Kandidat im Porträt

Thomas Häßler im Dschungelcamp: Marschiert er jetzt ins Finale?

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Thomas Häßler im Dschungelcamp 2017.

München - Thomas Häßler hat im Dschungelcamp 2017 das Halbfinale erreicht. Wird der Fußball-Weltmeister der nächste Dschungelkönig?

Update vom 27. Januar 2017: Es ist eine kleine Sensation. „Icke“ zieht bei „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ ins Halbfinale ein. Und das obwohl er erkennbar keinen Bock auf die Show hat. Stellt sich natürlich die Frage, warum Thomas Häßler noch immer im Dschungelcamp 2017 dabei ist

Keine Frage: Thomas Häßler ist sich der größte Star unter den ganzen „Promis“ im Dschungelcamp 2017. Aber dass er das Halbfinale erreicht hat, kommt doch überraschend. Immerhin war über weiter Strecken der 11. Staffel von „Ich bin ein Star - holt mich hier raus!“ von „Icke“ kaum etwas zu sehen oder zu hören. Auch wenn er mehrfach auf der Abschussliste stand (“Du bis es vielleicht!“: Letztlich erwischte es immer andere Kandidaten. Darunter solche wie Jens Büchner, die dem Vernehmen nach RTL-intern als Favoriten auf die Dschungelkrone galten. Auch Gina-Lisa Lohfink und Kader Loth ließ Häßler hinter sich.

Nun scheint alles möglich zu sein. Wird „Icke“ am Samstag auch Dschungelkönig 2017? Was für ihn spricht: Im Gegensatz zu den anderen Kandidaten verzichtete er komplett auf Selbstinszenierung. Was bei manchen als langweiliges Verhalten rüberkam, mögen andere as Authentizität empfunden haben. So erklärt sich vielleicht, warum Tag für Tag genügend Zuschauer für ihn anriefen, um sein Weiterkommen zu sichern. Möglicherweise gönnen ihm auch viele die Dschungelkrone. Und den Publicity-Effekt, der mit dem Sieg im Dschungelcamp 2017 verbunden ist. Auch wenn er am Samstag das Finale gewinnt: Der WM-Titel 1990 ist für ihn natürlich noch immer der größte Erfolg.

Dschungelcamp 2017: Thomas Häßler ist der größte Name unter den Kandidaten

Unter den männlichen Kandidaten ist er sicher der größte Name im Dschungelcamp 2017: Thomas Häßler, ehemaliger Fußball-Weltmeister (1990) und -Europameister (1996). Zweimal wurde er zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt (1989 und 1992), belegte vor 25 Jahren sogar den dritten Platz bei der Wahl zum Weltfußballer der Jahres (hinter dem Holländer Marco van Basten und dem Bulgaren Christo Stoitschkow). Sagen wir es so: Häßler im Profifußball hatte einst den Status, den heute ein Thomas Müller oder Franck Ribéry haben.  

RTL hat mittlerweile auch schon bestätigt, dass Thomas Häßler ins Dschungelcamp 2017 ziehen wird. Die Bild-Zeitung, die bislang im Vorfeld jeder Dschungelcamp-Staffel die Namen der Kandidaten wusste (man darf mutmaßen, dass es sehr kurze Kommunikationswege zwischen RTL und der TV-Redaktion des Boulevardblattes gibt), vermeldete Häßlers Teilnahme bereits Anfang November

Auch sein Achtligist, der Club Italia 80 aus Berlin-Charlottenburg, den Häßler aktuell trainiert, hat ihm für das Dschungelcamp bereits eine Freigabe erteilt. „Wir haben einen Arbeitsvertrag, darin ist alles genau geregelt“, sagte Club-Italia-Vize-Präsident Laurence Hein der Welt am Sonntag. „Wir haben Spielzeiten, Thomas seinen Urlaub. Und was er da privat macht, ist ganz allein seine Sache.“ Das Dschungelcamp falle „genau in unsere spielfreie Zeit“, betonte der Präsident.

Thomas Häßler im Dschungelcamp 2017: Die Fußballkarriere des Kandidaten

Zwar gastierte mit Thorsten Legat schon im vergangenen Dschungelcamp ein Fußballprofi. In Sachen Talent lagen allerdings Welten zwischen dem „Kasalla“-Kicker und Thomas Häßler. Zu seinen besten Zeiten galt „Icke“ als sensationeller Ballzauberer. Als seine Karriere Ende der 80er Jahre an Fahrt aufnahm, drängten sich deswegen Vergleiche mit Diego Maradona auf. Die der gebürtige Berliner Häßler gegenüber Journalisten auf Berlinerisch entschieden zurückwies: "Ich bin Icke". Damit ist auch sein Spitzname „Icke“ erklärt. 

Als der Supertechniker die deutsche Nationalmannschaft durch sein entscheidendes Tor im Quali-Spiel gegen Wales zur WM 1990 nach Italien schoss, zeigte sich Teamchef Franz Beckenbauer beeindruckt von dessen Qualitäten: „So einen hatten wir lange nicht.“

Mit beeindruckenden Auftritten bei „Italia Novanta“ steigerte er seinen Marktwert immens. Für eine Ablösesumme von 15 Millionen Mark wechselte der frischgebackene Weltmeister vom 1. FC Köln zu Juventus Turin. Nach nur einem Jahr zog er für 14 Millionen Mark Ablöse weiter zum AS Rom. Die italienischen Vereine dominierten Anfang der 1990er Jahre den Klubfußball so wie heute die Teams aus der spanischen Primera División.

Vorname: Thomas

Spitzname: Icke

Nachname: Häßler

Geburtsdatum: 30. Mai 1966

Bekannt als: Fußballspieler 

Auch bei der EM 1992 in Schweden (Deutschland verlor damals einigermaßen überraschend das Finale) überzeugte Häßler derart, dass er zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt wurde. 1994 holte der Karlsruher SC Häßler für eine Ablösesumme von sieben Millionen Mark zurück in die Bundesliga. Mit Thomas Häßler spielte der KSC zwei Mal im UEFA-Pokal (der heutigen Europa League) und erreichte das Finale im DFB-Pokal 1996. In der Saison 1997/1998 folgte der rasante Absturz des Vereins, der zum Ende der Spielzeit sogar in den Abstieg mündete. Häßler, der immer noch ein europäischer Topspieler war (so gehörte er 1996 zum Europameister-Team), verließ den Verein in Richtung Borussia Dortmund. Was im Fiasko endete. Trainer Michael Skibbe missachtete Häßler auf eine Art und Weise, wie es später nur Pep Guardiola mit Mario Götze wiederholte. Nach einer Saison hatte „Icke“ genug. Über seinen Wechsel zum BVB sagte er später dem Spiegel: „Ich wünschte, es wäre nie passiert.“

In der Beschaulichkeit des kleineren Münchner Vereins TSV 1860 blühte Thomas Häßler noch einmal so richtig auf. Was nicht zuletzt daran lag, dass Knallhart-Trainer Werner Lorant dem Ballzauberer jegliche Freiheit auf dem Platz ließ: „Ich lasse ihn machen, was er will." Lorant, der selbst schon bei der Reality-TV-Show „Die Alm“ mitmachte kommentierte in der „tz“ die Teilnahme seines früheren Spielers beim Dschungelcamp 2017: „Ist doch schön für ihn, da hat Icke mal Abwechslung. Dass er es finanziell nötig hat, glaube ich nicht.“

Mit Häßler erlebten die Münchner Löwen ihre besten Jahre, scheiterten Ende 2000 knapp an der Qualifikation für die Champions League. 2003 wurde sein Vertrag aus Kostengründen nicht mehr verlängert. Zudem gab es massive Unstimmigkeiten mit Präsident Wildmoser, der über den Fan-Liebling öffentlich lästerte. Nach einem 0:0 gegen den BVB giftete der Präsident über Häßler, der gerade einmal zehn Minuten spielte: „Will er 1,5 Millionen für das, was er heute gezeigt hat? Nix bringen, das kann ich auch. Das sage ich bewusst in dieser Härte. Wir haben Häßler viel zu verdanken, aber er uns auch. Icke soll jetzt nicht auf beleidigt machen. Er hat hier extrem gutes Geld verdient. Im Mai wird er 37, da ist die Zeit für Hochleistungssport vorbei, das muss er endlich einsehen.“ Die Fans riefen beim nächsten Auswärtsspiel: „Häßler muss bleiben, Wildmoser raus.“

„Icke“ spielte fortan noch eine Saison beim SV Austria Salzburg, dann beendete er seine aktive Karriere. Im Gegensatz zu anderen 1990er-Weltmeistern wie Rudi Völler, Jürgen Klinsmann oder Stefan Reuter, die nach dem Ende ihrer Spieler-Laufbahn erfolgreich als Trainer oder Manager wirkten, blieb Häßler der große Erfolg versagt. Er war unter anderem Co-Trainer der nigerianischen Nationalmannschaft und Sportdirektor des iranischen Profi-Vereins Padideh Maschad. Anfang 2016 heuerte er ziemlich weit unten beim Club Italia 80 in Berlin an. Vielleicht markiert das Dschungelcamp 2017 einen Neustart für ihn. Seinem Verein dürfte die Sendung jedenfalls einen wesentlich höheren Bekanntheitsgrad bescheren, als es bislang der Fall war.

Dschungelcamp-Kandidat Thomas Häßler war bereits in einer RTL-Show zu sehen

Das Dschungelcamp 2017 ist nicht die erste RTL-Sendung, bei der Thomas Häßler teilnimmt. Anfang 2016 war er auch in der Tanzshow „Let’s Dance“ als Promi-Kandidat zu sehen.  Der Dribbelkünstler tanzte sich in der fünften Show mit einem Cha Cha Cha ins Abseits und schied aus

Thomas Häßler als Kandidat im Dschungelcamp: Seine privaten Rückschläge

Im Dschungelcamp machen sich persönliche Tiefschläge und Tragödien immer gut als Gesprächsstoff vor dem Lagerfeuer. Kandidaten, die im Camp ihr Herz ausschütten, sammeln immer Sympathien. Ingrid van Bergen erzählte mal, wie das so war, als sie ihren Lebensgefährten erschoss. Günther Kaufmann verriet, warum er aus Liebe einen Mord gestand, den er gar nicht begangen hatte. Fiona erzählte unter Tränen von ihrer schwerkranken Mutter. Iris Klein - die Mutter von Daniela Katzenberger - berichtete, dass sie mit 17 Jahren von ihrer Mutter vor die Tür gesetzt wurde, weil sie schwanger war. Auch Thomas Häßler hat genügend Stoff für eine Lebensbeichte im Dschungelcamp. 

Beim TSV 1860 München erlebte Thomas Häßler seinerzeit nicht nur seinen zweiten fußballerischen Frühling. Bei den Löwen wurde ihm auch seine Frau ausgespannt. Angela Häßler fungierte auch als Ickes Manager und war von dem Beruf gleich so angetan, dass sie sogar den Fußballer an ihrer Seite gegen einen „Berufskollegen“ eintauschte: Im Januar 2000 wurde bekannt, dass der damalige Löwen-Manager Edgar Geenen ein Verhältnis mit Angela hatte. Möglicherweise hatte diesem das harte Auftreten von Frau Häßler bei den Vertragsverhandlungen imponiert. Laut tz soll Angela Häßler damals folgendermaßen auf den Putz gehauen haben: „Wenn das Geld für einen Häßler nicht mehr reicht, können sie den Laden gleich zumachen. Lorant können sie ja schließlich auch durchschleppen. Sollen sie doch billigere Fenster in ihrem Jugendinternat einbauen, ihrem Sportdirektor die Weihnachtsgratifikation streichen oder zwei Leute im Marketing entlassen. Was weiß ich? Die Häßlers spielen jedenfalls nicht die Wohlfahrt für Sechzig.“

Der gehörnte „Icke“ war damals ein Riesenthema in den Medien. Fans und Spieler solidarisierten sich angesichts der Affäre mit Thomas Häßler. Die Liebelei seiner Frau Angela mit Manager Geenen zog auch bei den Kickern die Stimmung runter. Nach einer 0:3- Niederlage beim Aufsteiger SSV Ulm forderte der Mannschaftsrat Geenens Entlassung. Präsident Karl-Heinz Wildmoser folgte dem Ansinnen der Spieler und warf Geenen raus. Bei 1860 wollte man aus der peinlichen Geschichte Konsequenzen ziehen: Als Wildmoser kurz darauf bei einem Interview gefragt wurde, was ein neuer Manager denn so mitbringen müsse, antwortete er laut „tz“ grinsend: „A Buidl von seiner Frau…“

Häßler verkündete nach Geenens Rauswurf zunächst, dass er mit seiner Frau weiterhin beruflich verbunden bleiben wolle. „Angela und ich verstehen uns weiterhin gut, und wir haben uns ausgesprochen“, sagte er damals der Sport-Bild. „Wir lassen uns auch nicht scheiden. Sie bleibt meine Managerin, und vor allem bleiben wir Freunde." So ganz funktionierte das nicht. 2001 ließ das Paar sich entgegen der ursprünglichen Ankündigung scheiden. Das „Freunde bleiben“ verkehrte sich ins Gegenteil. Jahrelang stritten sich Thomas und Angela Häßler vor Gericht um das Umgangsrecht für die drei gemeinsamen Kinder Fabio, Jasmin und Jordi. Und um Unterhalt. Nach Informationen der Bild soll ihn der Scheidungskrieg „ein Vermögen gekostet“ haben. Dies sei einer der Gründe, warum Häßler 2017 ins Dschungelcamp geht. RTL soll ihm laut Bild für seine Teilnahme an der elften Staffel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ eine sechsstellige Kandidaten-Gage zahlen.

Wie er gegenüber der Welt am Sonntag selbst betonte, muss Häßler nicht wegen des Geldes an irgendwelchen RTL-Formaten teilnehmen. „Es geht mir gut, es geht mir wunderbar“, erklärte er im Hinblick auf seine finanzielle Situation. Das Dschungelcamp erwähnte er gegenüber dem Blatt nicht, er dürfte es gemäß der üblichen Verträge auch nicht vor Anfang 2017.

Thomas Häßler: Die Frau des Dschungelcamp-Kandidaten war im Playboy zu sehen

Fußball-Weltmeister Thomas Häßler (mit Frau Anke) ist Kandidat im Dschungelcamp 2017.

Seit 2004 ist Thomas Häßler mit seiner zweiten Frau Anke Hermann verheiratet. Die blonde Visagistin war sogar mal Playmate: Die spätere Frau Häßler posierte im Dezember 1997 nackt für die deutsche Ausgabe des Männermagazins Playboy. Beim Oktoberfest 2002 zeigten sich der 1860-Spieler und seine neue Flamme beim offiziellen Wiesn-Termin der Löwen erstmals in der Öffentlichkeit.

Wie die „Abendzeitung“ damals berichtete (“Häßlers Neue: Sie war Häschen in der Disco - und posierte nackt“), lernten sich Thomas und seine Anke im August 2002 in der Münchner In-Disco „Maximilian‘s“ kennen, wo sie auch mal jobbte (unter anderem als Bunny mit großen Ohren bei einer Party). Dem Playboy sagte sie in den Texten zu ihren Nacktbildern: „Wenn ich mit einem Mann zusammen bin, ist absolute Treue angesagt.“ In der Beziehung mit ihrem „Icke“ scheint sie sich an dieses Motto zu halten. Möglicherweise gab diese Einstellung seiner späteren Frau - vielleicht las Häßler ja auch die Playboy-Ausgabe 21/1997 - den Ausschlag, ihr einen Fing an den Ring zu stecken.

Das ist für Thomas Häßler beim Dschungelcamp 2017 drin

„Vielleicht, bin ich ja zu naiv, aber dann bin ich's eben", sagte er vor etlichen Jahren einmal dem Spiegel. Genau dieser Wesenszug könnte den ohnehin beliebten Sympathieträger Häßler im Dschungelcamp 2017 zum Publikumsliebling machen. Nicht selten bekamen die netten Naivlinge im Camp die meisten Stimmen. Als Beispiele seien die Dschungelkönige Ross Antony, Joey Heindle und Menderes Bağcı genannt. „Icke Häßler“ könnte in der elften Staffel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ genau das Gegenteil von Thorsten Legat sein, der bekanntlich keinem Konflikt aus dem Weg ging. Wenn Thomas Häßler dann auch noch die Dschungelprüfungen ohne zu Murren absolviert, ist er einer der Favoriten auf den Sieg im Dschungelcamp 2017.

Dschungelcamp 2017: Alle Informationen zu Kandidaten und Sendezeiten

Sie wollen stets über das Dschungelcamp 2017 informiert sein? Klar, kein Problem: Hier lesen Sie alles über die Kandidaten von „Ich bin ein Star - holt mich hier raus“ sowie über die Sendezeiten der Dschungelshow.

fro

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