Eisschnellauf

Pechstein Fünfte über 5000 Meter

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Claudia Pechstein hat in ihrer Paradedisziplin über 5000 Meter nur Platz fünf geholt.

Sotschi - Claudia Pechstein hat am Mittwoch nicht verhindern können, dass die deutschen Eisschnellläufer erstmals seit 50 Jahren bei Olympischen Winterspielen ohne Medaille bleiben.

Claudia Pechstein suchte Trost bei ihrem Lebensgefährten Matthias Große - ihre Sehnsucht nach der zehnten Olympia-Medaille blieb unerfüllt: Die fünfmalige Olympiasiegerin belegte bei den Winterspielen in Sotschi am Mittwoch über 5000 Meter in 6:58,39 Minuten nur den fünften Platz und konnte damit das Debakel der deutschen Eisschnellläufer nicht verhindern, die zum ersten Mal seit 50 Jahren keine Medaille holten. Trotz der Enttäuschung will die 41-Jährige bis zu den Spielen 2018 in Pyeongchang auf jeden Fall weitermachen.

Die tschechische Vancouver-Olympiasiegerin Martina Sablikova feierte in 6:51,54 Minuten bereits das dritte Olympia-Gold ihrer Karriere. Silber ging an Ireen Wüst (Niederlande/6:54,28) vor ihrer Teamkollegin Carien Kleibeuker (6:55,66). Die Vancouver-Zweite Stephanie Beckert aus Erfurt wurde in 7:07,79 Achte, Bente Kraus (Berlin) landete in 7:10,65 auf dem elften Rang.

„Bombenzeit, Bombenkampf. Auf diese Leistung kann man stolz sein“, lobte Pechstein-Freund Große unmittelbar nach der enormen Kraftanstrengung der Berlinerin, die es verpasste, als erste Athletin bei sechs Olympia-Teilnahmen Edelmetall zu holen.

Mit einem Lächeln wärmte sich Pechstein auf dem Ergometer auf. Nach ihrem vierten Platz über 3000 Meter und dem 19. Rang über die 1500 Meter wollte sie auf ihrer Lieblingsdistanz noch einmal angreifen. Sie versuchte alles auszublenden - die beinahe erdrückende Übermacht der Niederländerinnen bisher und ihre offensichtlichen Probleme, mit dem schweren Eis in der Adler-Arena zurechtzukommen. „Das ist nicht mein Eis, das ist Holland-Eis“, so Pechstein vor dem Rennen. Seit die 5000 Meter 1988 bei Olympia eingeführt wurden, haben die Deutschen immer mindestens eine Medaille gewonnen - dieses Mal nicht.

Auch der Vorteil, im letzten Paar aufs Eis gehen zu können und die vorgelegten Zeiten zu kennen, nützte ihr nichts. Zu stark waren die Vorgaben der Konkurrenz. Pechstein ging das Rennen sehr schnell an. Große und viele deutsche Olympia-Teilnehmer feuerten sie auf der Tribüne lautstark an. Bis zur Hälfte des Rennens durften sie noch von einer Medaille träumen - dann schwanden ihr auf dem schweren Eis langsam die Kräfte.

Nichts dem Zufall überlassen

Dabei hatte Pechstein nichts dem Zufall überlassen. Rechtzeitig vor ihrem letzten Auftritt flogen zwei Techniker ihrer Partnerfirma auf eigene Kosten nach Sotschi und präparierten die Schlittschuhkufen der Berlinerin mit einem Präzisionsschliff. „Es waren zwei schlaflose Nächte. Es dauerte vier Stunden, um einem Paar Schlittschuhe ein Refit zu geben“, erklärte Cheftechniker Andreas Babbe. Der ganze Aufwand reichte nicht zum erhofften Edelmetall.

Für Pechstein sollte eine Medaille zugleich ein „Schlag ins Gesicht der ISU“ sein. Die Internationale Eislauf-Union (ISU) hatte sie 2009 wegen auffälliger Blutwerte für zwei Jahre gesperrt. Pechstein bestreitet bis heute jegliches Doping und gibt eine von ihrem Vater geerbte Blutanomalie als Grund für ihre nach wie vor wechselhaften Retikulozytenwerte an. Sämtliche sportgerichtliche Instanzen wiesen ihre Einsprüche gegen das ISU-Urteil aber zurück. Inzwischen hat sie den Weltverband auf Schadensersatz in Millionenhöhe verklagt. Am 26. Februar soll in München über das Prozessprozedere entschieden werden. Dies alles schien in diesem bitteren Moment völlig nebensächlich.

Von Frank Thomas und Robert Semmler

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