Traumfinale in Paris:

Überragende Williams trifft auf Scharapowa

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Serena Williams erniedrigte ihre Gegnerin geradezu.

Paris - Das Traumfinale der French Open ist perfekt: Serena Williams und Maria Scharapowa, die Nummern eins und zwei der Weltrangliste treffen am Samstag in Roland Garros aufeinander.

Beide haben bereits alle vier Grand-Slam-Turniere gewonnen, dennoch besteht kein Zweifel, wer im Endspiel die Favoritenrolle inne hat. Mit 6:0, 6:1 nach nur 46 Minuten fegte Williams in ihrem Halbfinale über die bemitleidenswerte Vorjahresfinalistin Sara Errani (Italien/Nr. 5) hinweg und greift nach ihrem 16. Grand-Slam-Titel.

Dagegen mühte sich Titelverteidigerin Scharapowa gegen Wiktoria Asarenka (Weißrussland/Nr. 3) zum 6:1, 2:6, 6: 4-Sieg, hatte dabei aber mehr mit der eigenen Fehlerquote, als mit der Gegnerin zu kämpfen. Insgesamt elf Doppelfehler unterliefen der Russin.

Williams ließ von der ersten Minute keinen Zweifel aufkommen, dass sie elf Jahre nach ihrem bislang einzigen Triumph in Roland Garros endlich wieder das Finale beim wichtigsten Sandplatzturnier der Saison erreichen wollte. Ihre kraftvollen Gewinnschläge von der Grundlinie ließen Errani wie eine Schülerin aussehen. Während Williams 40 Winner gelangen, glückten ihrer Gegnerin ganze zwei. Das Match, eigentlich war es eine Demütigung, erinnerte stark an das 88er-Finale zwischen Steffi Graf und Natascha Zwerewa, das Graf nach 34 Minuten 6:0, 6:0 gewann. Immerhin gelang Errani beim Stand von 0:6, 0:3 ein Spielgewinn, über den sich Williams offensichtlich ärgerte.

„Ich bin sehr zufrieden mit meiner Vorstellung, ich habe das heute extrem konzentriert gespielt“, sagte Williams im frisch erlernten Französisch und rief den Zuschauern auf dem Platz zu: „Vielen Dank für Eure Unterstützung. Das ist ein großartiger Moment für mich.“

Der Finaleinzug ist der bisherige Höhepunkt in der Saison der Amerikanerin. 30 Siege hat die 31-Jährige in Folge gefeiert, so lange blieb sie in ihrer Karriere noch nie ungeschlagen. Ihre letzte reguläre Niederlage hatte Williams im Februar gegen Wiktoria Asarenka kassiert. Beim Turnier in Dubai war sie anschließend zu ihrem Auftaktspiel gegen die Französin Marion Bartoli nicht angetreten.

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Im direkten Duell gegen Scharapowa führt Williams 13:2, das letzte Match der beiden gewann sie im Finale von Madrid 6:1, 6:4. Die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in London hatte sie noch deutlicher geholt. Damals deklassierte Williams Scharapowa mit 6:0, 6:1. Zweimal standen sich beide in einem Grand-Slam-Finale gegenüber: 2007 in Melbourne gewann Williams (6:1, 6:2), 2004 hatte Scharapowa in Wimbledon triumphiert (6:1, 6:4).

Ob der Russin die Erinnerung an den ersten Major-Titel ihrer Karriere Mut gibt, bleibt abzuwarten. Nach dem Match gegen Asarenka muss sich die 26-Jährige jedenfalls gehörig steigern, um Williams überhaupt in Bedrängnis bringen zu können. Zahlreiche unerzwungene Fehler unterliefen Scharapowa nach zunächst gutem Beginn, immerhin schlug sie auch zwölf Asse. Das letzte beim fünften Matchball, den sie zu ihrem achten Finaleinzug bei einem Grand Slam verwandelte.

„Ich bin extrem glücklich, ich musste hier bis zum Ende kämpfen“, sagte Scharapowa: „Das ist ein spezielles Turnier für mich, weil ich hier als Titelverteidigerin angereist bin.“ Dass sie Paris auch so verlässt ist kaum zu erwarten. Bereits gegen Asarenka rettete sie nur eine Regenpause zu Beginn des dritten Satzes, zuvor hatte sie völlig den Faden verloren. In den Katakomben des Centre Courts konnte sie sich wieder sammeln. „Das hat mir Zeit gegeben, darüber nachzudenken, was ich im ersten Satz richtig gemacht habe“, sagte Scharapowa.

SID

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