In der Max Aicher Arena in Inzell

Training auf dem Eis trotz Corona: So geht es Joel Dufter und den anderen Sportlern

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Joel Dufter ist nach einem Bandscheibenvorfall wieder optimistisch

Inzell - Auch in der Eisarena hat sich Corona-bedingt einiges geändert. Was bedeutet das für den Trainingsbetrieb der Leistungssportler?

Auf den ersten Blick ist es wie immer in der Inzeller Max Aicher Arena. Eisschnellläufer aus verschiedenen europäischen Nationen tummeln sich auf der 400-Meterbahn und auch im Innenraum ist einiges los. Doch beim genaueren Hinschauen ist zu sehen, dass es in diesem Jahr beim Sommereis grundlegend anders ist. Wegen der Corona-Pandemie gelten in der Arena besondere Hygienevorschriften für Sportler und Betreuer. 


Laut dem Chef der Max Aicher Arena, Hubert Kreutz war die Umsetzung der Maßnahmen eine echte Herausforderung. „Die Telefondrähte haben geglüht, bevor wir Grünes Licht aus dem Landratsamt erhalten haben“, erinnert sich Kreutz. Schließlich überzeugte das Betreiberkonzept die Behörden. Knapp 5.000 Quadratmeter Eisfläche und eine moderne Belüftungsanlage waren bautechnische Vorteile. „In wenigen Stunden wird die gesamte Luft von innen nach außen umgewälzt. Bei uns ist es immer schon fast klinisch rein zugegangen“, sagt Kreutz stolz. 

Maximal 80 Personen auf der Eisfläche

Doch auch auf die Athleten mit ihren Betreuern kommt einiges zu, was es zu beachten gibt. „Wir haben exakte Laufwege, Eingang und Ausgang sind getrennt, Kabinen und Duschen können nicht benutzt werden. Auf der Eisfläche dürfen sich maximal 80 Personen aufhalten“, beschreibt der Stadionleiter die Situation. Verantwortlich für die Einhaltung aller Vorschriften sind die jeweiligen Trainer der Teams. 


Natürlich gelten auch Maskenpflicht und Abstandsregeln, alles wird von Kreutz und seinen Mitarbeitern kontrolliert. „Bisher läuft alles überwiegend diszipliniert ab“, sagt Heike Kogler, Mitarbeiterin der Arena. 

Joel Dufter nach Bandscheibenvorfall wieder optimistisch 

Auch für Sprint-Bundestrainer Danny Leger und seinem Inzeller Schützling Joel Dufter ist einiges an den ersten Tagen gewöhnungsbedürftig gewesen. „Wir deutschen Sportler gelten quasi als Vorbild. Die anderen Nationen schauen genau, wie wir uns verhalten“, so Joel Dufter, der sich schnell an die Maßnahmen gewöhnt hat. „Das Eis ist gut, es passt alles“, so der 25-jährige. 

Probleme bereitet ihm immer noch ein leichter Bandscheibenvorfall aus der vergangenen Saison. „Langsam schaut es wieder besser aus, etwas hängt es mir aber noch nach. Es geht aber wieder in den grünen Bereich.“ 

Nach der Saison ab März hat er wegen den Corona-Krise überwiegend zuhause trainiert und sich einen kleinen Kraftraum eingerichtet. „Ich habe alles machen können und auch aktuell auf dem Eis regelt sich langsam alles.“ Trotzdem müssen er und die anderen Sportler immer darauf achten, mit Abstand zu laufen und in die Pausen die Masken aufsetzen

Wie die kommende Saison für die Kufenflitzer verlaufen wird, das steht noch in den Sternen. Ende August werden dazu wohl Einzelheiten bekannt werden. Die Weltcups in Europa werden vermutlich stattfinden können, schwieriger wird es mit den Rennen in Nordamerika und China werden. „Es ist eine vorolympische Saison und die ist sehr wichtig für uns. Ich will auf alle Fälle meinen Startplatz über 1.000-Meter in der A-Gruppe halten“, so der Sprintspezialist. Deswegen heißt es aktuell auch Material im Schienenbereich testen. Neu wird sein, so Dufter, dass in gewissen Abständen neben der 400-Meterbahn in Inzell große Ventilatoren aufgestellt werden. Damit wird das Eis schneller, so die Erfahrungen aus den Niederlanden und Russland mit diesem System. 

„Wir trainieren so, als ob alles normal laufen wird“

Für Sprint-Bundestrainer Danny Leger steht der Fokus derzeit auf dem Eistraining, allerdings stehen auch Kraft- und Radtraining auf dem Programm. Assistiert wird er übrigens von der ehemaligen Kurzstreckenspezialistin Gabi Hirschbichler, die bei ihm ein Praktikum absolviert. Im Oktober will sie an der Sporthochschule Köln ihr Trainerdiplom machen. 

In der ersten Woche des Sommereises ist er mit sechs bis acht Sportlern auf dem Eis. Jeremias Marx, Hendrik Dombek, Stefan Emele und Maximilian Strübe sind die Trainingspartner von Joel Dufter. Nico Ihle wird erst später in Inzell zum Training dazustoßen, in diesen Tagen trainiert er zuhause in Chemnitz. 

Auch Leger sieht noch ein großes Fragezeichen hinter der neuen Saison. „Wir trainieren so, als ob alles normal laufen wird“, sagt Leger und betont auch, wie wichtig die Saison vor Olympia 2022 in Peking ist. „Es geht ja schließlich um die Startplätze für die Spiele“, betont der Coach. Neben den Sportlern von Leger und den anderen Nationen tummeln sich auch die jungen Eisschnellläufer von Andreas Kraus auf dem Eis. Seit vier Jahren ist er unter anderem für die Kadersportler des DEC Inzell zuständig. Auch sie werden zum Beispiel zum Laktattest gebeten, diese werden von Trainingswissenschaftler Johann Rampl durchgeführt. 

SHu

Quelle: rosenheim24.de

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