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Vettel: Fünftbester Start der Formel-1-Geschichte

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Freut sich über den fünftbesten Start der Formel-1-Geschichte: Weltmeister Sebastian Vettel.

Istanbul - Mit dem dritten Sieg im vierten Rennen und einem zweiten Platz legte Formel 1-Weltmeister Sebastian Vettel den fünftbesten Saisonstart der Formel-1-Geschichte hin. Die Konkurrenz gibt sich schon fast geschlagen.

Mit drei Siegen und einem zweiten Platz hat Weltmeister Sebastian Vettel den fünftbesten Saisonstart in der 61-jährigen Formel-1-Geschichte hingelegt. Michael Schumacher 1994 und Ayrton Senna 1991 gewannen jeweils die ersten vier Rennen, Schumacher 2004 und Nigel Mansell 1992 sogar die ersten fünf. Alle holten in den betreffenden Jahren am Ende den Titel.

Die Konkurrenz ist konsterniert, die Presse applaudiert: Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel rast im Sauseschritt seinem zweiten Titel entgegen. Derzeit scheint kein Rivale den drohenden Durchmarsch des deutschen Dominators stoppen zu können. Aber auch nach seinem souveränen Sieg beim Großen Preis der Türkei warnt der “Red Bulldozer“ vor Überheblichkeit: “An dem Tag, wo man glaubt, man sei unschlagbar, wird man geschlagen.“ Selbst seine beiden Beifahrer auf dem Podium räumten jedoch ein, dass Vettel im Istanbul Park Circuit faktisch konkurrenzlos war. “Es wäre schwierig gewesen, Seb zu schlagen“, urteilte sein zweitplatzierter Teamkollege Mark Webber nüchtern.

Der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso, der für Ferrari als Dritter den ersten Podestplatz in diesem Jahr holte, gestand: “Es ist verdammt schwierig, derzeit gegen die Red Bull zu kämpfen.“ Während “99 Prozent“ des Rennens habe er sich nie mit Vettel messen können. Entsprechend fielen die Reaktionen in den europäischen Medien aus. Der französische “Le Figaro“ feixte: “Sebastian Vettel auf Kreuzfahrt über den Bosporus.“ Der österreichische “Kurier“ kalauerte: “Probleme hatte Sebastian Vettel gestern nur einmal: beim Öffnen der Champagnerflasche.“ Die spanische “Marca“ wies Ferrari “im Kampf gegen die Tyrannei von Red Bull“ immerhin “die Rolle des Oppositionsführers“ zu.

Die momentan spannendste Frage lautet: Löst der jüngste Champion der Grand-Prix-Geschichte in dieser Saison sein einstiges Jugendidol Michael Schumacher als schnellsten Weltmeister ab? Trumpft Vettel weiter in diesem Tempo auf, könnte er den Rekord seines Kumpels aus Kerpen knacken. Schumacher hatte 2002 nach nur elf von 17 WM-Läufen den Titel in der Tasche. Vettel (93 Punkte) führt nach bislang drei Siegen und einem zweiten Platz unangefochten mit 34 Zählern Vorsprung vor McLaren-Pilot Lewis Hamilton (59). Selbst bei einer Nullrunde in zwei Wochen in Barcelona bliebe er an der Spitze.

“Wir hatten sicher einen prima Saisonstart. Aber es ist noch ein langer Weg“, wiegelt Vettel dennoch ab. “Wir müssen Schritt für Schritt gehen und immer das Punktemaximum anstreben. Es kommen auch Tage, an denen wir geschlagen werden - aber wir müssen dieses Risiko minimieren.“

Sebastian Vettel: Der Weltmeister ohne Helm

Sebastian Vettel: Der Weltmeister ohne Helm

Sebastian Vettel könnte auch als Model arbeiten. Doch der Sonnyboy ist einfach zu schnell - und hat sich daher für eine Rennfahrer-Karriere entschieden. Zum Leidwesen vieler Frauen, schließlich trägt er bei der Arbeit meist einen Helm. Zum Glück zeigt sich der Heppenheimer auch oft genug anders. Hier sehen Sie Bilder des flotten Fahrers - allesamt garantiert ohne Helm. © Getty
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Sebastian Vettel könnte auch als Model arbeiten. Doch der Sonnyboy ist einfach zu schnell - und hat sich daher für eine Rennfahrer-Karriere entschieden. Zum Leidwesen vieler Frauen, schließlich trägt er bei der Arbeit meist einen Helm. Zum Glück zeigt sich der Heppenheimer auch oft genug anders. Hier sehen Sie Bilder des flotten Fahrers - allesamt garantiert ohne Helm. © dpa

Vettels Vorherrschaft basiert nicht nur auf der beeindruckenden eigenen Stärke, sondern auch auf der gegnerischen Schwäche. Mal ist McLaren, mal Mercedes, mal Ferrari und mal Renault die Nummer 2. Und ohne den Betriebsunfall von Shanghai, als ihn ein Strategiefehler den Sieg gegen Hamilton kostete, wäre der Heppenheimer weiter unbezwungen.

Ursprünglich hatte sich angedeutet, dass McLaren mit dem Piloten-Duo Hamilton und Jenson Button sich als klare Nummer 2 hinter Red Bull etablieren könnte. Aber auch die Briten schaffen keine Konstanz. So knöpfen sich die Vertreter der vier Verfolger-Teams gegenseitig wichtige Punkte ab, was Vettels Solofahrt erleichtert. Die Hoffnungen der Widersacher beruhen darauf, dass sie durch technische Neuerungen den Rückstand verringern können und den Perfektionisten bald Pleiten, Pech und Pannen plagen. Darauf deutet derzeit nichts hin: Vettel hat gegenüber dem Vorjahr fahrerisch und persönlich einen weiteren gewaltigen Sprung gemacht. Statt - wie beispielsweise beim bespotteten Red-Bull-Crash am Bosporus im Vorjahr - ungestüm zu attackieren, sichert er jetzt lieber, wie in Shanghai vor drei Wochen, einen zweiten Platz.

Selbst aus seinem Unfall am Freitag, als er den Wagen geschrottet und zwei wichtige Stunden Training verloren hatte, ging der 23-Jährige gestärkt hervor. “Wir müssen diesen Schwung in die nächsten Rennen mitnehmen“, forderte “Nimmersatt“ Vettel sein Team direkt nach dem Türkei-Triumph auf, das Tempo weiter zu forcieren: “

Man kann sich nie ausruhen und glauben, alles unter Kontrolle zu haben.“ Teamchef Christian Horner freute sich derweil gleich doppelt: “Eine fantastische Teamvorstellung. Damit haben wir die Dämonen aus dem Vorjahr exorziert.“ Spätestens da war klar, wie sehr die Kollision zwischen Webber und Vettel die “Roten Bullen“ noch beschäftigt hatte, auch wenn sie das in Istanbul vehement bestritten hatten. Sebastian Vettel: Der Weltmeister ohne Helm

dpa/sid

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