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Drama von Budapest

WM-Schock: Schwimm-Star treibt plötzlich bewusstlos im Wasser und geht unter

Anita Alvarez (M) aus den USA wird nach einen Kollaps aus dem Wasser gezogen. Alvarez war am Mittwoch (22. Juni) unmittelbar nach ihrer Darbietung bewusstlos im Becken untergegangen. Sie musste von ihrer Trainerin und einer weiteren Person gerettet werden.
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Drama um Anita Alvarez: Die US-Synchronschwimmerin fällt nach ihrer Kür in Ohnmacht und wird von ihrer Trainerin vom Beckenboden gerettet.

Budapest - Die Bilder von Anita Alvarez gehen um die Welt, sie schockieren und verstören zugleich. Völlig ausgepumpt nach ihrer WM-Kür sinkt die US-amerikanische Synchronschwimmerin plötzlich ab und treibt regungslos gen Beckenboden, ehe sie von ihrer Trainerin mit einer beherzten Rettungsaktion aus dem Wasser gefischt wird.

„Ich musste reinspringen, weil die Rettungsschwimmer es nicht taten“, sagte Andrea Fuentes über den Unfall am Mittwoch. Zuvor war sie in voller Montur in den Pool gehechtet und hatte die ohnmächtige Alvarez zurück an die Oberfläche gebracht. Zusammen mit einem weiteren Betreuer brachten sie Alvarez an den Beckenrand. Rettungshelfer und Ärzte kümmerten sich umgehend um die 25-Jährige. Etwa eine halbe Stunde später gab es dann zum Glück Entwarnung: Dem US-Schwimmstar gehe es wieder gut, Alvarez soll wohl stressbedingt zusammengebrochen sein.

„Ich hatte Angst, weil ich sah, dass sie nicht atmete, aber jetzt geht es ihr sehr gut“, ergänzte Fuentes. Alle Vitalfunktionen seien überprüft worden. Herzfrequenz, Sauerstoff, Blutzuckerspiegel, Blutdruck - alles sei „normal“.

„Mindestens zwei Minuten nicht geatmet“

Der Schock steckte ihr und ihrem Team aber noch in den Gliedern. Unter Tränen hatten sie in den Minuten nach dem schlimmen Vorfall um das Leben ihrer 25 Jahre alten Mannschaftskameradin gebangt, die während der Olympia-Qualifikation im Jahr 2021 schon einmal im Wettkampf ohnmächtig geworden war. Es sei nicht der erste Vorfall dieser Art beim US-Schwimmstar, bestätigte später auch eine Betreuerin.

„Ich glaube, sie hat mindestens zwei Minuten lang nicht geatmet, weil ihre Lungen voller Wasser waren“, berichtete Fuentes. Anschließend habe ihr Schützling „das Wasser erbrochen, gehustet, und das war es. Aber es war ein großer Schreck.“

„Überspielen alles mit dem Lächeln“

Das Drama von Budapest erlebte die deutsche Synchronschwimmerin Marlene Bojer, die mit Platz zehn ihre beste WM-Platzierung errungen hatte, hautnah mit. „Ich finde das ganz schlimm“, sagte die Münchnerin. Sie habe so etwas schon mehrmals mitbekommen: „Wenn man das live sieht, dann bleibt einem wirklich das Herz stehen und man denkt sich nur: Um Gottes Willen.“

Am Ende einer Kür sei man beim Synchronschwimmen „absolut am Limit. Muskulär, vom Kopf her, von der Energie – es ist einfach alles raus“, so Bojer: „Wir überspielen alles mit dem Lächeln, den Emotionen und der Musik. Aber in so einer Situation sieht man einfach, dass wir auch körperlich am Limit sind und dass es höchste Leistungen sind, die uns unser Sport da abverlangt.“

Ähnlicher Vorfall in Rostock

Bei den deutschen Wasserspringern hatte es mal einen ähnlichen Fall gegeben. Bundestrainer Lutz Buschkow sprang 2010 in Rostock für eine Rettungsaktion ins Becken, nachdem Maria Kurjo mit dem Kopf am Turm aufgeprallt und bewusstlos ins Wasser gefallen war.

Der Vorfall von vor zwölf Jahren ging glimpflich aus - ähnlich wie der mit Alvarez. „Morgen (Donnerstag) wird sie sich den ganzen Tag ausruhen und mit dem Arzt entscheiden, ob sie das Mannschaftsfinale frei schwimmen kann oder nicht“, sagte Fuentes und bedankte sich „für all die guten Wünsche für Anita“. Alvarez erhielt für ihre Darbietung übrigens 87,6333 Punkte und wurde Siebte, aber das war an diesem Tag total unbedeutend.

mz/dpa/afp

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