Achtung: Heute blitzt's an 170 Orten

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Landkreis - Heute gilt es, besonders vorsichtig auf den Straßen zu sein: Seit 6 Uhr achtet die Polizei an 170 Orten exakt aufs Tempo - hier lesen Sie, welche genau:

Die Statistiken sprechen für sich: 2013 wurden auf Bayerns Straßen bei Geschwindigkeitsunfällen 10.475 Menschen verletzt und 200 getötet. Bei der letzten Großkontrolle im Oktober 2013 wurden deutschlandweit innerhalb von 24 Stunden bei mehr als 83.000 Personen überhöhte Geschwindigkeiten gemessen. Zu hohe Geschwindigkeit gehört weiterhin zu den Hauptunfallursachen.

Über 1.000 Messstellen in ganz Bayern

Nach den guten Erfahrungen des vergangenen Jahres startet Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann ab 18. September 2014 erneut eine Geschwindigkeitskontrollwoche der Bayerischen Polizei. Der zweite „Bayerische Blitzmarathon“ dauert bis zum 25. September 2014. Die Aktion ist Teil des bundesweiten 24-Stunden-Blitzmarathons, der am 18. und 19. September 2014 stattfindet.

In dieser Zeit sind in ganz Bayern insgesamt 1.700 Kontrollpersonen an 1.000 Messstellen im Einsatz. In unserer Region (Stadt und Landkreise Rosenheim, Traunstein, Mühldorf, Altötting, Berchtesgadener Land) sind es rund 170 Kontrollpunkte. Die Polizei überprüft dabei die Geschwindigkeit schwerpunktmäßig auf Landstraßen sowie aufgrund des Schulanfangs an Schulen und Kindergärten.

MdL Lederer wirbt um Verständnis

Der Rosenheimer CSU-Landtagsabgeordnete Otto Lederer wirbt in diesem Zusammenhang um Verständnis: „Allein im Landkreis Rosenheim sind im vergangenen Jahr 17 Kinder bei einem Verkehrsunfall verletzt worden. Aus diesem Grund ist ein Blitzmarathon nun zum Beginn des neuen Schuljahres, das am Dienstag begonnen hat, gerechtfertigt. Dabei geht es nicht darum, so viele Kraftfahrer wie möglich bei einer Tempoüberschreitung zu erwischen und abzukassieren. Es geht darum, das Bewusstsein der Kraftfahrer für die Schwächeren im Straßenverkehr zu schärfen.“

Auch der Rosenheimer Rechtsanwalt Dr. Marc Herzog ist vom Erfolg der Aktion überzeugt: „Es gibt gute Gründe für diese Aktion, sie erzeugt nicht nur einen PR-Effekt, sondern dient vor allem der Unfallverhütung.“ Der Anwalt sprach sich auch dafür aus, in der Verkehrsüberwachung nicht nur ausschließlich auf repressive Maßnahmen zu setzen. „Mit polizeilichen Anhaltekontrollen und unmittelbar auf Fehlverhalten folgenden verkehrserzieherischen Gesprächen direkt am Tatort lässt sich möglicherweise mehr Gutes bewirken, als durch einen zeitlich versetzten Bußgeldbescheid, der auf dem Küchentisch landet“, argumentiert der Jurist.

Die oberbayerischen Messstellen im Überblick

Das richtige Verhalten im „Fall der Fälle“

Tipp 1: Passen Sie an Unfallschwerpunkten besonders auf 

Umsichtiges Fahren ist eine Selbstverständlichkeit. Während des Blitzmarathons sollten Sie gerade an bekannten Unfallschwerpunkten, Schulen, Kindergärten und Altenheimen besonders aufmerksam sein. Hier wird bevorzugt geblitzt.

Tipp 2: Sie können die Aussage verweigern 

„Egal, ob Sie von der Polizei direkt nach dem Verkehrsverstoß angehalten wurden oder der Anhörungsbogen zu Ihnen nach Hause geschickt wurde, Sie sind nicht verpflichtet, Angaben zur Geschwindigkeitsübertretung sowie zu den Gründen dafür zu machen“, sagt Anja-Mareen Decker von der ADVOCARD-Rechtabteilung. Nur Angaben zu Ihrer Person können Sie nicht verweigern.

Tipp 3: Wann Sie bei einem Bußgeldbescheid nicht zahlen müssen 

Es gibt insbesondere drei Gründe für die Unwirksamkeit des Bußgeldbescheids. So sieht der Gesetzgeber eine Verjährung von drei Monaten vor, bis dahin muss die ermittelnde Behörde die Geschwindigkeitsübertretung dem Fahrzeughalter gemeldet haben.

Ein unscharfes „Blitzer-Foto“, auf dem der Fahrer nicht eindeutig zu identifizieren ist, kann auch dazu führen, dass Sie den Bußgeldbescheid nicht bezahlen müssen. Sie sind nämlich nicht verpflichtet, Angaben zur Identifikation der Person auf dem Foto zu machen. „In einem solchen Fall können Sie Einspruch bei der zuständigen Behörde einlegen“, rät Anja-Mareen Decker.

Auch können technische Fehler an der Messanlage, ein fehlender Eichschein, die falsche Bedienung, oder die Bedienung durch Personen ohne Eignung/Schulung zu einer Ungültigkeit führen. Betroffene müssen aber schnell sein: Innerhalb von zwei Wochen muss Einspruch gegen einen Bescheid eingelegt werden.

Tipp 4: Einsatz von Radarwarnern ist verboten 

Der Kauf von sogenannten Radarwarnern ist zwar gestattet, jedoch bleibt die Nutzung während der Fahrt verboten. Nutzen Sie das Gerät im Straßenverkehr, kann das mit 75 Euro und einem Punkt in Flensburg sowie dem Einzug des Geräts bestraft werden.

Apps, die vor Blitzern warnen, werden immer beliebter. Allerdings befinden sich Nutzer hier in einer rechtlichen Grauzone. So ist es erlaubt, die App herunterzuladen und vor Fahrtantritt oder in einer Fahrpause zu nutzen, während der Autofahrt ist es allerdings nicht gestattet, diese zu verwenden. Decker empfiehlt: „Damit Sie erst gar nicht in den Fokus des Blitzgerätes geraten, sollte die vorgeschriebene Geschwindigkeitsbeschränkung eingehalten werden und das nicht nur am Tag des Blitzmarathons.“

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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