Meisterschaft spannend wie selten

Bayern-Frauen hoffen auf die Schale: Stolpert der VfL?

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Die Frauen vom FC Bayern und VfL Wolfsburg kämpfen um den Titel. Auch der FFC Frankfurt hat noch Chancen auf die Meisterschaft.

Köln - Packender kann ein Saisonfinale kaum sein: Drei Teams greifen am letzten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga nach der Schale.

An solch ein Herzschlagfinale kann sich selbst Silvia Neid nicht erinnern. „Das hatten wir noch nie“, sagte die Bundestrainerin vor dem Showdown der Frauenfußball-Bundesliga am Sonntag (14.00/HR und Eurosport). Gleich drei Teams - Wolfsburg, München und Frankfurt - haben am letzten Spieltag noch die Chance auf die Schale.

Dabei hat nur Spitzenreiter VfL Wolfsburg (54 Punkte) die Entscheidung selbst in der Hand. Der Titelverteidiger muss allerdings beim Tabellendritten 1. FFC Frankfurt (52) gewinnen, um im Fernduell nicht womöglich noch vom FC Bayern (53) überholt zu werden, der als klarer Favorit in sein Heimspiel gegen die SGS Essen geht.

VfL Wolfsburg greift nach dem Double

Dem VfL winkt neun Tage nach dem Pokalsieg das Double - gelingt der Meisterschafts-Hattrick, wandert die siebte Trophäe binnen zwei Jahren in die Wolfsburger Vitrine. „Wir wollen deutscher Meister werden, also müssen wir gewinnen. Wir werden alles daransetzen“, sagte Trainer Ralf Kellermann, der aber auch fürchten muss, am Ende als Dritter noch die Qualifikation für die Champions League zu verpassen.

Die Bayern-Frauen können 39 Jahre nach ihrer bislang einzigen Meisterschaft Historisches erreichen - und sich dafür gemeinsam mit den Männern am 24. Mai auf dem Rathausbalkon feiern lassen. „Der Titel für Frauen und Männer, das erste gemischte Double der deutschen Fußballgeschichte - das wäre überragend, das versteht der FC Bayern unter Gleichberechtigung“, sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und versprach: „Wir würden dann alle zusammen auf dem Rathausbalkon singen und tanzen.“

Frankfurt könnte sich für das letztjährige Liga-Finale revanchieren, das Wolfsburg 2:1 gewann und so den Hessinnen noch die Schale entriss. FFC-Trainer Colin Bell betonte: „Wir wollen einfach die beste deutsche Mannschaft im Frauenfußball schlagen.“ Vier Tage später wartet auf den siebenmaligen Meister noch das ganz große Highlight, das Champions-League-Finale in Berlin gegen Paris St. Germain.

Großes Medieninteresse am Finalspieltag

Die spannende Konstellation spiegelt sich auch im Medieninteresse wider. Zwei TV-Sender begleiten das „Finale furioso“ in Konferenzschaltungen. Das erfreut auch die Bundestrainerin, die mit DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg in Frankfurt als Ehrungsdelegation samt Original-Schale parat steht: „Ich denke, das tut dem Frauenfußball gut, der Sport wird dadurch mehr wahrgenommen. ` In München hält eine von DFB-Vizepräsident Rainer Koch angeführte Delegation eine Replik der Schale bereit.

Neid sieht die Liga immer noch als Dreiklassengesellschaft. 26 Punkte trennen derzeit den Erst- und Fünftplatzierten, der wiederum 23 Punkte vor dem Tabellenletzten liegt. `Das spricht ja für sich. Am liebsten wäre es mir, wenn wir eine ausgeglichene Liga hätten und die Nationalspielerinnen und Juniorinnen in jedem Spiel zu 100 Prozent gefordert werden“, sagte die 51-Jährige.

Auch im Tabellenkeller wird es noch einmal spannend. Wer neben dem abgeschlagenen Herforder SV (5 Punkte) den Gang in die 2. Liga antreten muss, entscheidet sich auch im Fernduell. Der MSV Duisburg (14) muss gegen Herford gewinnen und auf einen Ausrutscher des SC Sand (16) bei Bayer Leverkusen hoffen, um die Klasse zu halten.

SID

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