Kampf um Klassenerhalt

Lebenszeichen der Bad Aiblinger Fireballs

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Bad Aibling - Mit einem 72:50-Sieg im Heimspiel am Schmelmer-Hof-Day gegen den Tabellennachbarn Oberhausen klammern sich die Fireballs an den letzten Strohalm zum Klassenerhalt in der ersten Damen-Basketball-Bundesliga.

Es war das drittletzte Spiel der Saison für die Bad Aibling Fireballs und alles andere als ein Sieg hätte den Abstieg in die zweite Liga bedeutet. Der Druck, der auf der Mannschaft und Trainer Peter Kortmann vor dem Spiel am Schmelmer-Hof-Day gegen den Vorletzten aus Oberhausen lastete war riesengroß. Vier Punkte Rückstand auf Oberhausen, sechs Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz und das Wissen um einen schlechten direkten Vergleich gegen die Westfalen ließen die Lage der Aiblingerinnen aussichtslos erscheinen. Noch dazu, weil die FireGirls in den Spielen davor chancenlos waren. Gegen Oberhausen zeigte die Bad Aiblinger Mannschaft aber ein anderes Gesicht - zumindest von der Einstellung her und in der Defensive. Jede Spielerin verteidigte mit ganzem Körpereinsatz. Die Punktausbeute war in der ersten Halbzeit aber bescheiden auf beiden Seiten. Oberhausen entschied das erste Viertel mit 15:12 für sich und führte die komplette Halbzeit über. Auch, weil Bad Aibling im zweiten Viertel in alte Gewohnheiten verfiel und minutenlang keinen Punkt erzielte. Vier Minuten ohne Aiblinger Punkt vergingen und Oberhausen konnte auf 22:15 davon ziehen. Dann rüttelte Eva Rupnik mit einem Dreier ihre Mannschaft wach und sorgte für die Wende. Carla Bellscheidt gelang ein weiterer Big Point von der Dreier Linie, den Oberhausens Ramona Tews allerdings mit gleichen Mitteln konterte. Bis zur letzten Sekunde des zweiten Viertels führte Oberhausen, als Lena Bradaric mit einem sagenhaften Buzzer-Beater ihre Mannschaft wie Phoenix aus der Asche aufsteigen lies und zum 27:27 ausglich. Ein psychologisches Ausrufezeichen der Fireballs, die damit signalisierten: Wir sind noch da! Und wie!

Dieses Momentum konnte allerdings nicht über die Halbzeitpause hinweg gerettet werden. Oberhausen blieb auch zu Beginn des dritten Viertels tonangebend.

Das Blatt schien sich zu wenden als die stark aufspielende Eva Rupnik mit ihrem zweiten Dreier die Fireballs erstmals in der Partie in Führung brachte (36:34). Bei Aibling klappte jetzt fast alles und Lena Bradaric legte ebenfalls ihren zweiten Dreier nach. Das letzte Wort im dritten Viertel hatte aber Oberhausen in Person ihrer Top-Scorerin Monquie Reid, die mit einem verzweifelten Wurf drei Punkte machte. 43:41 für Bad Aibling vor dem Schlussviertel, das so begann wie das vorhergegangene aufgehört hatte: mit einem Dreier von Reid, der Oberhausen wieder in Front brachte. Das waren allerdings die letzten Punkte der Gäste für lange Zeit, weil Aibling jetzt den Turbo zündete. Korbleger Abbey Duinker, 2 Punkte der überragenden Candace Williams, 2 Punkte von Steffi Pölder und ein weiterer Korb von Carla „Bulldozer“ Bellscheidt brachte Oberhausens Defensive zum Einstürzen. Dann folgte DIE Szene des Spiels. Candace Williams zieht zum Korb, der Ball springt vom Ring zurück. Williams holt sich den Abpraller und versuchts zum zweiten Mal ohne Erfolg und schnappt sich erneut gegen zwei Gegenspielerinnen den Ball um ihn beim dritten Anlauf endlich im Netz zu versenken. Dieser unglaubliche Wille von Williams zeigte, wie sehr die Fireballs hier den Sieg wollten. Der 16:0-Zwischenspurt war die beste Offensiv-Phase der Aiblingerinnen in der gesamten Saison. Als hätten sie sich das Beste bis zum Schluss aufgehoben! Jetzt lief einfach alles. Und die Fireballs ließen nicht locker.

Auch im Schlussviertel kämpften sie um jeden Ball und jeden Punkt. Denn sie wussten, dass der direkte Vergleich am Ende auch eine Rolle spielen könnte. Oberhausen hatte das Hinspiel mit 18 Punkten Unterschied gewonnen. Bei einer möglichen Punktegleichheit der Mannschaften wäre das entscheidend. Also spielte Bad Aibling unter den Standing-Ovations der begeisterten Zuschauer bis zum Schluss hochkonzentriert. Eva Rupnik sorgte mit ihrem Dreier kurz vor Spielende für Gewissheit, dass die Bad Aibling Fireballs den direkten Vergleich gegen Oberhausen für sich entscheiden. Mit 22 Punkten Vorsprung siegten die FireGirls schließlich 72:50 und wahrten die letzte Chance auf den Klassenerhalt.

Der Rückstand auf den Vorletzten Oberhausen beträgt jetzt nur noch zwei Punkte. Bei noch zwei ausbleibenden Spielen und vier zu verteilenden Punkten sind jetzt sogar Chemnitz und Rhein-Main wieder in Reichweite. Am kommenden Samstag spielen die Fireballs in Halle an der Saale bevor es dann am darauffolgenden Wochenende am 14. März zum letzten Saisonspiel im FireDome gegen die Rhein-Main Baskets aus Hessen geht.

Pressemitteilung Bad Aibling Fireballs

Quelle: rosenheim24.de

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