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"Wir hatten einfach Riesenspaß"

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Sebastian Vettel

Berlin - Auch mit dem zweiten WM-Pokal für den heimischen Küchentisch in den Händen ist für Sebastian Vettel noch immer alles ein bisschen unwirklich. Bernie Ecclestone traut ihm auch für die weiteren Jahre Großes zu.

 “Das Jahr war etwas ganz Besonderes. Es wird eine Zeitlang dauern, bis man das ganz versteht“, erklärt der jüngste Doppelweltmeister der Formel 1. Noch immer ist dem 24-Jährigen die schier unbändige Freude über eine fast perfekte Saison ins Gesicht geschrieben - und zugleich die Verwunderung über die Eilfahrt in die Rekordbücher. “Geschichte bedeutet mir viel. Dass wir jetzt ein Teil davon sind, ist ein ganz besonderes Gefühl“, betont Vettel.

Am Ende eines für ihn traumhaften Jahres will der Hesse zur Ruhe kommen - vielleicht wie nach dem ersten Titel beim Pokal-Polieren in der Küche - und mit etwas Abstand noch einmal Bilanz ziehen. “Es ist schwer in Worte zu fassen“, war auch zuletzt noch immer Vettels Antwort auf Fragen nach seinem Saisonfazit. Elf Siege in 19 Rennen, 392 von 475 möglichen WM-Punkten, dazu die neue Bestmarke von 15 Pole Positions - so dominant war zuletzt PS-Ikone Michael Schumacher auf dem Gipfel seines Schaffens.

Schon mit dem überlegenen Auftaktsieg in Melbourne - nachdem das ursprünglich als Saisonstart vorgesehene Bahrain-Rennen wegen blutiger Unruhen abgesagt worden war - setzte Vettel den Trend. “Es ist fast perfekt gelaufen, von Anfang bis Ende. Wir hatten einfach Riesenspaß“, versichert der Red-Bull-Pilot. Am 9. Oktober in Japan stand sein zweiter Titel fest, vier Rennen vor Schluss. “Als ich auf dem Podium stand, habe ich begriffen, dass mein Leben kaum besser sein könnte“, verrät Vettel. Früher hatten nur Nigel Mansell 1992 und Schumacher 2002 den WM-Sieg eingefahren.

Den Vergleich mit Schumacher wird Vettel so schnell nicht los, auch wenn er immer wieder abwehrt. “Es ist so weit weg, was Michael geschafft hat“, sagt der Heppenheimer. Doch ihm bleibt noch viel Zeit. Jünger als er war kein Weltmeister und kein Doppel-Champion. Im kommenden Jahr könnte Vettel auch der jüngste Triple-Gewinner werden.

Vettel von A bis Z: Seine Lieblingsband, sein Markenzeichen und mehr

Vettel von A bis Z: Seine Lieblingsband, sein Markenzeichen und mehr

A wie Adrian Newey, Red-Bull-Technikguru und Konstrukteur der Weltmeisterautos © Getty
B wie Beatles, Sebastians Lieblingsgruppe © Getty
C wie Christian Horner, als Teamchef bei Red Bull Vettels Vorgesetzter © Getty
D wie Deutschland, Vettels Heimat, in der er aber bislang noch kein Formel-1-Rennen gewonnen hat © Getty
E wie Ehrgeiz, eine von Vettels herausragenden Eigenschaften: Er kann nicht verlieren, egal, wobei © Getty
F wie Fußball, womit Vettel schon als Kind aufgehört hat, weil er nicht gut genug war © Getty
G wie Geld, nicht so wichtig für Vettel, weshalb er lieber seine Ruhe genießt als noch mehr Werbeverträge abzuschließen © Getty
H wie Haare, blond und bares Geld wert - durch einen Werbevertrag mit einem Shampoo-Hersteller © Getty
I wie Indianapolis, der Ort von Vettels erstem Formel-1-Rennen, in dem er 2007 gleich als Achter einen WM-Punkt holte © Getty
J wie Jubelschreie, Vettels Ausbrüche am Boxenfunk nach gewonnenen Rennen sind fast schon legendär © Getty
K wie Kinky Kylie, Kosename für Vettels Rennauto © Getty
L wie Lächeln, mit dem der Weltmeister viele - vor allem weibliche - Fans fasziniert © Getty
M wie Monza, Ort von Vettels Durchbruch. Dort fuhr er 2008 im Toro Rosso als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte auf die Pole Position und gewann ein Rennen © Getty
N wie Norbert, Vettels Vater, der die Karriere seines Sohnes von Beginn an unterstützt hat © Getty
O wie Otto Waalkes, der in der Bild-Zeitung ein Gedicht widmete © Getty
P wie Perfektion, ein Status, den Vettel immer anstrebt © Getty
Q wie Qualifikation, Vettels Domäne, in 12. von 15 Rennen fuhr Vettel in diesem Jahr auf die Pole Position © Getty
R wie Red Bull, Vettels Förderer schon seit Kartzeiten © Getty
S wie Suzuka, die Strecke, auf der er in drei Jahren zwei Rennen und einen WM-Titel gewann © Getty
T wie Tommi Parmakoski, Vettels finnischer Fitnesstrainer und Physiotherapeut, mit dem er übers Jahr gesehen die meiste Zeit verbringt © Getty
U wie unermüdlich, Vettel ist abends meist der Letzte im Fahrerlager, diskutiert lange mit seinen Ingenieuren © Getty
V wie Vettel-Finger, sein Markenzeichen, und als blaue Schaumstoffversion Standardausrüstung eines echten Vettel-Fans © Getty
W wie Wille, mit dem Vettel im vorigen Jahr in letzter Minute doch noch seinen ersten Titel geholt hatte © Getty
X wie x-beliebig, genau das, was Vettel nicht ist © Getty
Y wie youngest, englisch, steht für Vettels Rekorde, die er als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte holte © Getty
Z wie Ziel, für Vettel immer gleich: beim nächsten Rennen das Optimum herausholen © Getty

Aber noch einmal will sich die Konkurrenz nicht so düpieren lassen, nachdem sie 2011 fast wie Staffage wirkte. Vize-Weltmeister Jenson Button gewann zwar das längste Rennen der Formel-1-Geschichte beim Regen-Marathon von Montreal, doch eine echte Aufholjagd musste Vettel nie fürchten. Auch weil Lewis Hamilton Liebeskummer wegen Popstar Nicole Scherzinger hatte, Fernando Alonso im Ferrari nicht auf Touren kam, Außenseiter-Tipp Robert Kubica wegen eines schweren Rallye-Unfalls ausfiel und Mercedes nie ein Herausforderer war.

Vor allem hinter den nach ihrer Test-Bestzeit als Mitfavoriten gehandelten Silberpfeilen liegt eine Frustsaison. Kein einziges Mal standen Nico Rosberg, der in Ungarn seinen 100. Grand Prix fuhr, und Altmeister Schumacher auf dem Podium. “Jetzt freuen wir uns sehr auf die nächste Saison“, meint Schumacher vielsagend.

Das Hoffen auf eine bessere Zukunft eint Vettels Gegner. Geht es indes nach Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, müssen sich die Konkurrenten des Deutschen noch länger gedulden. “Ich sehe keinen Grund, warum er nicht eine Ära mit Red Bull startet wie Schumacher von 2000 bis 2004 bei Ferrari“, urteilt der 81-Jährige. “Der Titel 2012 führt nur über ihn. Der 2013 und 2014 auch.“

dpa

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