VfB sauer über Müller-Aussagen zu Zorniger

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Hansi Müller hat sich im Fernsehen verplaudert. Foto: Bernd Weißbrod

Auch das noch! Mit einem medialen Alleingang sorgt Aufsichtsrat Hansi Müller beim VfB Stuttgart für Ärger. Seiner Einschätzung nach ist die Personalie Alexander Zorniger als Nachfolger von Trainer Huub Stevens schon fix. Der VfB nennt die Spekulationen "kontraproduktiv".

Stuttgart (dpa) - Mit einem einzigen Satz hat Aufsichtsrat Hansi Müller vor den nächsten Abstiegsendspielen für Ärger beim VfB Stuttgart gesorgt.

"Der Alexander Zorniger wird in der neuen Saison den VfB trainieren", sagte der frühere Nationalspieler in der Sendung "Sport und Talk aus dem Hangar-7" des Senders Servus TV. Müller entfachte damit eine Trainer-Diskussion, die die Schwaben in ihrer prekären Lage gar nicht führen wollen.

"Fakt ist: Wir haben mit keinem Trainer für die neue Saison einen Vertrag geschlossen", versicherte Sportvorstand Robin Dutt tags darauf wenig amüsiert über den Vorstoß Müllers und betonte das vertrauensvolle Verhältnis zum aktuellen Coach. "Ich bin froh, dass wir mit Huub Stevens einen Mann haben, der über den Dingen steht."

Schon seit Anfang März wird die zweite Rettungsmission des Niederländers von hartnäckigen Nachfolger-Spekulationen begleitet. Immer wieder fällt dabei der Name des früheren RB-Leipzig-Trainers Zorniger.

Auch "aus Respekt gegenüber Huub Stevens und auch aufgrund der prekären Lage, die wir gerade haben", werde das Thema aber beim VfB "vorerst beiseitegelegt", meinte Müller, der als Aufsichtsrat eigentlich eine Kontrollfunktion innehat und keine Befugnisse im operativen Geschäft besitzt. Auf die Frage, ob Zorniger die Schwaben auch im Abstiegsfall trainieren werde, sagte der 57-Jährige: "Kann ich mir vorstellen."

Stevens hat beim abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten nur einen Vertrag bis zum Saisonende. Bis zum letzten Spieltag am 23. Mai wollen die Stuttgarter Ruhe. "Huub und ich haben ein enges Vertrauensverhältnis und ich bin sehr froh, dass auch er sich von äußeren Einflüssen nicht aus dem Konzept bringen lässt", erklärte Dutt in einer Mitteilung des Traditionsvereins.

Den VfB trifft der mediale Alleingang Müllers zur Unzeit. Die Schwaben sind Tabellenletzter, am Samstag steht der schwere Gang zu Stevens' langjährigem Club Schalke 04 an.

"Der VfB Stuttgart hat mit keinem Trainer einen Vertrag über die laufende Saison hinaus geschlossen", hieß es in der Mitteilung. "Nach wie vor werden sämtliche Aktivitäten dem Ziel Klassenerhalt untergeordnet, und dieser Weg wird nicht verlassen."

Müller ist aber offensichtlich auf Abwege geraten. "Aufsichtsrat und Vorstand des VfB Stuttgart haben einvernehmlich beschlossen, in der schwierigen sportlichen Situation des Vereins geschlossen nach außen aufzutreten", ließ der Aufsichtsratsvorsitzende Joachim Schmidt wissen. "Insofern sind solche Spekulationen kontraproduktiv und entsprechen nicht unserem Selbstverständnis."

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