Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Will Asyl in Europa beantragen

Olympia 2021: Sportlerin zur „gewaltsamen Ausreise“ gezwungen? Schutz von Japans Polizei

Die belarussische Athletin Krystsina Tsimanouskaya sollte gegen ihren Willen aus Tokio abreisen.
+
Die belarussische Athletin Kristina Timanowskaja sollte gegen ihren Willen aus Tokio abreisen.

Gegen ihren Willen sollte die belarussische Sportlerin Kristina Timanowskaja aus Tokio abreisen. Am Flughafen konnte sie aber Schutz bei der japanischen Polizei suchen.

Tokio - Weil sie sich kritisch über belarussische Sportfunktionäre geäußert haben soll, hätte die Leichtathletin Kristina Timanowskaja die Olympischen Spiele* beenden und aus Tokio abreisen sollen - gegen ihren Willen. Die oppositionelle, belarussische Athletenvertretung Belarusian Sport Solidarity Foundation (BSSF) sprach am Sonntag sogar von einer „gewaltsamen“ Ausreise. Die Sportlerin suchte deshalb Schutz bei der japanischen Polizei.

Olympia 2021: Die belarussische Sportlerin Timanowskaja hat Angst, im Gefängnis zu landen

„Ich bin jetzt in Sicherheit“, sagte Timanowskaja der BSSF. Sie stehe jetzt unter dem Schutz der japanischen Polizei. Unabhängigen belarussischen Medien zufolge sei sie davor bereits gegen ihren Willen zum Flughafen nach Tokio gebracht worden. Dem Sport-Telegram Tribuna sagte die Athletin: „Ich habe Angst, dass sie mich in Belarus womöglich ins Gefängnis sperren. Ich habe keine Angst, dass sie mich entlassen, oder aus der Nationalmannschaft werfen. Ich habe Angst um meine Sicherheit.“ Und auch am Flughafen soll sie auf die Frage, ob sie Angst habe nach Belarus zu fliegen, mit „ja“ geantwortet haben.

Das Belarussische Olympische Komitee (NOK) sieht die Sache jedoch ganz anders. Die Athletin sei von einem Arzt untersucht worden und werde wegen ihrer „emotional-psychischen Verfassung“ nicht an weiteren Wettkämpfen teilnehmen, gab es auf Telegram bekannt. Timanowskaja bezeichnete das auf Instagram als „Lüge“. Dem Radiosender Euroradio sagte sie in einem Interview: „Sie haben mir einfach gesagt, meine Sachen zu packen und nach Hause zu fliegen.“

Grund für den Disput zwischen Sportlerin und Komitee soll eine Beschwerde der 24-Jährigen gewesen sein. Sie sollte ohne ihr Wissen bei der 4x400-Meter-Staffel* starten. „Einige unserer Mädchen sind nicht hierhergeflogen, um an der 4x400-Meter-Staffel teilzunehmen, weil sie nicht genügend Dopingtests absolviert hatten“, sagte Tsimanouskaya am Flughafen der Nachrichtenagentur Reuters. „Und der Trainer hat mich ohne mein Wissen in die Staffel aufgenommen. Ich habe darüber öffentlich gesprochen. Der Cheftrainer kam zu mir und sagte, es habe einen Befehl von oben gegeben, mich zu entfernen.“

Olympia 2021: Das Internationale Olympische Komitte bittet um Aufklärung

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat sich am Sonntag auch zu der Angelegenheit geäußert. Es fordert vom NOK den Fall aufzuklären. Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja begrüßte die schnelle IOC-Reaktion. „Es ist wichtig, die Verletzungen von Rechten der Athleten durch das NOK zu untersuchen“, schrieb sie auf Twitter. 

Wie das BSSF angab, will sich die belarussische Athletin jetzt um Asyl in Europa bemühen. Deshalb will sich an die österreichische Botschaft in Tokio wenden. Außerdem hatte das BSSF dem IOC eine Liste übergeben. Darin stehen 65 Fälle und Belege bei der Sportler, Trainer und Funktionäre systematischer Repression ausgesetzt gewesen sein sollen, so der Spiegel. Die Fälle reichten von Inhaftierungen über Gewaltanwendung bis hin zu Jobverlust, Suspendierung vom Sportbetrieb und Nationalmannschaften. (tel/dpa) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Kommentare