstar Ibrahimovic in ganz besonderem Maße für die Schweden. „Schweden ist Ibrahimovic und daheim wird er sicher noch dominanter auftreten als in Wien“, sagte Trainer Marcel Koller über den eigenwilligen und gefürchteten Stürmer von Paris St. Germain, ergänzte aber erstaunlich gelassen: „Wir wissen, dass er gut drauf ist, werden aber deswegen nicht alles auf den Kopf stellen, sondern unser Spiel durchziehen.“ Dies hatte im Hinspiel in Wien beim 2:0 bereits sehr gut gekplappt.

Dass es in Solna nicht einfach wird, wissen die Österreicher, aber sie sagen auch, wie Zlatko Junuzovic von Werder Bremen: „Wir haben uns diese Chance erarbeitet, und wir wollen sie unbedingt nützen. Wir brennen alle auf dieses Spiel.“

Und sollten dann am Ende doch noch die Deutschen Schützenhilfe leisten müssen, will Alaba vorsorgen: „Ich werde die Kollegen ansprechen. Die Deutschen wollen uns doch auch in Brasilien rumlaufen sehen.“

SID

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