US Open

Lisicki marschiert - Kerber mit Zittersieg

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Sabine Lisicki trifft in der nächsten Runde auf Jekaterina Makarowa

New York - Sabine Lisicki hat als erster deutscher Tennisprofi die dritte Runde der US Open in New York erreicht. Angelique Kerber musste über zwei Stunden kämpfen, ehe sie als Siegerin vom Feld ging.

Zittersieg für Angelique Kerber, Luxuserfolg für Sabine Lisicki: Die beiden Hoffnungsträgerinnen sind bei ihrer US-Open-Mission auf Kurs geblieben und stehen als erste deutsche Profis in der dritten Runde von New York.

Doch während die an Position acht gesetzte Kerber beim 6:4, 2:6, 6:3 gegen den kanadischen Teenager Eugenie Bouchard 2:16 Stunden kämpfen musste, beeindruckte Wimbledonfinalistin Lisicki beim 6:2, 6:3 gegen die 20-jährige Paula Ormaechea (Argentinien) und sammelte weiter wertvolle Matchpraxis.

Linkshänderin Kerber erlebte im Louis-Armstrong-Stadium ein Wechselbad der Gefühle. Nach einem überzeugenden ersten Satz verlor die US-Open-Halbfinalistin von 2011 in der Folge völlig den Faden gegen die vom Publikum laustark unterstützte 19-jährige Bouchard (WTA: 59).

Nach dem Verlust des zweiten Durchgangs nahm sich Kerber, die in dieser Saison noch auf einen Turniersieg wartet, eine Toilettenpause und fand dann rechtzeitig zu ihrer gewohnten Form zurück. Immer wieder feuerte sich die 25-Jährige an. Die Entscheidung in einem engen Match war erst gefallen, als Kerber ihren fünften Matchball verwandelt hatte. Danach schrie sie ihre Erleichterung heraus.

Im Match um den Einzug ins Achtelfinale trifft die deutsche Nummer eins am Samstag auf Kaia Kanepi (Estland), gegen die sie in Wimbledon in der zweiten Runde überraschend ausgeschieden war.

Lisicki indes hatte leichteres Spiel. Für die Berlinerin war es im fünften Match seit ihrem Rasen-Coup Anfang Juli der dritte Sieg. Lisicki wehrte fünf von sechs Breakchancen ihrer Gegnerin ab und verwertete ihren ersten Matchball nach 1:12 Stunden bezeichnenderweise mit einem Servicewinner.

Danach zeigte die 23-Jährige die Siegerfaust und musste noch zehn Minuten nach dem Spielende auf Court 17 Autogramme geben. Publikumsliebling Lisicki bekommt es in der nächsten Runde mit Jekaterina Makarowa (Russland/Nr. 24) zu tun.

Nach ihrer Finalniederlage in Wimbledon hatte die Weltranglisten-18. wegen einer Handgelenkverletzung pausieren müssen. Stattdessen arbeitete Lisicki in Florida an ihrer Fitness und überstürzte nichts. „Ich höre jetzt besser auf meinen Körper“, sagte die Berlinerin, die bei den US Open 2010 böse umgeknickt war und mit dem Rollstuhl vom Court gebracht werden musste.

Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner traut ihrem Duo Kerber/Lisicki beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres einiges zu. „Sie werden von Runde zu Runde gefährlicher“, meinte die 40-Jährige. Auch Nick Bollettieri gefällt die Frauenpower „made in Germany“. „Angie und Sabine können hier eine große Rolle spielen“, sagte der Trainer-Guru dem SID.

Am Donnerstag hatten auch noch Philipp Kohlschreiber (Augsburg) und Mona Barthel (Bad Segeberg) die Chance, in die dritte Runde von New York einzuziehen. Fünf weitere deutsche Profis könnten am Freitag folgen. Unter anderem spielt Publikumsliebling Tommy Haas (Los Angeles) gegen den Taiwanesen Yen-Hsun Lu.

Qualifikant Peter Gojowczyk indes schwebt in diesen Tagen auf Wolke sieben. Der Münchner hat bei den US Open erstmals die zweite Runde eines Grand-Slam-Turniers erreicht. Was nicht heißt, dass der Weltranglisten-146. auch abseits des Courts alle Hemmungen ablegen würde.

In der Players Lounge staunt Gojowczyk jedenfalls beim Anblick von Stars wie Roger Federer oder Rafael Nadal nicht schlecht. „Das ist echt cool. Ich hätte auch gerne ein Foto mit ihnen zusammen gemacht. Aber ich habe mich dann doch nicht getraut zu fragen“, berichtete der 24-Jährige nach dem 7:6 (9:7), 2:6, 6:4, 6:1 gegen Igor Sijsling (Niederlande).

Durch den bislang „größten Erfolg“ seiner Karriere hat Gojowczyk schon mehr als ein Viertel seines bisherigen Preisgelds eingespielt - nämlich 53.000 Dollar. „Jetzt bin ich glücklich, da kann nichts Besseres passieren“, sagte der Bayer mit dem blonden Dutt, der nun auf den Russen Jewgeni Donskoi trifft.

Während Gojowczyk sein Glück kaum fassen konnte, begann Andy Murray die Mission Titelverteidigung mit einem ungefährdeten Sieg. Der Wimbledonsieger bezwang Michael Llodra (Frankreich) mit 6:2, 6: 4, 6:3. 

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SID

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