Jobcenter Rosenheim: "Schnelle Hilfe"

Obdachloser Schüler: "Es geht bergauf!" 

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Franz Heuberger vom Jobcenter Rosenheim Land kümmerte sich - wie viele andere auch - um den obdachlosen Jugendlichen.
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Rosenheim/Bad Aibling - Der Fall eines obdachlosen Schülers hat Ende Mai hohe Wellen geschlagen. Mittlerweile geht es für den 19-Jährigen bergauf. Ab heute besucht er die Berufsfachschule.

Lars (Name von der Redaktion geändert) ist 19 Jahre alt und brachte gerade seinen Realschulabschluss hinter sich. Aufgrund unüberbrückbarer Differenzen mit seinen Eltern lebte der junge Bad Aiblinger drei Jahre lang im Heim, bis er mit seiner damaligen Freundin zusammen in eine Wohnung zog. Nach der Trennung stand der Schüler dann auf der Straße, verbrachte seine Nächte bei Freunden und Bekannten. rosenheim24.de berichtete. Dank eines bundesweiten Aufrufs der ehrenamtlichen Hilfsorganisation "Die Notbremser", zahlreicher Meldungen von Lesern von rosenheim24.de und der tatkräftigen Unterstützung des Jobcenters Rosenheim Land, geht es für den jungen Bad Aiblinger nun endlich bergauf.

Spontane und unbürokratische Hilfe der Leser

"Nach dem Aufruf auf unserer Facebook-Seite und dem Online-Artikel auf rosenheim24.de haben sich spontan sehr viele Leute bei uns gemeldet," erklärt Conny Hofmann, ehrenamtliche Helferin der "Notbremser" und selbst Mutter eines erwachsenen Sohnes. Sogar ein Angebot aus der Bundeshauptstadt für ein leerstehendes Zimmer soll dabei gewesen sein. In und um Rosenheim boten viele Menschen Lars ihre Hilfe im Umgang mit den Behörden an. Darüber hinaus kam auch so der Kontakt mit einer Vermieterin von Monteurs-Zimmern in Raubling zustande. Dort zog Lars schließlich hin und wohnt dort auch noch heute.

Ende September soll das Haus jedoch geräumt werden. Lars ist nun auf der Suche nach einer neuen Wohnung. Eine passende Unterkunft in Stephanskirchen soll es werden, die der 19-Jährige über eine Anzeige entdeckt hat. Die Wohnung befindet sich ein paar Meter von einer Freundin entfernt, erzählt Lars. Ansonsten hält er die Augen und Ohren offen, aktuell jedoch ohne großen Erfolg. Auch das Jugendamt habe angekündigt, ihn in Bezug auf eine Unterkunft zu unterstützen. Eine Gemeinschaftswohnung mit anderen Jugendlichen wäre hier noch eine weitere Option, so der 19-Jährige.

So lief der Kontakt mit dem Jobcenter

Zusammen mit Conny Hofmann besuchte Lars noch während seiner Realschul-Prüfungen Franz Heuberger, den Geschäftsleiter des Jobcenters in Rosenheim. Und auch hier wurde ihm auf unkomplizierte und vor allem unbürokratische Weise weitergeholfen. Der Chef persönlich versprach, sich um die Bearbeitung der Unterlagen von Lars zu kümmern. "Nach seinen Prüfungen und bis zum Beginn des neuen Schuljahrs oder einer möglichen Ausbildung können wir die Kosten für die Wohnung übernehmen", versprach Heuberger - und so kam es auch, bis jetzt. Bis zum Beginn des neuen Schuljahrs erhält Lars finanzielle Unterstützung vom Jobcenter.

Weiter zeigte Heuberger dem jungen Aiblinger zwei mögliche Wege in die Zukunft auf. Auf der einen Seite stehe der Beginn einer Berufsausbildung. Hier könne das Jobcenter ihm auch finanziell zur Seite stehen. Doch Lars entschied sich mittlerweile für die Alternative und somit auch gegen die finanzielle Unterstützung des Jobcenters. "Eigentlich will ich ja IT-Systemelektroniker werden und dazu brauche ich das Abitur", erwiderte Lars bereits damals im Gespräch mit Franz Heuberger.

Heute beginnt er eine schulische Ausbildung zum Informatiker bei den IFB Berufsfachschulen in Rosenheim. Alle nötigen Anträge sind dabei schon in die Wege geleitet, die Unterlagen für sein Bafög sind noch bei seiner Mutter zur Unterschrift. Die Beziehung zu seiner Mutter soll sich mittlerweile auch wieder gebessert haben, erzählt Lars. Seit kurzem kommt auch der Unterhalt zuverlässig auf sein Konto, erklärt der 19-Jährige im Gespräch mit rosenheim24.de. Doch eine letzte Sache beunruhigt Lars nach wie vor.

Mangelware: passende Wohnung

Das Monteurs-Zimmer in Raubling ist nicht mehr lange eine Option für ihn. Der junge Bad Aiblinger ist verstärkt auf der Suche nach einer passenden Wohnung in seiner Heimatstadt, in Rosenheim oder Umgebung. Sie kennen eine kleine Wohnung für Lars? Dann lassen Sie es ihn wissen und schicken einfach eine E-Mail mit ihren Kontaktdaten an anmeldung@dienotbremser.de.

Quelle: rosenheim24.de

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