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Poldi oder Rehhagel: Wer steigt ab?

Köln/Berlin - Lukas Podolski verlässt den 1. FC Köln, Otto Rehhagel Hertha BSC Berlin. Einer der beiden Vereine wird am Samstagabend als Absteiger feststehen. Wen trifft's?

„Prinz Poldi“ gegen „König Otto“: Nach dem Saisonfinale wird entweder Lukas Podolski oder Otto Rehhagel der Fußball-Bundesliga als Absteiger den Rücken kehren müssen, der Gewinner bekommt eine Zusatzchance für einen ehrenvollen Abschied. Nationalspieler Podolski hat mit dem 1. FC Köln vor dem letzten Spiel gegen Bayern München zwei Punkte Vorsprung auf Hertha BSC mit Trainer Rehhagel. Aufgrund der schlechteren Tordifferenz müssen die Rheinländer aber auf jeden Fall gewinnen, um im Kampf um den Relegationsplatz unabhängig zu sein vom Ergebnis der Berliner gegen 1899 Hoffenheim (beide Samstag, 15.30 Uhr/Sky und Liga total!).

"Du Sohn einer Hupe!" Die besten Sprüche der Bundesliga-Saison

"Du Sohn einer Hupe!" Die besten Sprüche der Bundesliga-Saison

„Im ganzen Stadion haben nur drei Leute das Foul nicht gesehen - und die, die am Bierstand waren.“ (Bremens Geschäftsführer Klaus Allofs über das Schiedsrichter-Team, das eine Attacke gegen Sebastian Prödl nicht geahndet hatte) © dpa
„Sie müssen nur auf einen Mann aufpassen. Und dann stehen sie so, das ist wie bei der Muppet Show.“ (Sky-Experte Jan Aage Fjörtoft über das Kölner Abwehrverhalten beim Schalker Tor zum 1:1) © dapd
„Wir haben nicht gegen den FC Hüppelbüpp gespielt.“ (Schalke-Trainer Huub Stevens nach dem 1:1 gegen den FSV Mainz 05) © dpa
„Das ist einfach bedauerlich. Ich schätze ihn menschlich. Natürlich ist das nicht schön. Andererseits hat Corny Littmann (früherer Präsident des FC St. Pauli, d. Red.) auch irgendwann zu mir gesagt: Augen auf bei der Berufswahl! Wir wissen, worauf wir uns einlassen.“ (Hoffenheims Coach Markus Babbel, Ex-Trainer von Hertha BSC, zur Entlassung von Michael Skibbe in Berlin) © dpa
„Das größte Comeback seit Elvis 1968.“ (Ex-Bundesligaprofi Jan-Aage Fjörtoft per Twitter zum Engagement von Otto Rehhagel (Foto) beim Bundesligisten Hertha BSC) © dpa
„In Köln gibt es nie Ruhe, das ist Teil des Vereins.“ (Ex-Sportdirektor Volker Finke über den 1. FC Köln) © dpa
„In Euro.“ (Schalkes Manager Horst Heldt auf die Frage, in welcher Sprache er Raul das Vertragsangebot vorgelegt habe) © dpa
„Ich kann seinen Namen nicht richtig aussprechen, er heißt ab sofort Paradise.“ (Hertha-Trainer Otto Rehhagel über seinen Spieler Fanol Perdedaj) © dpa
„Ich habe einen Vertrag, bei dem mich die Laufzeit interessiert: Das ist mein Ehevertrag! Bei allen anderen Verträgen ist mir die Laufzeit sowas von egal.“ (Wolfsburgs Trainer Felix Magath bei Liga total! nach dem 3:2 gegen Bayer Leverkusen über eine mögliche Vertragsverlängerung beim VfL) © dpa
„Da würden sich auch die Kühe auf der Viehweide beschweren.“ (Manager Christian Heidel vom FSV Mainz 05 nach der 1:2-Niederlage beim FC Augsburg über den Zustand des Platzes) © dpa
„Viel mehr haben mich die drei von der Muppet Show geärgert, da bei Sky.“ (Sportdirektor Rudi Völler von Bayer Leverkusen nach dem 0:2 bei Schalke 04 über die Sky-Experten Markus Merk, Steffen Freund und Jan-Age Fjörtoft, die ausführlich über Simon Rolfes' Ellbogenschlag in das Gesicht von Julian Draxler diskutiert hatten) © dpa
„Oh, das ist meine Frau. Die will fragen, ob ich morgen noch eine Arbeit habe.“ (Kölns Ex-Trainer Stale Solbakken, nachdem in der Pressekonferenz im Anschluss an das 1:2 beim FC Augsburg sein Handy geklingelt hatte) © dpa
„Da geht dir das Zäpfchen ab!“ (Stuttgarts Sportdirektor Fredi Bobic am Sky-Mikrofon über das 4:4 bei Borussia Dortmund) © dpa
„Beim zweiten Tor sind mir die Plomben rausgefallen.“ (Schalkes Manager Horst Heldt zum spektakulären zweiten Treffer von Raul beim 3:0 gegen Hannover 96) © dpa
"Jede Bezirksportanlage in Wattenscheid hat einen besseren Platz. „ (Dortmunds Sportdirktor Michael Zorc über die Bodenverhältnisse in der Schalker Arena) © dpa
„Wir haben die Zuschauer in den letzten Wochen sicherlich stellenweise vergewaltigt mit unserem Fußball.“ (Kölns Profi Christian Eichner nach dem 1:1 gegen Stuttgart) © dapd
„Ich dachte, wir reden über Fußball.“ (Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß vor dem Bundesliga-Auftaktspiel Dortmund gegen Hamburg, als das Thema Frauen-WM zur Sprache kam) © dpa
„Ja, um 10, 12, 15 und 17 Uhr.“ (Kölns Ex-Trainer Stale Solbakken nach der 1:5-Niederlage bei Schalke 04 auf die Frage, ob er am Sonntag trainieren lassen werde) © dpa
„Einen Haftbefehl zu erlassen gegen einen jungen Mann, der am Boden ist, der völlig fertig ist! Mit der albernen Begründung einer Verdunklungsgefahr - der kann gar kein Deutsch. So etwas Unglaubliches habe ich schon lange nicht mehr gehört.“ (Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß über die U-Haft für Bayern-Profi Breno) © dpa
„Dietmar Hopp, du Sohn einer Hupe!“ (Spruchband der Dortmunder Fans in Richtung des Hoffenheimer Mäzens nach der Akustik-Affäre) © dpa

In Köln wird es auf jeden Fall Tränen geben. Wenn vor dem Anpfiff laut Express die besten Szenen des scheidenden „Prinzen“ über die Stadion-Leinwand laufen und der kölsche Fußball-Held mit einem Blumenstrauß, einem Präsent und warmen Worten zum FC Arsenal verabschiedet wird, wird es sicher ausgesprochen emotional im Kölner WM-Stadion zugehen.

Das Schlimme jedoch: Die Wehmut rund um den Abgang des Publikumslieblings ist derzeit symbolisch für das Stimmungsbild am Geißbockheim. Alle hoffen zwar, dass der FC sich in die Relegation rettet, Podolski noch zweimal das Kölner Trikot tragen und sich am Ende als einziger aus der Bundesliga verabschieden wird. Doch die Fans haben nach den zahlreichen Nackenschlägen dieser Chaos-Saison den im Rheinland eigentlich typischen Glauben an das gute Ende verloren.

In den Spielern scheint derweil nur noch ein Glaube fest verankert: Der, dass sie der Konkurrenz als Altlast der Amtszeit von Trainer St†le Solbakken körperlich nicht das Wasser reichen können. Hoffnung macht vor dem Duell mit dem Rekordmeister eigentlich nur eines: Die Schwäche des Rivalen Hertha BSC.

Doch ausgerechnet der abtrünnige Podolski, der noch vor dem Abflug nach London eine erneute Rückkehr nach Köln als „jederzeit möglich“ bezeichnete, will vor seinem möglicherweise letzten Spiel im „Wohnzimmer“ RheinEnergieStadion Aufbruchstimmung verbreiten. „Ich will unbedingt, dass wir in der Liga bleiben“, sagte der Nationalspieler, immer noch in der Wir-Form sprechend. Schon 2006 hatte er sich als Absteiger verabschiedet, das will er diesmal unbedingt verhindern. Insgesamt wäre Podolski im Falle des Absturzes sogar an drei von vier Kölner Abstiegen beteiligt.

Unter der Woche plagten den 26-Jährigen eine Mittelohrentzündung und Magen-Darm-Probleme, spielen wird er wohl trotzdem. Und erinnert an das glorreichste Kölner Spiel seit Jahren: Vor genau 15 Monaten, als der FC gegen die unter Trainer Louis van Gaal strauchelnden Bayern mit 3:2 gewann. „Da haben wir sie nach 0: 2-Rückstand geschlagen. Also haben wir auch diesmal eine Chance“, sagte Podolski: „Die müssen wir nutzen.“ Allerdings weiß der Stürmer auch: „Wenn wir spielen wie beim 1:4 in Freiburg, wird das nix.“

Das gilt auch für die Berliner, die auch unter Rehhagel ungebremst dem Abstieg entgegentaumeln. Nun fürchtet „König“ Otto um seinen Ruf, die Spieler kämpfen um ihren Arbeitsplatz, und Manager Michael Preetz würde Ex-Trainer Markus Babbel zu gerne das Maul stopfen. Für die Hauptdarsteller geht es um viel, am härtesten würde der Super-GAU jedoch den Verein treffen, denn eine baldige Rückkehr wäre kaum zu erwarten.

„Die finanziellen Möglichkeiten, um den sofortigen Wiederaufstieg anzupeilen, sind beim Verein nicht vorhanden“, sagte Herthas Vize-Aufsichtsratschef Andreas Schmidt. Der Etat würde von knapp 60 auf 30 Millionen Euro sinken, Leistungsträger wie Adrian Ramos und Raffael müssten angesichts des Schuldenbergs von 35 Millionen Euro verkauft werden. „Im Zweifelsfall muss man sich auf mehrere Jahre 2. Liga einstellen“, sagte Schmidt.

Doch zuvor wollen die Herthaner ihre allerletzte Chance nutzen, die ihnen der Fußball-Gott eingeräumt hat, wie Rehhagel sagte. „Die Jungs haben gut trainiert. Ich bin überzeugt, dass sie das Bestmögliche aus sich rausholen“, sagte er.

Rehhagel wirkt immer noch fokussiert, obwohl der einstige Meistermacher seinen Zauber längst verloren hat. Nach nur zwei Siegen aus elf Spielen droht dem Europameister-Coach von 2004 der zweite Bundesliga-Abstieg nach 1979 mit Arminia Bielefeld. Ein schwarzer Fleck in seiner Vita zum Ende der Karriere, auf den „König Otto“ gerne verzichten würde. Für Michael Preetz wäre es der zweite Abstieg in zwei Jahren. Der Manager darf aber wohl trotzdem bleiben.

sid

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