Offenbar "Tebart-van Elst"-Efffekt

Der "Protz-Bischof" und die Kirchenaustritte

+
Die Gläubigen wenden der Kirchen den Rücken zu. Offenbar gab es 2013 tatsächlich einen "Tebartz-van Elst"-Effekt in unserer Region.
  • schließen

Landkreis - Die Verschwendungssucht des Limburger Bischofs Tebartz van Elst bestimmte im Herbst die Schlagzeilen. Gab es auch bei uns deshalb mehr Kirchenaustritte?

Ein Blick auf die aktuellen Kirchenaustrittszahlen lässt den Verdacht zu, dass es tatsächlich einen "Tebartz-van Elst"-Effekt bei den Kirchenaustritten gibt.

So traten selbst im Wallfahrtsort Altötting, nur elf Kilometer entfernt vom Geburtsort des Papstes Benedikt XVI, im lvergangenen Jahr deutlich mehr Menschen aus der Kirche aus. Rainer Steinbrecher vom Standesamt Altötting teilte uns mit, dass dies 130 Personen taten - ein Anstieg von 28,7 Prozent im Vergleich zu 2012. Allerdings gab es 2010 mit 167 Kirchenaustritten eine noch höhere Anzahl. "Eine Zahl von gut 100 Austritten ist eigentlich normal", erklärte Steinbrecher gegenüber unserer Redaktion.

Mehr Informationen: 

So kann man in Bayern aus der Kirche austreten

Der Plus-Trend bestätigt sich jedoch auch in Mühldorf. Dort traten 2013 insgesamt 126 Personen aus der Kirche aus. Ein Jahr zuvor waren es nur 96 - also ein Anstieg von 31,3 Prozent! Eine Aufteilung in katholische und evangelische Kirchenaustritte lag aber auch in diesem Standesamt nicht vor. Ebenso wie die Zahl an Kircheneintritten, die nicht staatlich erfasst werden.

Noch extremere Ergebnisse brachte eine Recherche des Radiosenders Bayernwelle im Berchtesgadener Land und im Chiemgau. So gab es in Bad Reichenhall 48 Austritte mehr als 2012 (insgesamt 151). In Piding stieg die Anzahl um 70 Prozent an, ebenso wie in Traunstein (155 Austritte). Dabei pflegt die Stadt ihre Verbundenheit mit dem deutschen Papst und gilt ebenso wie Altötting als eine Hochburg des Katholizismus in der Region.

Einen rekordverdächtigen prozentualen Anstieg an Austritten in der Region verzeichnete Chieming, denn in der Gemeinde gab es im Vergleich zum Vorjahr 84 Prozent mehr Menschen, die der Kirche den Rücken kehrten.

Nicht ganz so gravierend sind die Zahlen indes in Rosenheim. Auf Anfrage teilte die Stadt mit, dass die Zahl der Kirchenaustritte von 334 (2012) auf 342 (2013) gestiegen ist, was einer Steigerung von nur 2,4 Prozent entspricht.

Noch keine Zahlen vom Erzbistum

Dem Erzbistum München-Freising lagen auf unsere Anfrage noch keine Zahlen für 2013 vor. Bettina Göbner von der Pressestelle des Bistums erklärte, dass diese Statistik alljährlich erst im Frühsommer veröffentlicht wird. In anderen Regionen Deutschlands ist ebenfalls mit einem deutlichen Anstieg zu rechnen, das ergab beispielsweise eine stichprobenartige Befragung im Oktober in NRW.

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser