Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Mercedes mit Sonderschichten

+
Michael Schumacher sah im ersten Rennen nicht die Ziellinie. Das soll sich für Malaysia ändern.

Stuttgart - Nach dem Debakel von Melbourne steht Mercedes nun in der Pflicht: In Sepang müssen die Silberpfeile beweisen, dass die guten Trainingszeiten kein Zufall waren - dafür haben sie hart gearbeitet.

Die Mechaniker schraubten Tag und Nacht, die Rennfabrik stand kaum still. Der Formel-1-Rennstall Mercedes hat die wenigen Tage nach dem Desaster von Melbourne mit Hochdruck genutzt, um den lahmen Silberpfeil für die Sauna von Sepang wieder auf Touren zu bringen. “Das Licht ging dabei selten aus“, schilderte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa.

“Jeder im Team ist positiv geblieben und hat seinen Kampfgeist ausgepackt. Ich erwarte daher ein besseres Wochenende für uns, ein Wochenende, auf dem wir in der Folge aufbauen können“, betonte Rekordweltmeister Michael Schumacher vor dem Großen Preis von Malaysia an diesem Sonntag. Trotz des deprimierenden Doppelausfalls von Schumacher und Nico Rosberg beim Saisonstart in Australien sieht Haug keinen Anlass, sich jetzt an schwächeren Konkurrenten zu orientieren: Der Blick geht weiter zu Weltmeister Sebastian Vettel.

Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer

Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer

Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Das Schläfchen vor dem Rennen - mal kürzer, mal länger - ist für Michael Schumacher zum Ritual geworden. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
“Ja, das habe ich immer gemacht“, erzählte der mittlerweile 41-Jährige einmal. “Manchmal war ich nur eine ganz kurze Phase eingeschlummert, aber das reichte dann schon." © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
"Manchmal schlief ich auch tief und fest für eine halbe Stunde.“ Seit 1998 zelebrierte “Schumi“ sein Mittagsschläfchen. “Es war mir wichtig.“ © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Genau wie eine ungerade Startnummer. Eigentlich sollte die einstige Nummer Eins der Königsklasse mit der 4 auf dem neuen Silberpfeil ins Rennen gehen. Doch tauschte er mit Erlaubnis der Rennstall-Leitung die Startnummer mit Rivale Nico Rosberg. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Teamchef Ross Brawn wisse eben, “dass ich ungerade Startnummern lieber mag“, erklärte Schumacher. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Schließlich brachten sie ihm bislang Glück: Bei allen sieben WM-Titeln trug er eine ungerade Startnummer; fünfmal die 1 und je einmal die 3 und die 5. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Ist doch auch schön, die Nummer 1 zu sein, oder? © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Schumacher steigt auch nie von rechts ins Rennauto ein. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Sehen Sie... © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Chinesische Schriftzeichen mit den Namen seiner beiden Kinder auf seinem knallroten Helm,... © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
...ein Armband von Gattin Corinna,... © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
...ein Haifischzahn um den Hals, den er einst von einem Tauchlehrer geschenkt bekam: Ohne all das kann Schumi nicht. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Rückblende: Bahrain 2004. Schumacher findet sein Amulett nicht. Vor der Rennpremiere des Wüstenkurses in Sachir stellt der damalige Ferrari-Pilot fest: Er hat den Glücksbringer im Hotel vergessen. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Das Amulett muss herbei. Schumachers damaliger Masseur Balbir Singh eilte in die Unterkunft, holt es, Schumacher gewinnt das Rennen und am Ende zum bislang letzten Mal die Weltmeisterschaft. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Bis heute trägt er seinen geliebten Anhänger. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Auch Schumachers Rivale, Vizeweltmeister Sebastian Vettel, hat für gewöhnlich einen an Bord. Sein Glückscent ist schon jetzt legendär. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
“Ich habe sogar sehr viele Glücksbringer, auch wenn ich nicht allzu abergläubisch bin“, erklärte Vettel einmal. Sie entscheiden nicht über Sieg und Niederlage, geben ihrem Besitzer aber ein besseres Gefühl. So war es wohl auch mit Schumachers Schläfchen. “Es war einfach angenehmer, wenn ich es geschafft habe - ob ich es wirklich gebraucht habe, weiß ich selber nicht.“ © Getty

“Der Sieger der letzten Rennen ist stets die alleinige Messlatte für alle im Feld“, sagte der Mercedes-Mann, meinte indes auch: “Wir müssen aber zunächst alleine auf uns und unsere Leistung schauen.“ Verrückt machen lässt sich Haug wegen des enormen Drucks nicht, der auf dem Team lastet. “Druck ist quasi das Grundnahrungsmittel der Formel-1-Aktiven“, sagte der 58 Jahre alte Schwabe. “Der Erste hat ihn, um von der Pole Position aus zu siegen; der Letzte, um sich für das Rennen zu qualifizieren. Und der in der Mitte, um Plätze nach vorne gutzumachen.“ Wer Druck nicht möge, möge die Formel 1 nicht.

Doch trotz Haugs relativ entspanntem Umgang mit dem völlig verhagelten Auftakt steht den Silberpfeilen in Malaysia in doppelter Hinsicht ein extrem heißes Wochenende bevor. Während die enorme Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um die 35 Grad Mensch und Maschine allgemein zu schaffen machen, dürfen sich die nach dem guten Testfinale schon als Sieganwärter gehandelten Silberpfeile keinen erneuten Flop leisten. Sonst droht das Ziel des vorjährigen WM-Vierten in der Teamwertung, sich Schritt für Schritt an die Spitze zurückzuarbeiten, schon früh außer Reichweite zu geraten.

Michael Schumachers Karriere in Bildern

strecke

Um dieses Risiko maximal zu minimieren, haben die Ingenieure in den Werken in Brackley und Brixworth vor dem zweiten Saisonrennen an diesem Sonntag (10.00 Uhr MESZ/RTL und Sky) quasi durchgearbeitet. Haug hofft, dass dank der Sonderschichten die Zuverlässigkeitsprobleme und Abstimmungsschwierigkeiten beim MGP W02 behoben werden konnten.

Haugs Hoffnung auf eine Verschiebung der Kräfteverhältnisse zugunsten von Mercedes GP zumindest auf mittlere Sicht basiert auch auf den permanenten Umwälzungen in der Formel 1: “Die einzige Konstante in der Formel-1-Geschichte war immer die Veränderung - auch wenn es gefühlt oft ewig lange dauert, bis diese einsetzt.“

Und so wie Red Bull mit dem neuen Überflieger Vettel sich inzwischen an die Spitze vorgearbeitet hat, geht Haug davon aus, dass Mercedes “Schritt für Schritt wieder dahin“ kommt, “wo wir mit unseren Partnerteams schon waren“. Mit McLaren und Brawn GP hat es schließlich zu mehreren Fahrer- und Konstrukteurstiteln gereicht. Und auch der erste Podestplatz für das neue Team vor einem Jahr in Malaysia macht Mut: Rosberg belegte damals Rang drei.

dpa

Kommentare