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Alle feiern Vettel - Kollege Webber leidet

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Mark Webber (l.) beim Gratulieren

London/Berlin - Im Jubelrausch um Sebastian Vettel ist sein Teamkollege Mark Webber längst untergegangen. Der Australier tut sich schwer mit seiner Nebenrolle. Schon wird über einen jungen Nachfolger spekuliert.

Im Schatten von Sebastian Vettel verkümmert Mark Webbers Formel-1-Karriere. Der Teamkollege bekommt vom Glanz des Doppel-Weltmeisters kaum etwas ab und scheint beim Red-Bull-Rennstall nur noch als Nummer 2 geduldet. Seit Monaten leidet der Australier sichtlich unter Vettels Dominanz, die ihn zum Nebendarsteller im großen PS-Theater degradiert hat. “Sebastian ist für den Rest des Feldes der Maßstab. Er ist zweifacher Champion, ich nicht“, beschrieb Webber treffend die Rollenverteilung.

Vettel von A bis Z: Seine Lieblingsband, sein Markenzeichen

Vettel von A bis Z: Seine Lieblingsband, sein Markenzeichen und mehr

A wie Adrian Newey, Red-Bull-Technikguru und Konstrukteur der Weltmeisterautos © Getty
B wie Beatles, Sebastians Lieblingsgruppe © Getty
C wie Christian Horner, als Teamchef bei Red Bull Vettels Vorgesetzter © Getty
D wie Deutschland, Vettels Heimat, in der er aber bislang noch kein Formel-1-Rennen gewonnen hat © Getty
E wie Ehrgeiz, eine von Vettels herausragenden Eigenschaften: Er kann nicht verlieren, egal, wobei © Getty
F wie Fußball, womit Vettel schon als Kind aufgehört hat, weil er nicht gut genug war © Getty
G wie Geld, nicht so wichtig für Vettel, weshalb er lieber seine Ruhe genießt als noch mehr Werbeverträge abzuschließen © Getty
H wie Haare, blond und bares Geld wert - durch einen Werbevertrag mit einem Shampoo-Hersteller © Getty
I wie Indianapolis, der Ort von Vettels erstem Formel-1-Rennen, in dem er 2007 gleich als Achter einen WM-Punkt holte © Getty
J wie Jubelschreie, Vettels Ausbrüche am Boxenfunk nach gewonnenen Rennen sind fast schon legendär © Getty
K wie Kinky Kylie, Kosename für Vettels Rennauto © Getty
L wie Lächeln, mit dem der Weltmeister viele - vor allem weibliche - Fans fasziniert © Getty
M wie Monza, Ort von Vettels Durchbruch. Dort fuhr er 2008 im Toro Rosso als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte auf die Pole Position und gewann ein Rennen © Getty
N wie Norbert, Vettels Vater, der die Karriere seines Sohnes von Beginn an unterstützt hat © Getty
O wie Otto Waalkes, der in der Bild-Zeitung ein Gedicht widmete © Getty
P wie Perfektion, ein Status, den Vettel immer anstrebt © Getty
Q wie Qualifikation, Vettels Domäne, in 12. von 15 Rennen fuhr Vettel in diesem Jahr auf die Pole Position © Getty
R wie Red Bull, Vettels Förderer schon seit Kartzeiten © Getty
S wie Suzuka, die Strecke, auf der er in drei Jahren zwei Rennen und einen WM-Titel gewann © Getty
T wie Tommi Parmakoski, Vettels finnischer Fitnesstrainer und Physiotherapeut, mit dem er übers Jahr gesehen die meiste Zeit verbringt © Getty
U wie unermüdlich, Vettel ist abends meist der Letzte im Fahrerlager, diskutiert lange mit seinen Ingenieuren © Getty
V wie Vettel-Finger, sein Markenzeichen, und als blaue Schaumstoffversion Standardausrüstung eines echten Vettel-Fans © Getty
W wie Wille, mit dem Vettel im vorigen Jahr in letzter Minute doch noch seinen ersten Titel geholt hatte © Getty
X wie x-beliebig, genau das, was Vettel nicht ist © Getty
Y wie youngest, englisch, steht für Vettels Rekorde, die er als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte holte © Getty
Z wie Ziel, für Vettel immer gleich: beim nächsten Rennen das Optimum herausholen © Getty

Seit August 2010 hat der 35-Jährige kein Rennen mehr gewonnen. Vettel feierte seither 13 Siege. “Im Vergleich mit Sebastian hat er es nun einmal nicht so leicht, weil Seb einfach der Beste ist“, meinte Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Doch auch die anderen WM-Aspiranten Jenson Button, Lewis Hamilton und Fernando Alonso waren in diesem Jahr zumindest einmal erfolgreich. Nur Webber fuhr bei keinem der 16 Saisonrennen als Erster durchs Ziel.

“Wenn Red Bull mit zwei Männern von seiner Sorte antreten würde, dann würden wir jetzt die Weltmeisterschaft anführen und könnten noch den Titel holen“, erklärte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh vor dem Südkorea-Rennen der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Heißt: Vettel macht den Unterschied, Webber kann das nicht. Dabei galt der Red Bull RB7 zumindest bis weit in den Sommer als das überlegene Auto. Doch nur der Deutsche holte das Maximum aus seinem Dienstwagen heraus.

Webber reagierte zuletzt zunehmend dünnhäutig auf Fragen nach den Triumphen seines Stallkollegen. In Singapur beschimpfte er sogar einen Journalisten unflätig. “Mark leidet unter den Erfolgen von Vettel“, sagte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko. Bei Vettels Titelparty in Japan war Webber schon im Schnellzug auf dem Weg nach Tokio. Eine Woche später posierte er in Südkorea mit gequälter Miene für das Jubelfoto nach dem Gewinn der Team-WM.

Doch Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz hat den derzeitigen WM-Vierten ins Herz geschlossen. Vettel und der Routinier seien eine “Wunschpaarung“, bekräftigte der Österreicher. So bekam Webber noch einmal einen neuen Vertrag für 2012. “Ich habe wieder unterschrieben, weil ich keine Wahl hatte“, gestand der 173-malige Grand-Prix-Teilnehmer.

Im Jahr 2002 hatte Webber sein Formel-1-Debüt für Minardi gegeben. Seit 2007 fährt er für Red Bull, sechs Rennsiege stehen in der Bilanz. Im Vorjahr hatte er noch vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi rechnerisch eine bessere Titelchance als Vettel. Doch es triumphierte der Heppenheimer und stieg endgültig zum Chefpiloten des Teams auf.

Schon heißt es, Webbers australischer Landsmann Daniel Ricciardo werde durch die von Red Bull finanzierten Einsätze beim Außenseiter HRT auf die baldige Nachfolge als Vettels Adjutant vorbereitet. Doch noch glaubt Webber an eine bessere Zukunft im internen Duell. “Ich muss mich vorbereiten, denn vielleicht wird er das neue Auto nicht mögen oder fühlt sich nicht wohl damit“, sagte er. Ein vager Hoffnungsschimmer. Denn die meiste Mitsprache beim neuen Boliden hat für gewöhnlich der Weltmeister.

dpa

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