Der schwierigste Kampf seines Lebens

Zweitliga-Profi Köhler besiegt Krebs

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Benjamin Köhler von Union Berlin kann wieder lächeln: er hat den Krebs besiegt.

Berlin - Die Krebsdiagnose von Benjamin Köhler schockte ganz Fußball-Deutschland. Nun hat der Profi vom Zweitliga-Verein Union Berlin die Krankheit überstanden und wendet sich an die Öffentlichkeit.

Den schwierigsten Kampf seines Lebens hat Benjamin Köhler gewonnen. Anfang Februar war beim Zweitliga-Profi von Union Berlin ein bösartiger Tumor des Lymphsystems im Bauch (Hodgkin-Lymphom) festgestellt worden - am Donnerstag gab es vom gebürtige Berliner die lang ersehnten positive Nachrichten.

„Gott, ich danke dir. I am healthy“, schrieb der 34-Jährige auf seiner Facebookseite. „Es war ein unglaublicher Moment als die Schwester mir sagte, dass es in meinem Körper keine Spuren mehr von Krebszellen gibt“, sagte Köhler der Bild-Zeitung: „Am Mittwoch hatte ich die abschließende Untersuchung in der Berliner Charite.“

Köhlers Schicksal hatte Fußball-Deutschland Anfang des Jahres geschockt. Unzählige Solidaritätsbekundungen folgten. Und auch der Verein stand die gesamte Zeit an der Seite des ehemaligen Frankfurter Bundesligaprofis. Nur einen Tag nach dem Krebsbefund hatte der Klub den Vertrag mit dem Mittelfeldspieler vorzeitig verlängert.

„Danke an Union Berlin, die immer und zu jeder Zeit mir beiseite standen. Danke an meine Freunde, die täglich mit mir im Krankenhaus und immer an meiner Seite waren. Das werde ich euch nie vergessen“, schrieb Köhler: „Danke an meine Familie, die alles hautnah miterleben mussten und mir immer wieder den Rücken gestärkt haben. Vor allem an meine Frau.“

Unzählige Chemotherapien und Krankenhausaufenthalte folgten der Diagnose. So oft es ging kam der gebürtige Berliner ins Stadion und verfolgte die Spiele seiner Mannschaftskollegen. Nach der erlösenden Nachricht hat Köhler bereits das nächste Ziel wieder vor Augen - selbst wieder für Union aufzulaufen: „Das ist auf jeden Fall mein Ziel. Ich werde Vollgas geben und möchte der Mannschaft in der Liga helfen. Ich möchte so schnell es geht wieder auf dem Platz stehen.“

Am ersten Spiel nach der Diagnose hatte es eine bis dato nicht erlebte Solidaritätsbekundung gegeben. Im Spiel gegen den VfL Bochum hatten sich in der siebten Minute die Union-Spieler und Reservisten auf dem Rasen der Alten Fösterei vor Köhlers Tribünenplatz versammelt, drehten sich in übergestreiften T-Shirts mit Köhlers Rückennummer 7 sowie der Aufschrift „Gemeinsam kämpfen“ zu ihrem Kollegen um und stärkten dem Allrounder mit einem „Eisern bleiben, Benny“-Banner den Rücken.

Die Gänsehaut-Atmosphäre berührte im Stadion an der Alten Försterei wohl jeden. Bochums Spieler klatschten Beifall, und der harte Kern der Union-Fans rollte Banner mit „7 - eine Zahl für Zuversicht und Glück“ sowie „Kämpfen Benny und komm“ zurück„ aus. Schiedsrichter Michael Weiner (Giesen) war in die Pläne von Düwels Spielern eingeweiht, sodass die Unioner bei der Mitgefühlsdemonstration für ihren Mannschaftskameraden keine Sanktionen befürchten mussten.

SID

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