Dritter Sieg

Volleyballer machen WM-Qualifikation perfekt

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Deutschlands Christian Fromm (r) im Angriff gegen die Türken Hakki Capkinoglu (l) und Ulas Kiyak.

Ludwigsburg - Das lief wie am Schnürchen. Deutschlands Volleyballer holen gegen die Türkei den notwendigen dritten Sieg und qualifizieren sich zum dritten Mal in Serie für die WM.

Erst tanzten die deutschen Volleyball-Riesen noch ausgelassen wie kleine Kinder im Kreis, dann spielte Bundestrainer Vital Heynen den „Spielverderber“: Um Punkt 19 Uhr, das teilte der bestens gelaunte Belgier augenzwinkernd mit, beginne die WM-Vorbereitung. Party? Vielleicht danach irgendwann. „Es ist wichtig, weiterzuarbeiten und diese Ergebnisse auch bei großen Turnieren zu bestätigen“, sagte der 44-Jährige: „Wir wollen mehr als nur überraschen.“

Einen „nächsten Schritt“ dahin habe die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) aber beim Qualifikationsturnier in Ludwigsburg längst gemacht. Auch das entscheidende dritte Spiel gegen die Türkei gewann das deutsche Team souverän 3:0 (25:17, 25: 19, 25:19) und löste damit als ungeschlagener Gruppensieger direkt das Ticket für die Endrunde in Polen (3. bis 21. September). Zuvor hatten die Volleyballer Kroatien und Estland ebenfalls mit jeweils 3:0 geschlagen.

„Meine Spieler haben gezeigt, dass sie mit dem Druck umgehen können“, sagte Heynen. DVV-Präsident Thomas Krohne meinte: „Unsere Nationalmannschaft hat sich nochmals weiterentwickelt und verdient das Turnier und das damit verbundene WM-Ticket gewonnen. Unsere Männer bieten hochattraktiven modernen Volleyball, und ich bin für die nächsten Aufgaben in diesem Jahr sehr zuversichtlich.“

Die dritte in Folge und die insgesamt sechste WM-Teilnahme krönt für die DVV-Herren ein erfolgreiches Länderspieljahr, in dem der Olympia-Fünfte von 2012 bei der EM in Dänemark und Polen den sechsten Platz belegte und die Weltliga als Siebter abschloss. Die Auswahl der ehemaligen DDR hatte bei sieben WM-Teilnahmen 1970 den bisher einzigen Titel nach Deutschland geholt.

Heynen hatte das Quali-Turnier am Neckar zuvor als „wichtigstes für die kommenden fünf Jahre“ bezeichnet. In Polen geht es für die größten deutschen Mannschaftssportler nun auch um Weltranglistenpunkte, um den Weg zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro möglichst gegen einfache Gegner bestreiten zu können. Derzeit ist Deutschland Zehnter der Welt.

Gegen die Türkei, die am Vorabend in einem Kraftakt gegen Kroatien (3:2) einen Punkt liegen gelassen hatte, begann das Heynen-Team extrem selbstbewusst und überstand auch die hitzige Anfangsphase, die von strittigen Schiedsrichterentscheidungen geprägt war, schadlos. 3650 Zuschauer in der ausverkauften MHP Arena sorgten erneut für eine beeindruckende Stimmung, Heynen begann früh, sein Team von der Seitenlinie zu beruhigen. Die ebenso klare wie verdiente 16:8-Führung zur zweiten technischen Auszeit ließen sich die Hausherren nicht mehr nehmen.

Nach starkem Beginn im zweiten Durchgang verlor Deutschland zunächst den Faden und schenkte den Gästen durch Unkonzentriertheiten und missglückte Absprachen am Netz einfache Punkte. Dennoch behielt die DVV-Auswahl die Nerven: Starspieler Georg Grozer verwandelte den ersten Satzball - ab diesem Zeitpunkt stand Deutschland als bester Gruppenzweiter fest. Mit dem Selbstvertrauen, das WM-Ticket sicher in der Tasche zu haben, zeigten die Nationalspieler auch im Schlussabschnitt starke Angriffe und bestätigten die seit Monaten aufsteigende Formkurve. Punktbester Spieler war Außenangreifer Denis Kaliberda mit 16 Zählern.

Bereits am Freitag war das Heynen-Team verheißungsvoll in das Turnier gestartet. Gegen den Weltranglisten-52. Kroatien gewann es trotz einiger Wackler am Ende souverän, beim 3:0 gegen Estland am Samstag schien das Team seine anfängliche Nervosität endgültig im Griff zu haben. Heynen hob ausdrücklich die Bedeutung des lautstarken Publikums hervor. In der Türkei, sagte er vor der ersten Angabe, wäre die Qualifikation „fast unmöglich“ gewesen. Schon zu den ersten beiden Partien waren insgesamt 5723 Zuschauer in die Arena geströmt.

Am Sonntagnachmittag gewann zudem Estland, das zum Auftakt 0:3 gegen die Türkei verloren hatte, in einem bedeutungslosen Spiel 3:1 (25:17, 23:25, 25:21, 25:18) gegen Kroatien.

sid

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