Für die Turmfalken geht´s in die 2. Liga

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Neubeuern - Die Turmfalken sind seit letztem Sonntag Bayerischer Meister und sportlicher Aufsteiger in die 2. Bundesliga. Hier ihre spannende Geschichte:

Die Turmfalken Neubeuern machten am letzten Sonntag in Nürnberg die Meisterschaft in der Regionalliga Süd-Ost und den damit verbundenen Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt. Beim souveränen 8:2 (1:0, 3:2, 4:0) – Auswärtserfolg ließen sie dem Tabellenletzten am Nürnberger Valznerweiher keine Chance. Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte wurde selbstverständlich ausgiebig gefeiert. Die Ausgangslage vor dem letzten Saionspiel war für die Neubeurer nach dem sensationellen 8:2 Heimsieg gegen den TV Augsburg in der Vorwoche klar. Ein Sieg, ganz egal ob nach regulärer Spielzeit oder nach Penaltyschießen, und der einzig verbliebene Konkurrent aus Höchstadt kann nicht mehr am Tabellenführer vorbeiziehen. Das Spiel wurde somit für die Turmfalken zum entscheidenden Match um die Regionalliga-Meisterschaft. Entsprechend motiviert gingen die Skaterhockey-Cracks die Reise an, unterstützt von ca. 30 Schlachtenbummlern, die den eigesetzten Bus fast bis auf den letzten Platz füllten.

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Das Spiel auf dem Club-Vereinsgelände am Nürnberger Valznerweiher begann mit einer 45-minütigen Verspätung, nachdem die Neubeurer einige Stunden im Stau verbrachten und insgesamt viereinhalb Stunden im Bus saßen. Die lange Busfahrt in den Beinen und die anfängliche Nervosität ob der großen Chance waren dann auch ausschlaggeben dafür, dass im ersten Drittel nur ein Treffer für die Falken zustande kam.

Xaver Köll erzielte zwar nach gut 6 Minuten einen Treffer per Schulter, die gut leitenden Schiedsrichter verweigerten aber zu Recht dessen Anerkennung. Im Gegensatz zum Eishockey dürfen beim Skaterhockey Tore nur mit dem Schläger erzielt werden. In der 11.Minute ließ sich dann Sepp Mayer von seinem Gegenspieler provozieren und beging einen zwar harmlosen Stickstich, der vom Schiedsrichter aber folgerichtig mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe geahndet wurde. In der folgenden 5-minütigen Unterzahl für die Neubeurer waren es dann zuerst die Nürnberger, die mächtig Druck aufbauten und mehrmals an Goalie Andi Baumann scheiterten. In der 13. Minute konnte Kapitän Christian Boy nach einem Konter über Michael Karrenberg zur Führung einschieben konnte. „Super Falken, Super Falken“, hallte der Schlachtruf der Neubeuerer Zuschauer, die erwartungsgemäß in der Überzahl waren, von der seitlichen Bande. Adrian Schuster scheiterte bei einem weiteren Konter am Pfosten.

Etwas zu locker gingen Neubeuer, die ohne ihren im Urlaub weilenden Trainer Simon Aleksovski auskommen mussten, ins zweite Drittel. Die Folge war der Ausgleich der Nürnberger durch einen unhaltbaren Schuss in den Winkel. In der 29.Minute bescherte wiederum eine Zusammenarbeit von Michael Karrenberg und Christian Boy die erneute Führung und Adrian Schuster baute diese 3 Minuten später mit einem strammen Schuss ins linke Ecke aus. Dass man sich aber auf einem 2-Tore-Vorsprung nicht ausruhen darf, bewiesen die Gastgeber kurz darauf mit dem erneuten Anschlusstreffer. Ab diesem Zeitpunkt steigerten sich die Turmfalken, ließen defensiv nicht mehr viel zu und erzielten in der Folge Treffer um Treffer. Zwei weitere Tore von Topscorer Adrian Schuster in der 35.und 43. Minute machten dessen lupenreinen Hattrick perfekt und sorgten für die Vorentscheidung. Alexander Saffran auf Zuspiel von Armin Neubauer in der 55.Minute und Christian Boy nach tollem Forechecking von Florian Steidl in der 58. Minute erzielten weitere umjubelte Treffer. Den Schlusspunkt setzte Matthias Kurz 30 Sekunden vor Schluss.

Die letzten 10 Sekunden der Partie zählten dann die Neubeurer Spieler und Zuschauer gemeinsam herunter, ehe Helme und Handschuhe auf das Spielfeld flogen und die Meisterschaft mit den obligatorischen Bierduschen zelebriert wurde. Nach der offiziellen Pokalübergabe durch den bayrischen Rollsport-und Inlineverband feierten die Neubeurer noch lange gemeinsam mit den Gastgebern, ehe die Meisterparty erst im Bus und dann in der Rosenheimer Innenstadt fortgesetzt wurde. Wie lange die Feierlichkeiten angedauert haben ist nicht bekannt. Der Erfolg hat natürlich verschiedene Gründe: Zum einen Coach Simon Aleksovsky, der für die nötige Ruhe und Disziplin an der Bande sorgte und es schaffte seine Spieler in schlechteren Phasen immer wieder aufzurichten und gut einzustellen. Zum Anderen erwiesen sich die Neuzugänge Alex Saffran, Andreas Schuster und Tobi Gehrmann sowohl auf als auch neben dem Spielfeld als Volltreffer und altbewährte Turmfalken wie die Kapitän Christian Boy, Adrian Schuster (Topscorer mit 13 Toren und 13 Assists) waren in bestechender Form. Michael Karrenberg verlieh der Abwehr schließlich nach seiner Rückkehr in den entscheidenden Saisonspielen die nötige Stabilität. Aber Alles in Allem war es immer das gesamte Team, welches aufopferungsvoll kämpfte, kein Spiel verloren gab und so manches Match dadurch im letzten Drittel für sich entschied. Die Stimmung in der Mannschaft war zu jedem Zeitpunkt hervorragend und gipfelte mit dem völlig verdienten Gewinn des bayrischen Meistertitels, dem größten Erfolg in der bisherigen Vereinsgeschichte damit verbundenen Aufstieg in die 2.Bundesliga Süd. Die Voraussetzung für diesen Aufstieg können die TSV-ler aber momentan leider noch nicht erfüllen. Zum einen dauert die Saison in den Bundesligen von März bis Oktober mit teils kosten- und zeitintensive Auswärtsreisen nach Nordrhein-Westfalen und zum anderen fordert der deutschlandweit zuständige Verband ISHD eine überdachte Spielstätte. Die geliebte Turmfalkenarena käme also nicht mehr als Heimspielstätte in Frage und man müsste sich in der Umgebung auf die Suche machen. „Ein Umzug kommt für uns aber nicht in Frage.“, sagt Abteilungsleiter Florian Steidl. „Wahrscheinlich können wir den Aufstieg deshalb nicht wahrnehmen. Aber wir werden daran arbeiten, dass es beim nächsten Mal bessere Voraussetzungen gibt. Die Vision für die Zukunft ist auf jeden Fall ein überdachter Platz, der uns ganzjährigen und hochklassigen Sport ermöglichen würde. Im Moment genießen wir aber erst einmal unseren tollen Erfolg.“ Damit diese Vision auch irgendwann Wirklichkeit werden kann, werden die Strukturen im Neubeurer Skaterhockey weiter ausgebaut. Im nächsten Jahr gehen mindestens 4, vielleicht sogar 5 Teams im bayrischen Spielbetrieb an den Start. Die Turmfalken vom TSV Neubeuern sind also als Verein weiter auf dem Vormarsch. Vielleicht auch irgendwann nicht mehr nur in Bayern.

Die Ergebnisse u. Tabelle der Regionalliga Süd-Ost

Pressemitteilung der Turmfalken Neubeuern

Quelle: rosenheim24.de

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