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Horror-Manöver: Schumacher als Buhmann

Michael Schumacher brachte Rubens Barrichello in die Bredouille
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Michael Schumacher brachte Rubens Barrichello in die Bredouille

Budapest - In Ungarn fuhr der Rekordweltmeister Michael Schumacher schon wieder weit hinterher. Zudem bestrafen ihn die Rennrichter für ein knallhartes Manöver gegen Rubens Barrichello.

Für Formel-1-Rückkehrer Michael Schumacher nimmt die Serie der Tiefschläge einfach kein Ende. Nach seinem enttäuschenden elften Platz am Sonntag in Ungarn stand der erneut überrundete Rekordweltmeister sogar als Buhmann da, weil er Williams- Veteran Rubens Barrichello beinah in die Boxenmauer gedrängt hätte. “Für meine Begriffe war genügend Platz. Faktum ist, dass wir uns nicht berührt haben und Rubens vorbei gefahren ist - leider Gottes“, meinte der 41-Jährige später. “Das war der Horror“, schimpfte Barrichello dagegen über die Aktion.

Auch die Rennrichter werteten Schumachers Verhalten als “illegale Behinderung“. Die Strafe: Beim nächsten Rennen in Spa-Francorchamps Ende August muss der Superstar zehn Plätze weiter hinten starten.

Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer

Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer

Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Das Schläfchen vor dem Rennen - mal kürzer, mal länger - ist für Michael Schumacher zum Ritual geworden. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
“Ja, das habe ich immer gemacht“, erzählte der mittlerweile 41-Jährige einmal. “Manchmal war ich nur eine ganz kurze Phase eingeschlummert, aber das reichte dann schon." © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
"Manchmal schlief ich auch tief und fest für eine halbe Stunde.“ Seit 1998 zelebrierte “Schumi“ sein Mittagsschläfchen. “Es war mir wichtig.“ © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Genau wie eine ungerade Startnummer. Eigentlich sollte die einstige Nummer Eins der Königsklasse mit der 4 auf dem neuen Silberpfeil ins Rennen gehen. Doch tauschte er mit Erlaubnis der Rennstall-Leitung die Startnummer mit Rivale Nico Rosberg. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Teamchef Ross Brawn wisse eben, “dass ich ungerade Startnummern lieber mag“, erklärte Schumacher. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Schließlich brachten sie ihm bislang Glück: Bei allen sieben WM-Titeln trug er eine ungerade Startnummer; fünfmal die 1 und je einmal die 3 und die 5. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Ist doch auch schön, die Nummer 1 zu sein, oder? © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Schumacher steigt auch nie von rechts ins Rennauto ein. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Sehen Sie... © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Chinesische Schriftzeichen mit den Namen seiner beiden Kinder auf seinem knallroten Helm,... © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
...ein Armband von Gattin Corinna,... © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
...ein Haifischzahn um den Hals, den er einst von einem Tauchlehrer geschenkt bekam: Ohne all das kann Schumi nicht. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Rückblende: Bahrain 2004. Schumacher findet sein Amulett nicht. Vor der Rennpremiere des Wüstenkurses in Sachir stellt der damalige Ferrari-Pilot fest: Er hat den Glücksbringer im Hotel vergessen. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Das Amulett muss herbei. Schumachers damaliger Masseur Balbir Singh eilte in die Unterkunft, holt es, Schumacher gewinnt das Rennen und am Ende zum bislang letzten Mal die Weltmeisterschaft. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Bis heute trägt er seinen geliebten Anhänger. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Auch Schumachers Rivale, Vizeweltmeister Sebastian Vettel, hat für gewöhnlich einen an Bord. Sein Glückscent ist schon jetzt legendär. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
“Ich habe sogar sehr viele Glücksbringer, auch wenn ich nicht allzu abergläubisch bin“, erklärte Vettel einmal. Sie entscheiden nicht über Sieg und Niederlage, geben ihrem Besitzer aber ein besseres Gefühl. So war es wohl auch mit Schumachers Schläfchen. “Es war einfach angenehmer, wenn ich es geschafft habe - ob ich es wirklich gebraucht habe, weiß ich selber nicht.“ © Getty

Barrichellos Überholmanöver kostete Schumacher in Budapest auch den letzten möglichen WM-Punkt. Mit 38 Zählern dümpelt er nach zwölf von 19 Rennen in der Gesamtwertung weit abgeschlagen auf Rang neun. Auch Teamgefährte Nico Rosberg verließ die Puszta frustriert, nachdem ihm nach dem Boxenstopp sein rechter Hinterreifen abgesprungen war und er aufgeben musste. Die Rennkommissare verhängten dafür ein Bußgeld von umgerechnet 38 300 Euro gegen das Team. “Ein Rennen zum schnell Vergessen, bei dem nichts für uns lief“, urteilte Mercedes- Motorsportchef Norbert Haug.

Für Schumacher ging auf dem Hungaroring von Beginn an alles schief. In seiner Not flüchtete der Altmeister sich in gewagte Experimente bei der Abstimmung seines störrischen Boliden - und lag daneben. “Wir haben das Auto den ganzen Tag immer wieder verändert, aber es war nicht die richtige Richtung“, bekannte Schumacher nach der verpatzten Qualifikation. Die Folge der Strategiepanne war Startplatz 14 - zum fünften Mal nacheinander schaffte es der siebenmalige Champion nicht einmal in die Top Ten.

Auf dem kurvigen Kurs war damit schon fast alles verloren, im Rennen ging es kaum noch voran. Schumacher hing im Mittelfeld fest, wie eigentlich schon fast das ganze Jahr. Der bittere Höhepunkt kam fünf Runden vor Ende, als Barrichello vorbeizog und seinen einstigen Ferrari-Teamkollegen danach heftig kritisierte. “Ich mag einen fairen Kampf, aber das war kein fairer Kampf“, meinte der Brasilianer. Schumacher konterte kühl: “Ich kenne Rubens lange genug. Wir alle wissen, welche Ansichten er teilweise vertritt.“

Ärger hat die PS-Ikone auch so schon genug. Der Silberpfeil war schon zum Saisonanfang zu langsam für die Spitze, neue Bauteile brachten zu oft nicht den gewünschten Erfolg. “Es ist einfach keine stabile Basis da, auf der wir aufbauen können. Wenn solche grundlegenden Dinge mit dem Auto nicht funktionieren, dann tut man sich schwer“, klagte Schumacher. Noch aber habe er Vertrauen in sein Team. “Definitiv. Das Wichtigste an solch schwierigen Phasen ist zu verstehen, warum es nicht gut läuft“, befand der 91-malige Grand-Prix-Sieger.

Schon acht Rennen vor Schluss klammert sich das Mercedes-Lager an die Hoffnung auf Besserung 2011. “Wir wissen spätestens jetzt, dass wir nicht mehr Weltmeister werden können. Aber wir müssen auch schon an das nächste Jahr denken, denn dann wollen wir es schaffen“, betonte Rosberg.

Mit Macht treibt der Rennstall schon jetzt die Entwicklung des neuen Autos voran. “Da würden sich viele wundern, wie weit wir schon sind“, sagte der Wiesbadener der “Bild am Sonntag“. Auch Schumacher werde dann alle Kritiker eines Besseren belehren, meint Rosberg. “Ich gehe auch davon aus, dass von ihm nächstes Jahr einiges kommt und es extrem schwierig sein wird, ihn zu schlagen.“

dpa 

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