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Wieder Tatort Monaco: Strafe wirft Schumi zurück

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Michael Schumacher ließ sich was einfallen - doch es war nicht regelkonform

Monte Carlo - Schon wieder Tatort Monaco: Vier Jahre nach dem Parkskandal hat Michael Schumacher in den engen Gassen des Fürstentums erneut für ein folgenreiches Nachspiel gesorgt.

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Was erst wie ein Geniestreich des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters auszusehen schien, stellte sich als Regelverstoß dar. Die Rennkommissare brummten Schumacher für sein Last-Minute-Überholmanöver gegen Fernando Alonso am Sonntag eine 20-Sekundenstrafe auf. Die eigentliche Durchfahrtsstrafe war nicht mehr möglich, der Große Preis von Monaco bei der Urteilsverkündung schon rund drei Stunden vorbei.

Schumacher wähnte sich im Recht, die Teamleitung ging auch von einer regelgerechten Aktion aus. “Mir ist mitgeteilt worden, dass die Rennstrecke frei ist“, erklärte Schumacher, insofern dürfe man ab der Safety-Car-Linie voll fahren. Und er habe darauf gehofft, “dass mir irgendjemand die Chance gibt“. Alonso von Schumachers Ex-Arbeitgeber Ferrari bot ihm die Gelegenheit. Der Spanier selbst war von seinem Team angewiesen worden, keinen Versuch zu starten. Schumacher nicht, also gab der “Racer“ Gas.

Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer

Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer

Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Das Schläfchen vor dem Rennen - mal kürzer, mal länger - ist für Michael Schumacher zum Ritual geworden. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
“Ja, das habe ich immer gemacht“, erzählte der mittlerweile 41-Jährige einmal. “Manchmal war ich nur eine ganz kurze Phase eingeschlummert, aber das reichte dann schon." © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
"Manchmal schlief ich auch tief und fest für eine halbe Stunde.“ Seit 1998 zelebrierte “Schumi“ sein Mittagsschläfchen. “Es war mir wichtig.“ © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Genau wie eine ungerade Startnummer. Eigentlich sollte die einstige Nummer Eins der Königsklasse mit der 4 auf dem neuen Silberpfeil ins Rennen gehen. Doch tauschte er mit Erlaubnis der Rennstall-Leitung die Startnummer mit Rivale Nico Rosberg. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Teamchef Ross Brawn wisse eben, “dass ich ungerade Startnummern lieber mag“, erklärte Schumacher. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Schließlich brachten sie ihm bislang Glück: Bei allen sieben WM-Titeln trug er eine ungerade Startnummer; fünfmal die 1 und je einmal die 3 und die 5. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Ist doch auch schön, die Nummer 1 zu sein, oder? © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Schumacher steigt auch nie von rechts ins Rennauto ein. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Sehen Sie... © Getty
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Chinesische Schriftzeichen mit den Namen seiner beiden Kinder auf seinem knallroten Helm,... © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
...ein Armband von Gattin Corinna,... © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
...ein Haifischzahn um den Hals, den er einst von einem Tauchlehrer geschenkt bekam: Ohne all das kann Schumi nicht. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Rückblende: Bahrain 2004. Schumacher findet sein Amulett nicht. Vor der Rennpremiere des Wüstenkurses in Sachir stellt der damalige Ferrari-Pilot fest: Er hat den Glücksbringer im Hotel vergessen. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Das Amulett muss herbei. Schumachers damaliger Masseur Balbir Singh eilte in die Unterkunft, holt es, Schumacher gewinnt das Rennen und am Ende zum bislang letzten Mal die Weltmeisterschaft. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Bis heute trägt er seinen geliebten Anhänger. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
Auch Schumachers Rivale, Vizeweltmeister Sebastian Vettel, hat für gewöhnlich einen an Bord. Sein Glückscent ist schon jetzt legendär. © Getty
Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer
“Ich habe sogar sehr viele Glücksbringer, auch wenn ich nicht allzu abergläubisch bin“, erklärte Vettel einmal. Sie entscheiden nicht über Sieg und Niederlage, geben ihrem Besitzer aber ein besseres Gefühl. So war es wohl auch mit Schumachers Schläfchen. “Es war einfach angenehmer, wenn ich es geschafft habe - ob ich es wirklich gebraucht habe, weiß ich selber nicht.“ © Getty

Und so wurde der Auftritt im Fürstentum fast zum Déjà-vu-Erlebnis. 2006 musste er sich ebenfalls vor den Rennkommissaren rechtfertigen. Nur wenige Meter vom neuerlichen Ort des Geschehens hatte er damals in der berühmt-berüchtigten Rascasse-Kurve sein Auto abgestellt. Für sein Parkmanöver war der mittlerweile 41-Jährige auf den letzten Startplatz strafversetzt worden.

Am Sonntag gab er dagegen zuviel Gas. Nachdem das Safety Car am Ende der letzten Runde in die Boxengasse abgebogen war, preschte Schumacher an Alonso vorbei, wenige Meter später kam er als Sechster ins Ziel. Ein “echt cooles Manöver“ und “richtig super“ fand Teamkollege Nico Rosberg die Aktion. Ihm sei auch gesagt worden, “ich soll versuchen zu überholen“. Demnach traf die Hauptschuld das Team, das den beiden Grünes Licht für die letzten Meter gab. Und wie die der Internationale Automobilverband am Abend bekannt gab, will Mercedes auch vor das Berufungsgericht des Verbandes ziehen, das Ergebnis bleibe aber offiziell - und Schumacher ist damit nur auf Platz 12. Sein Mercedes-Team kündigte umgehend Protest an. Vor dem Berufungsgericht des Internationalen Automobilverbandes FIA wird der Fall nun behandelt werden müssen. “Dass ich am Ende auf Platz zwölf zurückversetzt wurde, ist sehr enttäuschend und ich verstehe vollkommen, dass wir dagegen Berufung einlegen“, sagte Schumacher. “Das war für mich ein ziemlich normales Rennen, abgesehen von der anschließenden Entscheidung der Sportkommissare“, meinte Schumacher.

Schon am Samstag hatte es mit der Teamstrategie nicht so ganz hingehauen. Er sei blockiert worden, moserte Schumacher unmittelbar nach der Qualifikation: “Leider von meinem eigenen Kollegen, das war nicht sehr passend.“ Er habe sich bei Schumacher entschuldigt. “Ganz klar. Für das, was geschehen ist. Michael hat es, glaub' ich, akzeptiert, und deswegen ist es jetzt auch gegessen“, betonte Rosberg.

Nachdem er seinen Rennwagen in der Box abgestellte hatte, hatte Schumacher mit fragenden Augen und miesepetriger Miene noch mit den Ingenieuren diskutiert. Rosberg hatte erst gar nicht den Helm abgesetzt, als er aus seinem Wagen ausstieg. Wie die Teamleitung und die Piloten anschließend versicherten, traf Rosberg aber gar keine Schuld. “Unglückliche Umstände“ seien es gewesen, schilderte Schumacher nachträglich die Szene und nahm Rosberg in Schutz: “Nico wusste nicht, dass ich so nahe an ihm dran war.“ Das Team habe es nicht so gut gemanagt, meinte Rennstallchef Ross Brawn.

dpa

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