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Fantastischer Auftritt in Tokio

Gold im Einzel für Jessica von Bredow-Werndl aus Tuntenhausen – Die Olympiasiegerin im Gespräch

Jessica von Bredow-Werndl hat in Tokio mit der Bestnote Olympia-Gold im Team perfekt gemacht. Einen Tag später holt sie Gold im Einzel. An ihrer fantasitische Darbietung kam die Konkurrenz nicht mehr heran.

Update 28. Juli, 13.58 Uhr

Jessica von Bredow-Werndl ist nicht zu schlagen

Tokio (dpa) - Dressurreiterin Jessica von Bredow-Werndl hat am Mittwoch ihr zweites Olympia-Gold gewonnen. Die 35-Jährige setzte sich einen Tag nach dem Sieg mit dem Team auch im Einzel mit ihrer Stute Dalera durch, Silber holte Isabell Werth mit Bella Rose.

Jessica von Bredow-Werndl auf ihrem Pferd Dalera.

Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht zum Gold-Ritt von Jessica von Bredow-Werndl.

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Update vom 28. Juli, 13.20 Uhr

Starker Auftritt von Jessica von Breow-Werndl im Dressur-Einzel

91,732 Prozent – das ist die Wertung mit der Jessica von Bredow-Wernd im Dressur-Wettbewerb bei Olympia in Tokio die Konkurrenz geradezu geschockt hat und vorerst die Führung übernimmt. Um 13.20 Uhr mitteleuropäischer Zeit war ihr Traum-Ritt zu Ende. Eine weitere Medaille scheint ihr bereits sicher. Reicht es wieder für Gold? Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Lesen Sie auch: Schon mit vier von Olympia geträumt: Das Gold-Geheimnis der Jessica von Bredow-Werndl

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Der Artikel vom 27. Juli zum Mannschafts-Gold in der Dressur

Aubenhausen – Der Jubel in Aubenhausen kannte keine Grenzen mehr, als Jessica Bredow-Werndl mit einem Traumritt auf ihrem Pferd Dalara den Olympiasieg perfekt gemacht hat. „Unglaublich, wie nervenstark sie das als Schlussreiterin hinbekommen hat. Wir sind wahnsinnig stolz“, sagte ihre Mutter den OVB-Heimatzeitungen.

Auch Jessicas dreijähriger Sohn Max war bei der Jubelfeier mit von der Partie - genau wie weitere Familienangehörige, Freunde und Mitarbeiter im Gestüt. Begeistert wurden deutsche Fahnen geschwenkt.

Jessica von Bredow-Werndl mit den olympischen Ringen in Tokio.

Im fernen Tokio strahlte Bredow-Werndl - sie hatte vor ihrem umjubelten Auftritt noch Bilder aus Tokio in die Heimat und zu den OVB-Lesern geschickt - mit ihren Teamkolleginnen Isabell Werth und Dorothee Schneider um die Wette. „Wir sind ein Super-Team“, schwärmte Schneider nach ihrem Auftakt-Ritt für das deutsche Team und lobte zudem: «Super-Pferde, Super-Reiter!“ Ein noch besseres Ergebnis als Schneider gelang Werth mit ihrer Stute Bella Rose. Sie sicherte sich das siebte Olympia-Gold.

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Jessica von Bredow-Werndl vor dem Wettkampf-Start bei Olympia.

Schneider und Werth konnten später zuschauen, wie von Bredow-Werndl als dritte Reiterin den Sieg perfekt machte. Die 35-Jährige aus Aubenhausen behielt die Nerven. Sicher lenkte die letzte Starterin des Felds ihre Stute durch das Viereck und ließ die Kolleginnen strahlen. Für Bredow-Werndl war es das erste Olympia-Gold - vor Ort jubelten Ehemann Max und Vater Klaus mit. In Aubenhausen wurde derweil gefeiert - und es könnte nicht die letzte Party sein. Am Mittwoch gilt Bredow-Werndl auch als Favorit auf Einzel-Gold. (mit dpa)

Jessica von Bredow-Werndl mit ihrem Pferd.

+++ Hier das ausführliche OVB-Interview vor ihrem Olympia-Triumph +++

Aubenhausen – Mit 16 Jahren ist sie Doppel-Europameisterin der Junioren geworden, musste dann eine lange Durststrecke überstehen und stand mit 25 Jahren kurz vorm Karriereende. Jetzt, mit 35 Jahren, gehört die Aubenhausener Dressurreiterin Jessica von Bredow-Werndl zur absoluten Weltspitze und wurde zum ersten Mal für die Olympischen Spiele nominiert. Und es soll nicht das letzte Mal sein. Was Jessica von Bredow-Werndl, die Ende vergangener Woche bereits in Tokio angekommen ist, noch vor hat, mit welchem Pferd sie reitet und wie sie ihre Chancen einschätzt, erzählte die Mitfavoriten auf eine Medaille im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen.

Jessica von Bredow-Werndl hat sich für die Olympischen Spiele qualifiziert. Wie hört sich das an?

Jessica von Bredow-Werndl: Das hört sich einfach super an, weil es auch immer mein Ziel war: Ich wollte einmal bei den Olympischen Spielen reiten und der große Traum war und ist Olympiasiegerin zu werden.

Wann haben Sie mit dem Reiten begonnen?

Von Bredow-Werndl: Ich habe mit vier Jahren angefangen, meine ersten Reitstunden zu nehmen. Als ich sieben war, sind wir mit der Familie nach Aubenhausen gezogen. Ab diesem Zeitpunkt habe ich angefangen, mich für das Dressurreiten zu interessieren und es auch im Fernsehen verfolgt.

Team Germany: Das Outfit für die Olympischen Spiele in Tokio.

Die Entscheidung, Dressurreiten professionell zu betreiben, hat aber auch mal gewackelt.

Von Bredow-Werndl: Im Alter von 15 bis 20 Jahren war ich sehr erfolgreich, ich war vier Jahre hintereinander im deutschen Nachwuchsteam und bin dreimal Einzel-Europameisterin geworden. Mit 21 hat dann eine Durststrecke begonnen. Ich habe mit den damaligen Pferden im Senioren-Sport nicht Fuß fassen können. Auf den Höhenflug folgte ein Tief von sechs Jahren. Wir haben damals die Europameisterpferde verkauft und dieses Geld in junge Pferde reinvestiert.

+++ Weitere Artikel über Athleten und Betreuer aus der Region bei den Olympischen Spielen finden Sie in unserem Dossier. +++

Und dann lief es wieder?

Von Bredow-Werndl: Nicht sofort. Ein Pferd auszubilden dauert sechs bis acht Jahre. In dieser Zeit hat uns Isabell Werth geholfen und ich durfte oft mit ihr trainieren. Einerseits war es toll, weil ich technisch viel gelernt habe, andererseits war es aber auch sehr deprimierend, weil der Abstand zwischen meiner und ihrer Leistung sehr groß war (lacht).

„Plötzlich war alles klar“

Sie sind aber trotzdem dabei geblieben. Was war ausschlaggebend?

Von Bredow-Werndl: Mit 25 bin ich an dem Punkt angekommen mit dem Profisport Reiten aufzuhören. Ich habe es nicht für möglich gehalten bei den Senioren irgendwie an die Junioren-Erfolge anknüpfen zu können. Dann hat mir ein Coach die richtigen Fragen gestellt. Plötzlich war alles klar – wie wenn man bei Starkregen die Scheibenwischer anmacht. Ich habe mir selbst ein Limit gesetzt: Bis ich 30 bin wollte ich alles dafür geben und entweder ich bin da, wo ich hinwill oder mache etwas anderes. Mit 28 war ich dann im Olympiakader und von da an ging es steil bergauf. Ich habe wohl oft die richtigen Entscheidungen getroffen und immer besser gelernt, mich in Pferde hineinzuführen und sie auszubilden.

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Ist die Entscheidung, welches Pferd Sie auf einen Wettkampf mitnehmen schwierig?

Von Bredow-Werndl: Nein, denn das geben der Ausbildungsstand und die Rangierung auf den Turnieren vor. Zaire und Dalera sind die Ältesten, beide sind aktuell auf einem Top-Niveau und sind in den Top-Ten der Welt, Dalera auf zwei und Zaire auf zehn.

Stimmt es, dass Ihr Pferd vor den Olympischen Spielen mit Ihnen in Quarantäne muss?

Von Bredow-Werndl: Ja, das hat aber nichts mit dem Corona-Virus zu tun. Die Pferde sind gegen Influenza und Herpes geimpft und müssen in Quarantäne, damit sie keine Krankheiten übertragen können. Das war schon immer so.

Wie schwierig ist der Flug für die Pferde?

Von Bredow-Werndl: Es geht. Dalera ist schon einmal geflogen. Für die Pferde ist es an sich entspannt. Sie sind ja schon oft LKW gefahren und da ruckelt es, wenn man bremsen muss. Fliegen ist ja total ruhig, sie haben Heu, Wasser und Mash und sind zu zweit in einem Container.

Die 35-Jährige mit TSF Dalera BB bei der Deutschen Meisterschaft.

Nach Tokio reisen Sie mit Dalera. Wer ist noch dabei?

Von Bredow-Werndl: Ja, pro Reiter darf nur ein Pferd mit. Eigentlich war es geplant, dass meine ganze Familie mitkommt, aber das ist heuer nicht mehr möglich. So kommen nur mein Mann, mein Vater und meine Pflegerin mit. Kinder sind leider nicht erlaubt und deshalb passt meine Mama zuhause auf Moritz auf, obwohl sie natürlich wahnsinnig gerne vor Ort mitfiebern würden und ich sie gerne dabei hätte.

Das sind jetzt Ihre ersten Spiele und dann unter solchen Bedingungen. Wie gehen Sie damit um?

Von Bredow-Werndl: Ich bin als Sportlerin einfach dankbar, dass die Olympischen Spiele überhaupt stattfinden.

Was nehmen Sie sich für die Olympischen Spiele vor?

Von Bredow-Werndl: Zwei Sachen: Erstens versuche ich, möglichst viel aufzusaugen und zu genießen. Zweitens versuche ich, mir möglichst keinen Stress zu machen. Olympia ist bei den Sportlern so weit oben angesiedelt, dass das oft blockiert. Im Endeffekt reite die gleichen Aufgaben, die ich wo anders auch reiten würde. Das ist die Kunst und da wünsche ich mir, dass ich bei mir bleibe.

Das Ziel ist trotzdem die Goldmedaille?

Von Bredow-Werndl: Am liebsten zwei (lacht). Aber das geht nur als Team. Pferd und Reiter. Wenn ich mich jetzt hinstelle und sage „Ich werde jetzt Olympiasiegerin“, dann habe ich keine Chance. Wir machen das entweder zusammen oder gar nicht. Und das macht den Unterschied, wie gut du bist. Das Pferd ist auch ein fühlendes Wesen. Dalera hat so einen tollen Charakter, sie weiß ganz genau wann es drauf ankommt und will zeigen, was sie drauf hat.

„Es geht nur als Team“: Jessica von Bredow-Werndl und ihre Stute TSF Dalera BB.

Wie sind die Beschränkungen in Tokio für Sie?

Von Bredow-Werndl: Ich darf nur für die Wettkämpfe aus dem Hotel.

Wie werden Sie die Zeit im Hotel verbringen?

Von Bredow-Werndl: Ich habe keine Angst davor, dass mir langweilig ist. In Doha haben wir im Februar eine ähnliche Situation gehabt. Ich hab Yoga gemacht, meditiert, gelesen und mich mit mir selbst beschäftigt. Dafür habe ich sowieso manchmal zu wenig Zeit, also hat mir das gutgetan. Und mein Mann ist in der zweiten Woche dann auch mit in der Bubble.

Olympia-Verschiebung ist ein Vorteil

Die Spiele hätten eigentlich schon letztes Jahr stattfinden sollen. Zurzeit befinden Sie sich in Topform. Kommt Ihnen die Verschiebung um ein Jahr zugute?

Von Bredow-Werndl: Ich glaub schon. Also Stand heute rechne ich mir mehr Chancen aus als letztes Jahr.

Ihr Bruder Benjamin wurde nur hauchdünn nicht in den Olympia-Keder berufen. Hat Sie das sehr getroffen?

Von Bredow-Werndl: Definitiv. Das war sehr hart. Ich weiß, wie das ist. Ich war in Rio und bei der WM 2014 in der gleichen Situation und es tut einfach weh. Ich habe da richtig mit ihm mitgefühlt. Benni ist da recht cool. Er sagte: ‚Ist doch super, dass einer von uns dabei ist.‘ Unser großes Ziel bleibt trotzdem, dass wir beide dabei sind. Mein Bruder ist ja mitunter auch mein Trainer. So etwas gibt es nicht oft.

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Haben Sie schon einmal mit dem Gedanken gespielt nach den Olympischen Spielen aufzuhören?

Von Bredow-Werndl: Nein. Ich würde am liebsten drei Olympiaden reiten. Das nehme ich mir jetzt mal so vor. Tokio, Paris und Los Angeles.

Auch nicht, wenn sie Gold holen?

Von Bredow-Werndl: Nein, auch dann nicht. Ich denke noch gar nicht daran. Das ist das Schöne an dem Sport, ich bin noch jung und es fühlt sich auch eher so an, als wären wir am Anfang unseres Weges. Noch zehn Jahre Gas geben kann ich mir auf jeden Fall vorstellen. Es macht mir riesig Spaß.

Hat Sie das Springreiten eigentlich nie interessiert?

Von Bredow-Werndl: Dressurreiten ist die Voraussetzung für das Springreiten. Also wenn du ein guter Springreiter sein willst, solltest du mindestens die Basics der Dressur beherrschen. Ich fand die Detailverliebtheit schon immer cool und dieses „ehrliche an sich selbst arbeiten“. Das hast du mehr in der Dressur. Mir hat Springen auch Spaß gemacht, aber mich hat es irgendwie mehr zur Dressur gezogen.

Die richtige Entscheidung. Wie sieht denn ein typischer Tagesablauf für Sie aus?

Von Bredow-Werndl: Ich stehe um halb sieben auf und mache ein paar Übungen – das klappt meist nur solange unser Kind noch schläft. Dann Frühstücken mein Mann, unser kleiner Sohn und ich zusammen. Dann geht Moritz in den Kindergarten und mein Weg führt in den Stall. Vormittags bin die Profisportlerin und nachmittags die Mami (lacht). Ich versuche am Nachmittag voll für mein Kind da zu sein.

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Und wie läuft das Vormittagsprogramm ab?

Von Bredow-Werndl: Ich reite jeden Tag fünf bis sieben Pferde. Auch die Mädchen hier am Stall helfen mir, dass die Pferde abgenommen und hergerichtet werden, sonst würde ich das zeitlich nicht schaffen.

Machen Sie mit jedem Pferd das Gleiche?

Von Bredow-Werndl: Nein, die Pferde sind auch alle unterschiedlich alt und sozusagen auf einem anderen Ausbildungsstand. Die Dalera zum Beispiel gymnastiziere ich bloß, die kann schon alles. Mein Sechsjähriger hingegen muss noch fast alles lernen. Ich vergleiche die Pferde oft mit hochbegabten Kindern, die gerne lernen wollen, aber auch ihre Auszeiten brauchen. Ich versuche, mit den Pferden eine richtige Bindung aufzubauen und dann auch die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das Balance ist dabei wichtig: Sie müssen Kraft und Kondition aufbauen und die Tricks lernen, dürfen dabei aber nicht überfordert werden und sollen vor allem Spaß an der Bewegung und dem gemeinsamen Tun haben.

Von Bredow-Werndl und ihre Dalera nach dem Doppelsieg bei der Deutschen Meisterschaft 2021.

Ist es schwer, zu erkennen, was ein Pferd will?

Von Bredow-Werndl: Je mehr man auf sein eigenes Gefühl hört und je intuitiver man ist, desto leichter ist es. Die Pferde sind ganz klar in ihren Aussagen. Dalera zum Beispiel kriegt nach einem Turnier ihre Pause. Da gehe ich nur ausreiten und wenn sie wieder arbeiten will wird sie quietschig und fängt an zu bocken. Dann weiß ich, dass sie wieder bereit ist.

Merkt man den Pferden an, wenn ihnen das Training Spaß macht?

Von Bredow-Werndl: Pferde sind ja Bewegungstiere und sie lieben es. Das ist auch das Schöne beim Dressurreiten. Es sieht für den Laien oft zirzensisch aus, aber eigentlich geht es darum, die Pferde gesund zu erhalten und schöner zu machen. Das ist wie Yoga. Wir versuchen, sie als Tanzpartner zu gewinnen. Und wenn es wirklich richtig gut ist, sieht man meine Hilfen fast gar nicht mehr. Im Fernsehen sieht es für den Laien dann so aus, als würde die Reiterin bloß draufsitzen. Dabei ist es die Körperbeherrschung, ein Pferd auch nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Der Rumpf wird extrem beansprucht

Sie hören den Satz „da macht doch sowieso alles das Pferd“ bestimmt oft. Wie gehen Sie damit um?

Von Bredow-Werndl: Wenn das jemand sagt, dann setze ich ihn aufs Pferd und er oder sie soll es selbst probieren. Im Quest Club in Kolbermoor hat das ein Kollege von mir mal gesagt. Ich habe ihm angeboten sich auf das Pferd zu setzen, danach ist er eine Woche gelaufen wie John Wayne, weil er so einen Muskelkater hatte (lacht).

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Welche Muskeln werden beim Dressurreiten besonders beansprucht?

Von Bredow-Werndl: Vor allem der Rumpf.

Alle Pferde werden gleich behandelt

Gibt es für Sie eigentlich ein Lieblingspferd?

Von Bredow-Werndl: Wenn man eine Mutter fragt, ob sie ein Lieblingskind hat, wird sie Nein sagen. Jedes Pferd ist auf seine eigene Art tief in meinem Herzen. Es ist mir auch extrem wichtig, dass ich allen die gleiche Aufmerksamkeit schenke.

Wie sieht die Ernährung der Pferde aus?

Von Bredow-Werndl: Wir wollen sie so nah wie möglich an der Natur zu halten. Die Pferde haben 24 Stunden am Tag ihr Heu zur Verfügung und gehen täglich auf die Weide. Sie sollen viel fressen, denn mehr als vier Stunden Presspause bedeutet Stress für die Pferde, das macht den Magen kaputt. Dazu Hafer, Müsli und Karotten. Jedes Pferd hat einen individuellen Futterplan.

„Ich kann es jedem empfehlen“

Sie haben neben ihrem BWL-Studium auch eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin gemacht. Hat das einen Einfluss auf Ihre Ernährung?

Von Bredow-Werndl: Das Thema Ernährung interessiert mich einfach. Seit ich vier Jahre bin ernähre ich mich vegetarisch. Aus Überzeugung und den Tieren zuliebe. Seit drei Jahren verzichte ich auf Kuhmilch und seit eineinhalb Jahren ernähre ich mich vegan. Seitdem geht es mir viel besser. Ich habe viel mehr Energie. Ich kann es jedem empfehlen.

War die Umstellung schwierig?

Von Bredow-Werndl: Ich habe immer gedacht, es geht nicht ohne Ei und Käse, aber wenn du dir Zeit nimmst, geht es. Mittlerweile gibt es für alles Ersatzprodukte, du kannst sogar veganes Rührei machen. Wenn ich Gäste da habe und etwas backe, niemand schmeckt einen Unterschied. Ehrlich gesagt ist vegane Ernährung ein großer Hebel für den Umweltschutz. Darüber sprechen nur so wenige.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch / dpa

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