Tennis

Haas und Beck greifen nach Titeln

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Zwölf Jahre nach seinem ersten Sieg steht „Oldie“ Tommy Haas erneut im Finale des ATP-Turniers von Wien.

Wien - Zwölf Jahre nach seinem ersten Sieg steht „Oldie“ Tommy Haas erneut im Finale des ATP-Turniers von Wien. Youngster Annika Beck feiert dagegen in Luxemburg Premiere - in die Fußspuren von Steffi Graf tritt sie dennoch (noch) nicht.

Die Erinnerung an das erste Mal kommt Tommy Haas nur noch selten, zu lange tourt der „Oldie“ nun schon über den Tennis-Zirkus. Nach seinem Finaleinzug in Wien blickte Haas jedoch wieder einmal zurück - an den Anfang seiner schier unendlichen Laufbahn. „Ich habe hier zum ersten Mal 1997 gespielt. 2013 wieder hier zu sein, ist großartig, etwas ganz Besonderes“, sagte der 35-Jährige nach dem 3:6, 6:4, 7:6 (7:0) gegen Lukas Rosol. Im Endspiel am Sonntag trifft er auf den Niederländer Robin Haase und kann zwölf Jahre nach seinem ersten Sieg in der Wiener Stadthalle erneut triumphieren.

Vielleicht blickt auch Annika Beck in weit entfernter Zukunft auf ihr erstes Finale auf der WTA-Tour zurück. Beim Hallenturnier in Luxemburg profitierte die 19-Jährige beim Stand von 7:5, 1:0 von der verletzungsbedingten Aufgabe der Schweizerin Stefanie Vögele und spielt am Sonntag gegen die ehemalige Weltranglistenerste Caroline Wozniacki um ihren ersten Sieg auf der Profitour.

Die Dänin verhinderte mit ihrem 6:4, 6:4-Erfolg gegen Wimbledonfinalistin Sabine Lisicki (Berlin) das erste deutsche Finale auf der WTA-Tour seit 18 Jahren. Damit bleiben Steffi Graf und Anke Huber die letzten deutschen Tennisspielerinnen, die sich in einem Endspiel gegenüberstanden. Am 19. November 1995 gewann Graf das Saisonfinale im Madison Square Garden in New York 6:1, 2: 6, 6:1, 4:6, 6:3.

Das Duell mit ihrer Fed-Cup-Kollegin wäre für Beck, derzeit die Nummer 57 im Ranking, die vorläufige Krönung einer nahezu perfekten Woche gewesen. Kampf- und laufstark quälte sich die Bonnerin, 2012 French-Open-Siegerin bei den Junioren, durch das Turnier. Alleine das Viertelfinale gegen die Polin Katarzyna Piter hatte 3:12 Stunden gedauert. Vögeles Rückenverletzung spielte Beck daher in die Karten, im ersten Duell mit der Weltranglistenneunten Wozniacki braucht sie all ihre Kraft.

Ebenfalls zum ersten Mal treffen Routinier Haas und sein neun Jahre jüngerer Kontrahent Robin Haase aufeinander. Dabei geht es für den gebürtigen Hamburger um seinen 15. Titel auf der ATP-Tour und den zweiten in Wien. Bereits 2001 hatte Haas das Hallenturnier gewonnen und sich damit nach Michael Stich (1991) und Boris Becker (1996) als dritter Deutscher in die Siegerliste eingetragen. Beim Blick zurück wird er feststellen: Keiner der Kontrahenten von damals ist heute mehr aktiv.

Haas allerdings versprüht noch immer den Ehrgeiz eines Nachwuchsspielers, ganz so wie bei seinen ersten Gehversuchen in Wien vor 16 Jahren, als er die erste Runde gegen Arnaud Boetsch aus Frankreich gewann, dann allerdings am Slowaken Karol Kucera scheiterte. Das Turnier gewann übrigens Goran Ivanisevic im Finale gegen Greg Rusedski.

In der Gegenwart hieß am Samstag der Gegner Lukas Rosol, ein Tscheche mit krachenden Grundschlägen. Besonders der Aufschlag ärgerte Haas, erst im zweiten Satz fand er ein Mittel dagegen und kam zu seinen ersten Breakbällen. Den zweiten verwandelte der Weltranglistenzwölfte zum Satzausgleich. Im dritten Satz musste der Tiebreak die Entscheidung bringen und Haas spielte sein bestes Tennis.

„Der Tiebreak war der Schlüssel“, sagte Haas: „Ich habe sehr gut gespielt, und er hat mit ein paar unnötigen Fehlern geholfen. Letztlich haben ein paar Punkte den Ausschlag gegeben.“ Den letzten musste er dabei gar nicht selber machen. Rosol regte sich so sehr über die verpasste Finalchance auf, dass er seinen Schläger zertrümmerte und durch einen Strafpunkt das Match verlor.

SID

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